Ergebnis der Anzeige durch PETA: Strafermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen des Schlachthofs Oldenburg eingeleitet

Oldenburg / Stuttgart, 7. Februar 2019 –  Konsequenzen aus Vernachlässigung der Betäubungspflicht: PETA veröffentlichte Mitte Dezember vergangenen Jahres Aufnahmen aus dem Rinderschlachthof der Standard-Fleisch GmbH und Co. KG in Oldenburg. Diese zeigen, wie Rindern offensichtlich ohne ausreichende Betäubung die Kehle durchtrennt wird. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat nun auf die Strafanzeige von PETA hin ein Strafermittlungsverfahren gegen die Verantwortlichen des Schlachthofs eingeleitet (Az: NZS 1102 Js 79917/18). Die Tierrechtsorganisation fordert eine endgültige Schließung des Schlachthofs.
 
„In den Aufnahmen ist zu sehen, dass einige Rinder offensichtlich nicht ausreichend betäubt wurden. Sie zeigen Kaubewegungen, krümmen ihren Rücken, machen zielgerichtete Bewegungen und reagieren auf den Einstich in den Hals. All das sind klare Anzeichen für eine Fehlbetäubung“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei PETA. „Wir hoffen, dass die Ermittlungen dazu führen, dass die Verantwortlichen für das durch sie verursachte Tierleid bestraft werden und der Schlachtbetrieb dauerhaft geschlossen wird.“
 
In den Aufnahmen ist zu sehen, dass einige Rinder offensichtlich nicht ausreichend betäubt wurden. Sie zeigen Kaubewegungen, krümmen ihren Rücken, machen zielgerichtete Bewegungen und reagieren auf den Einstich in den Hals. Einige Firmen, die Fleisch von diesem Schlachthof bezogen haben, haben bereits Konsequenzen gezogen und die Zusammenarbeit beendet. Der Wechsel des Schlachthofs verändert die Situation der Tiere jedoch kaum. Denn auch beispielsweise eine Bio-Verifizierung garantiert keine Verbesserung für die Rinder – der Oldenburger Schlachtbetrieb war schließlich bio-zertifiziert. PETA betont, dass nur die Ausweitung des veganen Sortiments die Tiere nachhaltig schützen kann.
 
Die offizielle Anzahl der Fehlbetäubungen liegt bei Rindern bei vier bis neun Prozent [1]. Das Videomaterial zeigt sogar, dass sechs von 22 Betäubungen im Oldenburger Betrieb ungenügend waren – das sind gut 27 Prozent, also mehr als ein Viertel. Dazu kommt der Transport, der für die Tiere ebenfalls Stress und Schmerzen mit sich bringt.
 
Eine Videoüberwachung der Schlachthäuser, wie von einigen Politikern gefordert, soll nur dazu dienen, Tierschützer zu filmen, wenn sie die Zustände hinter den Mauern der Schlachthöfe aufdecken wollen. Denn schon heute werden einige Schlachthöfe videoüberwacht. Die Aufnahmen werden jedoch lediglich intern ausgewertet. Eine externe und unabhängige Auswertung hingegen könnte die Tiere zumindest vor Gesetzesbrüchen schützen. Den an sich tierquälerischen Schlachtvorgang ändert sie jedoch nicht.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen.
 
[1] http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/17/100/1710021.pdf
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Schlachthof-Oldenburg
PETA.de/Im-Schlachthof
Veganstart.de
 
Kontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, CarolinVS@peta.de