Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Landwirtschaftskriminalität ermittelt nach Anzeige von PETA gegen Enten- und Schweinemäster aus Melle

Melle / Oldenburg / Osnabrück / Stuttgart, 15. November 2017 – Nachdem PETA kürzlich Videomaterial vom Mai dieses Jahres aus einem bereits 2012 auffällig gewordenen Enten- und Schweinemastbetrieb in Melle zugespielt wurden, erstattete die Tierrechtsorganisation erneut Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Nun hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg das Strafverfahren gegen die Meller Enten- und Schweinemäster übernommen (NZS 1102 Js 68591/17). PETA geht davon aus, dass die Betreiber der Anlage strafrechtlich belangt werden.
 
„Gegen die Wiederholungstäter von Melle liegt umfangreiches Beweismaterial vor“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA. „Da die Staatsanwaltschaft Osnabrück die Strafanzeige nun an die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Landwirtschaftskriminalität Oldenburg abgegeben hat, gehen wir davon aus, dass auch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit als sachverständige Behörde einbezogen wird – und die Betreiber endlich strafrechtlich verurteilt werden.“
 
PETA erstattete bereits 2012 Anzeige gegen die Betreiber der Enten- und Schweinemastanlage in Melle. Damals stellte die Staatsanwaltschaft Osnabrück das Verfahren trotz eindeutiger Beweise der systemimmanenten Tierquälerei im Entenbetrieb zunächst ein – nachdem die Tierrechtsorganisation Beschwerde einlegte, wies die Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg die Staatsanwaltschaft Osnabrück an, den Fall wieder aufzunehmen. Erst vier Jahre später kam es dann vor dem Amtsgericht Osnabrück zu hohen Geldbußen.
 
Die Aufnahmen vom Mai dieses Jahres zeigen auf dem Boden liegende Vögel, die nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen können. Sie sterben vor Erschöpfung, verdursten oder werden von Betriebsmitarbeitern aussortiert. Gefilmt wurde zudem, wie Arbeiter Enten offensichtlich ohne Betäubung die Kehle aufschneiden und die teilweise noch flatternden Tiere in einer Tonne entsorgen. Den Schweinen im Meller Stall ergeht es nicht besser: Zu sehen sind kranke Tiere mit riesigen Abszessen und geschwollenen Gelenken; einige Schweine beißen sich gegenseitig die kupierten Schwänze und die Ohren blutig, andere verweilen im krankhaften „Hundesitz“ und haben entzündete Augen, was unter anderem ein Anzeichen für schlechtes Stallklima sein kann. 
 
Fast 60 Millionen Schweine und mehr als 25 Millionen Enten werden jedes Jahr in deutschen Schlachthäusern getötet. PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.

Weitere Informationen:
PETA.de/Wiederholungstaeter-Niedersachsen
PETA.de/Wiesenhof
Legalisierte-Tierqual.de
Veganstart.de

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de