Scheinheiliger Tierschutzpreis! Auszeichnung an Tierquäler verliehen!

Alle zwei Jahre verleiht die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ihren sogenannten „Ursula M. Händel-Tierschutzforschungspreis“, der mit insgesamt 100.000 Euro dotiert ist.

Dass es sich bei dieser scheinheiligen Auszeichnung in keiner Weise um Tierschutz handelt, bekräftigt die DFG selbst mit ihrer Aussage:

„Tierversuche sind eine wesentliche Voraussetzung für den Fortschritt in der biologischen und medizinischen Forschung“.


Dies entspricht jedoch schlichtweg nicht der Wahrheit, sondern dient einzig und allein den Interessen der Tierversuchslobby.
 
Durch die Verleihung des „Tierschutzpreises“ wird ein völlig falscher Eindruck bezüglich der Forschung mittels Tierversuchen vermittelt. Im Vergleich zu dieser Methodik steht tierversuchsfreien Alternativen beispielsweise nur ein Bruchteil der finanziellen Förderung zur Verfügung. Dass Tierversuche grausam sind, steht nicht zur Debatte – zusätzlich sind sie jedoch auch unwissenschaftlich und längst überholt.

"Tierschutzpreis" für Tierquälerei erhalten

Preisträger der diesjährigen Verleihung sind die Professorin Dr. Ellen Fritsche von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Forscher PD Dr. Dr. Hamid Reza Noori vom Max-Planck-Institut Tübingen. Letzterer hat in der Vergangenheit unzählige Ratten in brutalen Experimenten zur Erforschung der Auswirkungen von Alkohol gequält. Bei den Versuchen werden Ratten zunächst von Alkohol abhängig gemacht. Danach werden sie einem Entzug unterzogen und erhalten schließlich wieder Alkohol. Zum Teil wird den Ratten der Alkohol gespritzt; oft werden die Tiere im Anschluss an die Experimente getötet und ihre Gehirne und Organe untersucht. In anderen Experimenten wird den Ratten während der Experimente in den Schädel gebohrt, um Proben aus ihrem Gehirn zu entnehmen. Diese Beispiele sind nur einige wenige der zahlreichen Versuche von Noori (die entsprechenden Informationen sind in Nooris Veröffentlichungen zu finden) – und das, obwohl das Konsumverhalten von Menschen in keiner Weise mit diesen Versuchen vergleichbar ist und sich die meisten Ergebnisse nicht auf den Menschen übertragen lassen. Mit dem Computermodell, für das Noori nun ausgezeichnet wurde, wurden Daten von 150.000 Ratten aus früheren neurobiologischen Forschungsprojekten analysiert und dadurch biochemische Schaltkreise im Rattengehirn aufgeklärt. Durch das Modell kann auch die Wirkung neuer Substanzen auf das Rattengehirn vorhergesagt werden. Bei der Vergabe des Preises wird jedoch völlig außer Betracht gelassen, dass Noori in zahlreiche Versuche selbst involviert war – von Tierschutz kann also keine Rede sein. Ohnehin sind die Ergebnisse nicht auf Menschen übertragbar und dienen rein der Befriedigung der Neugier, und das auf Kosten der Tiere.

Strafbefehl wegen Tiermisshandlung

Hinzu kommt, dass Noori auch mit Nikos Logothetis zusammenarbeitet. Gegen diesen Forscher läuft momentan ein Strafbefehl wegen Tiermisshandlung – er war Leiter des Affenlabors am Max-Planck-Institut, in welchem tierquälerische Missstände durch Tierschützer aufgeklärt wurden.

Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren!

Der Begriff „Tierschutz“ wird im Rahmen dieser Auszeichnung somit völlig missbraucht – es wird behauptet, Tierschutz in der Forschung im Sinne des 3R-Prinzips zu verbessern. Die drei R stehen dabei für Replace (Vermeiden), Reduce (Verringern) und Refine (Verbessern). Wirklicher Tierschutz wäre hingegen einzig und allein die Abschaffung aller Tierversuche und die Verwendung von tierleidfreien Alternativen. Wir von PETA Deutschland e.V. fordern daher, dass kein einziges Tier mehr in Versuchen missbraucht wird. Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren!

Tierversuchsfreie Methoden müssen mehr gefördert werden

Prof. Dr. Ellen Fritsche hingegen hat eine tatsächliche Alternative entwickelt, die in Zukunft Tierversuche ersetzen kann. Es freut uns sehr, dass sie die Auszeichnung erhalten hat – auch, wenn der Preis an sich heuchlerisch ist. Da der Forschung an tierleidfreien Alternativmethoden jedoch viel zu wenig finanzielle Mittel zugestanden werden, ist es begrüßenswert, dass Fritsche durch die Auszeichnung nun 50.000 Euro Preisgeld erhält. Die Professorin forscht an organähnlichen Zellkulturen, anhand derer sich die Auswirkungen von chemischen Substanzen auf das Kind im Mutterleib vorhersagen lassen. Bisher wurden dafür Experimente mit schwangeren Nagetieren durchgeführt – in Zukunft können damit also Tierversuche ersetzt und das Leben zahlreicher Tiere gerettet werden. Zusätzlich ist diese Methode aussagekräftiger als Tierversuche, da direkt mit menschlichen Zellen gearbeitet wird. Mit dem Preisgeld möchte Fritsche zusammen mit ihrer Arbeitsgruppe die Methode dahingehend weiterentwickeln, dass das Testsystem als Ersatzmethode für die noch vorgeschriebenen Tierversuche anerkannt wird.

Was Sie tun können

Wollen auch Sie dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen? Dann informieren Sie Ihre Mitmenschen über die Grausamkeit und Unsinnigkeit von Tierversuchen und unterzeichnen Sie unsere Petition für einen Zulassungsstopp von Tierversuchen in der EU!