Schmalkalden-Springstille: Angriffe auf Stuten häufen sich – PETA setzt je Fall 1000 Euro Belohnung für Hinweise aus

Pferdehalter aus der Region wollen Belohnung aufstocken
 

Schmalkalden / Stuttgart, 12. April 2019 – „Pferderipper“ schlägt erneut zu: Einer Polizeimeldung zufolge verletzte ein Unbekannter am Mittwochnachmittag zwischen 12:00 und 16:30 Uhr eine Stute auf einer Koppel im Hergeser Weg in Springstille. Die Schnittverletzungen im Genitalbereich des Pferdes mussten tierärztlich notversorgt werden. Die Polizei sucht Zeugen, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Schmalkalden-Meiningen unter der Telefonnummer 03693-5910 entgegen.
 
Pferdehalter aus der Region wollen PETAs Belohnung aufstocken
Um die Suche nach dem Tierquäler zu unterstützen, setzt PETA auch in diesem Fall eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise, die zu seiner Verurteilung führen, aus. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden und können sich telefonisch unter 01520-7373341 oder per E-Mail bei der Tierschutzorganisation melden – auch anonym. Pferdehalter in der Region sammeln derzeit Geld, um die Belohnung weiter aufzustocken. In etwa einer Woche wollen sie bekannt geben, um welche Summe der Betrag erhöht wird.
 
„Die gehäuften Übergriffe auf Stuten in der Region müssen endlich beendet und der Täter gefasst werden“, sagt Judith Pein im Namen der Tierschutzorganisation. „PETA setzt daher auch in diesem Fall eine Belohnung für Hinweise, die den Pferdeschlitzer überführen, aus. Es ist Zeit für ein behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde sowie bereits überführte Tierquäler erfasst werden. So könnten mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver überregional zusammenarbeiten. PETA fordert für überführte Tierquäler außerdem strenge juristische Konsequenzen, denn nur so kann eine abschreckende Wirkung erzielt werden.“
 
Tiere sind in unserer Verfassung geschützt. Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
 
PETA registriert seit 2013 bundesweit Taten von „Pferderippern“ und stellt diese Informationen gerne den ermittelnden Behörden zur Verfügung. So gab es erst vor kurzem einen Übergriff auf eine Stute in Trusetal. Im Januar und im Februar wurden Stuten in Wutha-Farnroda sowie im März in Gotha von Unbekannten verletzt. Im Juni 2017 wurde ein Pferd auf einer Koppel in Meißner-Germerode mit einem spitzen Gegenstand so schwer misshandelt, dass es daran starb.
 
Die Tierschutzorganisation setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen. Mit Erfolg: PETA zahlte vergangenes Jahr eine Belohnung von 1000 Euro an drei Pferdehalterinnen in Lorsch aus. Ihre Hinweise hatten einen Tierquäler, der im April 2016 eine Stute mit einem Dildo malträtierte, überführt. Auch zwei Frauen aus Dortmund haben bereits PETAs Belohnung erhalten, da sie im Februar 2017 einen Mann überführten, der mehrfach ihr Pony misshandelt hatte.
 
Vorsichtsmaßnahmen – Tipps für Pferdehalter
Die Tierschutzorganisation rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.
 
Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
PETA warnt, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere.
 
Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter dient.
 
[1] Gespräch mit PETA Deutschland e.V., 2010
 

Beispielfoto: Die Tat eines „Pferderippers“ in Thüringen. / © PETA Deutschland e.V.
 
Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Tierquälerei
PETA.de/ZeugeVonGrausamkeit
PETA.de/Staatsanwalt
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, LisaKi@peta.de