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Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe

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Ernährungswissen für Vegetarier und Veganer

Stand September 2012
Die Lebensmittelindustrie verkauft uns teuer Functional Foods, die den Darm reinigen oder vor Krebs schützen sollen, doch tatsächlich hat selbst eine Erdbeere bereits über 600 verschiedene Pflanzeninhaltsstoffe, denen positive Bedeutungen zugeschrieben werden. Nahrungsergänzungsmittel enthalten oft nur wenige isolierte Stoffe in viel zu hoher Konzentration. Oft ist auch die Wissenschaft noch nicht in der Lage eine gesundheitsfördernde Wirkung auf nur einen Stoff zurückzuführen. Das liegt daran, dass auch nicht nur ein Stoff alleine reicht, um positive Wirkungen zu entfalten. Dagegen bietet ein natürliches pflanzliches Lebensmittel die ideale Kombination von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Dieses Zusammenspiel macht pflanzliche Lebensmittel zum trendy Functional Food.

Im folgenden Abschnitt finden Sie wichtige sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die Substanzgruppe, ihr Vorkommen und ihre Wirkungen.

 

Foto: bangli1 / flickr
Anthocyane (Untergruppe der Flavonoide, damit ein Polyphenol):
Enthalten in roten, violetten und blauen Obst- und Gemüsesorten, Säften, Wein, roten und schwarzen Hülsenfrüchten.
Sie wirken antikanzerogen, antioxidativ, antithrombotisch, entzündungshemmend.

Carotinoide (z.B. alpha-und beta-Carotin, Lycopin, Xanthophylle):
Carotine kommen in orangen, gelben und roten Obst- und Gemüsesorten, Xanthophylle in grünem Blattgemüse vor.
Sie wirken antikanzerogen, antioxidativ und immunmodulierend.

Flavonoide (ein Polyphenol):
Enthalten in vielen Obst- und Gemüsesorten, vor allem in den Randschichten, z. B. Zwiebel, Kohl, Äpfel oder Rotwein.
Sie wirken antikanzerogen, antimikrobiell, antioxidativ, antithrombotisch, immunmodulierend, entzündungshemmend.

 

Foto: Roberto Verzo / flickr
Glucosinolate:
Enthalten in Kohlgemüse, Senf, Kresse, Meerrettich.
Sie wirken antikanzerogen, antimikrobiell, Cholesterinspiegel-senkend, laut mancher Quellen auch antioxidativ und immunmodulierend.

Monoterpene:
Enthalten in Grapefruit- und Orangensaft, Schalen der Zitrusfrüchte, Ingwer. Hauptbestandteil ätherischer Öle.
Sie wirken antikanzerogen.

Phenolsäuren (ein Polyphenol):
Enthalten in vielen Obst- und Gemüsesorten, vor allem in Randschichten, Kaffee, Vollkorn, Kleie, Kartoffeln mit Schale.
Sie wirken antikanzerogen, antimikrobiell, antioxidativ, antithrombotisch.

Phytoöstrogene (z.B. Isoflavone oder Lignane):
Isoflavone sind in Soja oder Klee enthalten, Lignane in Vollkorn, Leinsamen oder Ölsaaten.
Sie wirken antikanzerogen und antioxidativ.

 

Foto: Gerd Zimny / flickr
Phytosterine:
Enthalten in Pflanzen mit fettreichen Pflanzenteilen, wie Getreide, Nüssen, Saaten oder in nativen Pflanzenölen.
Sie wirken antikanzerogen und Cholesterin senkend.

Saponine:
Enthalten in Lakritz, Hülsenfrüchten, Hafer, Spargel, Spinat.
Sie wirken antikanzerogen, antimikrobiell, immunmodulierend, Cholesterin senkend und laut mancher Quellen auch entzündungshemmend.

Sulfide:
Enthalten in Lauch, Zwiebeln oder Knoblauch.
Sie wirken antikanzerogen, antimikrobiell, antioxidativ, antithrombotisch, immunmodulierend, entzündungshemmend, Blutdruck-regulierend, Cholesterinspiegel-senkend und verdauungsfördernd.

 

In Pflanzen erfüllen die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe Funktionen als Duft-, Geschmacks-, Farb- oder Abwehrstoffe, in den Lebensmitteln spielen die bioaktiven Substanzen eine wichtige Rolle für die Gesundheitsförderung. Gerade Vegetarier und Veganer profitieren durch die höhere Aufnahme von pflanzlichen Produkten von den sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, was sich in dem geringeren Auftreten von chronischen Krankheiten bemerkbar macht.
Also worauf warten wir noch – lassen Sie uns mehr Gemüse essen!


Quellen:

Biesalski, H.K.; Grimm, P. (2004): Taschenatlas der Ernährung. 3. erweiterte und aktualisierte Auflage. Stuttgart: Thieme Verlag.

Leitzmann, Prof. Dr. C.; Keller, Dr. M. (2010): Vegetarische Ernährung. 2. Auflage. Stuttgart: Ulmer.