Pelzkontrollen in der Schweiz: 71 % aller Geschäfte verkaufen falsch gekennzeichnete Pelze

Pelz Laden

Der Schweizer Bund führte im vergangenen Jahr Pelz-Kontrollen in 163 Geschäften durch – 116 davon wurden beanstandet! Über die Hälfte der 6.691 kontrollierten Pelzprodukte waren entweder gar nicht, unzureichend oder falsch gekennzeichnet. Besonders häufig beanstandet wurden Pelzkragen, die oftmals aus dem Fell von qualvoll erschlagenen Marderhunden von chinesischen Pelzfarmen bestehen. Da europäische Kunden eine besondere Beziehung zu Hunden haben, werden diese Felle häufig falsch deklariert, und die Herkunft wird vorsätzlich als Waschbär angegeben.

So schrecklich leiden Tiere auf Pelzfarmen und in der Fallenjagd

Doch nicht nur Marderhunde und Waschbären leiden für die Produktion von Pelz. Auch Füchse, Kaninchen oder Nerze werden in winzige Käfige gesperrt, deren Gitterböden den Tieren tagtäglich in die Füße schneiden. Unter ihren Käfigen sammeln sich Kot und Urin, wodurch die Tiere einem unerträglichen Gestank ausgesetzt sind. Aufgrund von Platzmangel und fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten leiden die Tiere unter enormer Langeweile. Viele von ihnen entwickeln daher Verhaltensstörungen wie das ewige Drehen im Kreis, Selbstverstümmelung und Kannibalismus. Andere Tiere werden wiederum mit Fallen bejagt, so auch Kojoten, die in Nordamerika für pelzbesetze Jackenkragen von Modemarken wie Canada Goose getötet werden. Tritt ein Kojote in die Falle, gräbt sich diese tief in sein Fleisch ein und hinterlässt blutige Wunden und schmerzhafte Verstümmelungen, die ihm teils mehrere Tage lang qualvolle Schmerzen bereiten. Wenn der Jäger zu den Fallen zurückkehrt, erschießt oder erschlägt er die Tiere.

Der Import von Pelzprodukten muss verboten werden

Die Schweizer Pelzdeklarationsverordnung sieht vor, dass für Pelzprodukte das Herkunftsland, die Tierart und die Art der „Gewinnung“ des Pelzes angegeben werden. In Deutschland hingegen müssen Pelze lediglich mit dem schwammigen Satz „enthält nicht-textile Teile tierischen Ursprungs“ gekennzeichnet werden. Allerdings lässt auch die Schweizer Verordnung viel Spielraum für Missbrauch, da im Zweifelsfall auch wenig aussagekräftige Angaben wie „Herkunft unbekannt“ zulässig sind. Obwohl PETA die strengere Pelzkennzeichnung in der Schweiz begrüßt, lässt sich das Tierleid in der Pelzindustrie dadurch nicht beenden. Daher fordern wir ein Importverbot von Erzeugnissen, deren Produktionsbedingungen in der Schweiz illegal sind. Aktuell erfüllt wohl keine Pelzfarm – weder in Europa noch in China oder Nordamerika – die Mindestanforderungen des Schweizer Tierschutzgesetzes. Daran ändern auch von der Pelzindustrie eingeführte Marketing-Label wie Origin Assured oder Welfur nichts.

Was Sie tun können

Bitte tragen und kaufen Sie niemals Pelzprodukte. Wenn Sie Menschen mit einem Pelzkragen an der Jacke oder einem Bommel an der Tasche sehen, sprechen Sie die Person höflich darauf an und informieren Sie sie über das Leid der Tiere. Auf unserer Website finden Sie das wichtigste Hintergrundwissen zum Thema Pelz; Info-Flyer können Sie in unserem Onlineshop bestellen.

Bitte unterzeichnen Sie auch unsere Petition an Canada Goose und Escada und helfen Sie uns, weitere Modemarken pelzfrei zu machen. Mit unseren kostenlosen Demo-Paketen können Sie zudem selbst aktiv werden und eine eigene Protestaktion in Ihrer Stadt organisieren.

Unsere Autoren

Johanna Fuoß

Hanna ist Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie. Dass sie sich heute für tierfreie Kleidung einsetzt, ist ihren pelztragenden Katzen zu verdanken.