Schwanzprämie auf Bisams & Nutrias: Gütersloh gibt Tiere zur Jagd frei

Totschlagfalle Nutria

Methoden wie im Mittelalter: Weil der Kreis Gütersloh die als „invasive Arten“ eingestuften Nutrias und Bisams loswerden will, hat er zum 1. August 2019 eine „Schwanzprämie“ auf die Tiere ausgesetzt. Wer eines der Tiere tötet und den Schwanz als Beweis vorlegt, bekommt dafür 10 Euro. So sollen auch Laien dazu animiert werden, mithilfe grausamer „Totschlagfallen“ Jagd auf die Tiere zu machen. Lediglich die Jagd mit Lebendfallen, bei der die Tiere am Ende per Kopfschuss getötet werden, bleibt Jägern vorbehalten.

Grausam und unnötig

„Prämien für Körperteile getöteter Tiere auszusetzen, ist unzivilisiert und darf keine Vorgehensweise einer deutschen Behörde sein“, so Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA.

Laut Paragraph 39 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) stehen Nutrias und Bisams als wildlebende Arten in der Natur unter allgemeinem Artenschutz. Sie dürfen deshalb nicht ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden. Die EU-Liste der invasiven Arten schreibt ein zwingendes Töten der Tiere auch überhaupt nicht vor, sondern verweist auf tierfreundliche Methoden zur Populationskontrolle und Vergrämung – wie beispielsweise Sterilisationsmaßnahmen. Stattdessen setzt Gütersloh auf die grausame und unnötige Jagd. In sogenannten Totschlagfallen werden die Tiere langsam zu Tode gequetscht – oft geraten sie auch nur mit einer Pfote hinein und können nicht mehr entkommen. Auch Lebendfallen bedeuten stundenlange Angst, Panik und häufig Verletzungen, bis die Tiere mit einem Kopfschuss getötet werden. Außerdem geraten auch immer wieder geschützte Arten oder Katzen in die Fallen.

Problem nicht gelöst

Ganz absehen von dem Leid, das die Jagd auf Bisams und Nutrias verursacht, löst sie auch das Problem nicht. Die Tiere werden für Uferschäden verantwortlich gemacht und als Bedrohung für die Flora an Ufern gesehen – dafür gibt es jedoch viele Ursachen. So sorgen auch die Klimaveränderung und die stärkere Agrarnutzung für Uferschäden. Der Kreis Gütersloh konzentriert sich trotzdem auf die Jagd und beteiligt sich mit 50 Prozent der anfallenden Kosten bis maximal 20.000 Euro pro Jahr an der Tötung der Tiere – Geld, das anderweitig besser eingesetzt wäre.

Was Sie tun können

Unterschreiben Sie jetzt unsere Petition gegen die grausamen Totschlagfallen.

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Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Co-Autoren.