Scharfe Kritik von PETA: Sachsen-Anhalts Umweltministerin Dalbert unterstützt Pelz-Vermarktungsunternehmen „Fellwechsel“ mit Steuergeldern und bezeichnet Tiere als „nachwachsende Ressource“

Magdeburg / Stuttgart, 20. Februar 2019 – Steuergelder für Tierquälerei: Die vom Deutschen Jagdverband und Landesjagdverband Baden-Württemberg gegründete Fellwechsel GmbH bekam 2018 vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie in Sachsen-Anhalt Haushaltsmittel in Höhe von 100.000 Euro. Konkret wurden 40 Gefriertruhen und vier Kühlcontainern zur „Schaffung von Strukturen zur Vermarktung jagdlicher Erzeugnisse“ zur Verfügung gestellt. Die Kühlbehältnisse werden dazu benutzt, Pelze von bejagten Wildtieren für die weitere Verarbeitung zu sammeln und zwischenzulagern. PETA übt nun scharfe Kritik an Umweltministerin Dr. Claudia Dalbert. In ihrem Antwortschreiben an die Tierschutzorganisation verteidigt die Ministerin die Unterstützung der Fellwechsel GmbH, indem sie von einem Projekt „im Interesse des Tierschutzes“ spricht und fühlende Lebewesen als „natürlich nachwachsende Ressource“ bezeichnet. Jedoch ist die Herstellung von Pelzprodukten stets mit großem Tierleid verbunden - unabhängig von der Herkunft der Tierhaut. Daher fordert PETA die zuständige Ministerin Dr. Claudia Dalbert mit einer neuen Online-Petition auf, die finanzielle Unterstützung sofort zu beenden.

„Pelz ist immer mit großem Tierleid verbunden – egal, ob er aus der Jagd oder von Pelzfarmen stammt“, so Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „Dass in Sachsen-Anhalt ausgerechnet einem Pelz-Vermarktungsunternehmen durch Steuergelder finanzierte Sachmittel zur Nutzung überlassen werden und eine Grüne Ministerin das Töten und Häuten eines Tieres für Bekleidung als Tierschutzmaßnahme bezeichnet, ist zutiefst erschütternd.“

Fellwechsel fördert die Jagd mit Fallen und Schrotschuss
Nicht nur auf Pelzfarmen, sondern auch bei der Jagd werden Tiere großem Leid ausgesetzt. In den sogenannten Totschlagfallen werden sie häufig schwer verletzt - viele von ihnen sterben aufgrund von abgetrennten Gliedmaßen, Trümmerbrüchen oder zerquetschten Körperteilen einen langsamen und schmerzhaften Tod. Zudem geraten immer wieder geschützte Tierarten in die Fallen. In Lebendfallen gefangene Wildtiere stehen unter hohem Stress und geraten in Panik, wenn sich die Falle schließt. Bei ihren Fluchtversuchen ziehen sie sich oftmals schwere Verletzungen zu. Kommt der Jäger zurück, erschießt er sie schließlich. Beim Einsatz von Bleischrot sollen die Kugeln durch den gesamten Tierkörper streuen und einen Schocktod durch Nervenlähmung einleiten. Ein präziser Schuss ist dabei jedoch oft nicht möglich.

„Nachhaltigkeit“ als Rechtfertigung für ein blutiges Hobby
Tierhäute als „natürliche Ressource“ zu vermarkten, ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht für den Tierschutz, sondern täuscht auch über den umweltbelastenden Herstellungsprozess von Tierfellen hinweg. Pelz ist die Haut eines getöteten Tieres, welche durch den Einsatz zahlreicher Chemikalien haltbar gemacht werden muss. Hierfür werden unter hohem Wasserverbrauch umwelt- und zum Teil gesundheitsschädliche Chemikalien wie Formaldehyd oder Aluminiumsalze eingesetzt.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

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