10 Gründe, keine Shrimps zu essen

Die meisten Garnelenfarmen liegen in Asien und Südamerika (1). Hier werden seit den 1980er Jahren kilometerweite Flächen mit Mangrovenwäldern unwiederbringlich zerstört, um Platz für immer neue Garnelenfarmen zu schaffen, die jedoch nur wenige Jahre in Betrieb sind. Die weltweit steigende Nachfrage nach Shrimps hat die interessanten und schmerzempfindlichen Krebstiere zur „Massenware“ degradiert, die in vielen Supermärkten oder Discountern angeboten werden und im Salat oder auf der Pizza zu finden ist. Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat sich der Verzehr von Shrimps in den letzten 10 Jahren weltweit verdoppelt und liegt heute bei 3,4 Mio. Tonnen im Jahr (2). Hauptimporteure sind Japan, die USA und die EU. In Deutschland lag der Import 2013 bei 53.000 Tonnen im (3).
 
Der Kauf  von Shrimps ist in vielerlei Hinsicht unverantwortlich – und zwar aus diesen 10 Gründen:
 

Tierquälerei

1. Pro Jahr werden 3,4 Mio. Tonnen Shrimps gezüchtet. Dies entspricht Tausenden Milliarden Tieren, die jedes Jahr getötet werden.

2. Die Garnelen sind so eng zusammengepfercht, dass sie ihr Leben lang (3 Monate) in ihrem eigenen Kot schwimmen müssen. Aufgrund der Enge verbreiten sich Krankheitserreger rasend schnell und viele Tiere sterben bereits auf den Zuchtfarmen, ersticken oder werden beim Transport zerquetscht.

3. Die Tötungsmethode von Garnelen ist extrem grausam: Sie werden lebend gekocht, zerstückelt oder lebendig auf den Grill gelegt. Dabei bestätigen internationale wissenschaftliche Studien, dass Krebstiere Schmerzen empfinden (4, 5, 6, 7). Eine wissenschaftliche Studie bestätigt sogar: Garnelen empfinden auch Angst (8).

Umweltzerstörung:


In Plastikeimern werden die Tiere gesammelt, bevor sie weiterverkauft werden. © PETA / Karremann

4. Um Zuchtbecken für Garnelen anzulegen, werden kilometerweit Mangrovenwälder abgeholzt. Dabei zählen Mangroven neben Korallenriffen und tropischen Regenwäldern zu den produktivsten Ökosystemen der Erde und sind ein Zuhause für zahlreiche, auf diesen Lebensraum spezialisierte Tierarten. Hier leben unter anderem zahlreiche Reptilien, Säugetiere, Wasservögel, Fische, Weichtiere und Krebstiere. Aufgrund der hohen Verschmutzung durch Chemikalien sind Shrimp-Farmen nur wenige Jahre in Betrieb, doch die Mangrovenwälder können nicht wieder aufgeforstet werden.

5. Überfischung: Für die Produktion von nur 1 Kilo Shrimps werden 2 bis 3 Kilo Fischmehl verfüttert (9). Angesichts einer Produktion von jährlich 3,4 Mio. Tonnen trägt die Garnelenzucht erheblich zum Problem der Überfischung bei.

6. Wie bei jeder Art der landwirtschaftlichen Tierhaltung werden auch Garnelen von Krankheitserregern befallen, die sich rasend schnell übertragen können. Daher geben Farmer Chemikalien, Desinfektionsmittel, Pestizide und Herbizide ins Wasser, die ungefiltert in die Böden, ins Meer und ins Grundwasser gelangen und sowohl die Ozeane, als auch die Böden vor Ort und das Grundwasser verseuchen.

Folgen für die Menschen vor Ort:


So werden Shrimps in Bangladesch gefangen. © PETA / Karremann

7. Durch die Abholzung der Mangrovenwälder verlieren die Menschen vor Ort eine wichtige Lebensgrundlage, denn aus den Mangroven beziehen sie Früchte, Baumaterialien und Medizin.

8. Da Mangrovenwälder das Hinterland vor Überschwemmungen schützen, fehlt nun auch der Schutz vor der nächsten Flut. So forderte 1991 eine Sturmflut in Bangladesch 1.000 Menschenleben. Bei einer vergleichbaren Flut im Jahr 1960, also noch vor dem Verlust der Mangroven, kam hingegen niemand zu Schaden.

9. Durch die Garnelenteiche kommt es zu einer Versalzung der Böden, was unter anderem dazu führt, dass hier kein Reis mehr wächst. In vielen Ländern ist Reis jedoch das Grundnahrungsmittel der Menschen und ein wichtiges Exportgut. Die Garnelenzucht führt somit zur Verarmung der Bevölkerung. Durch die Ableitung der ungefilterten Abwässer ins Grundwasser wird sauberes Trinkwasser zur Mangelware.

10. Für ein schnelles Wachstum der Garnelen und zur Bekämpfung von Krankheiten geben Farmer Antibiotika ins Wasser. Dies kann sowohl bei den Farmern als auch den späteren Konsumenten zu einer gefährlichen Antibiotikaresistenz führen. Vor einigen Jahren wurden in Nordrhein-Westfalen Shrimps entdeckt, die mit dem in der Tierzucht verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol belastet waren. Chloramphenicol kann unter anderem die Bildung von roten Blutkörperchen stören und ist für den Konsumenten lebensgefährlich (10).

 

Was Sie tun können

Bitte kaufen und essen Sie keine Shrimps! Informieren Sie auch Freunde und Verwandte über die katastrophalen Folgen der Garnelenzucht für die Tiere, die Umwelt und die Menschen vor Ort.



Quellenangaben:
1: FAO (2011) & GOAL (2011): Shrimp Aquaculture by Major Producing Regions
2: GOAL 2011: Survey Shrimp Aquaculture Production by World Region: 1991 -­ 2012
3: FAO/GLOBEFISH Highlights (2/2014)
4: Magee, B. & Elwood, R. W. (2013) Shock avoidance by discrimination learning in the shore crab (Carcinus maenas) is consistent with a key criterion for pain. In: The Journal of Experimental Biology 216, 2013, S. 353-358
5: Elwood, R.W. (2012) Evidence for pain in decapod crustaceans. In: Animal Welfare, 21 (2), 23-27(5)
6: Elwood, R.W., Barr, S. & Patterson, L. (2009) Pain and stress in crustaceans? In: Applied Animal Behaviour Science, 118, 128–136
7: The EFSA Journal (2005) 292, 1-46 - Opinion on the “Aspects of the biology and
welfare of animals used for experimental and other scientific purposes”
8: Fossat, P & al. (2014) Anxiety-like behavior in crayfish is controlled by serotonin. In: Science 13 June 2014: Vol. 344 no. 6189 pp. 1293-1297
9: https://www.pro-regenwald.de/hg_wald/mangroven
10: Greenpeace Magazin 6 / 2001