Vergewaltigung und Mord: Sind Menschen, die Tierversuche durchführen, Psychophaten?

An einem Herbstmorgen im Jahr 2009 ging Annie Marie Le in ihr Labor. Fünf Tage später fand man ihre Leiche im Keller des Gebäudes. Ein Tierlabortechniker hatte sie vermutlich unter dem Vorwand, über das Reinigen der Mäusekäfige sprechen zu wollen, in das Labor gelockt und sie dann erwürgt. Er bekannte sich schuldig wegen Mordes und versuchter sexueller Nötigung und wurde zu einer Gefängnisstrafe von 44 Jahren verurteilt.


Tierquäler = Menschenmörder?

Tierversuche waren Teil des Jobs des Mörders. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Gewalt, die er Tieren antat und dem Mord an einem Mitglied seiner eigenen Spezies? Ein Polizeiangestellter drückte es so aus:

„Wenn jemand einem Tier Schaden zufügt, ist die Chance hoch, dass er sich auch an einem Menschen vergreift.“


Mehrere Serienmörder wie Jeffrey Dahmer und Ted Bundy haben zuerst Tiere getötet und später Menschen.

Gewalttäter aus dem Universitätslabor

Es sind mehrere Fälle bekannt, in denen Mitarbeiter von Tierversuchslaboren kriminell wurden. Tracy McIntosh war Direktor eines Labors zur Erforschung von Kopfverletzungen an der Universität von Pennsylvania. Tieren werden dort schreckliche Dinge angetan – z.B. fügt man ihnen absichtlich Hirnschäden zu. Im Jahr 2003 wurde McIntosh verhaftet, weil er einer Frau zuerst ein Mittel, mit dem in seiner Einrichtung Ratten getötet wurden, verabreichte und sie dann vergewaltigte. In erstinstanzlicher Verurteilung sollte der Täter lediglich 23 Monate Hausarrest absitzen, weil der Richter seine „wichtige Arbeit“ einbezog. Nach einer Berufung erhielt er jedoch eine siebenjährige Gefängnisstrafe wegen sexueller Nötigung.
 
Michael Katze war Professor an der Universität von Washington. Dort infizierte er Mäuse und Affen mit dem Ebolavirus. Der Universität zufolge machte er Mitarbeiter/-innen gegenüber feindselige und drohende Bemerkungen und äußerte sich abfällig über weibliche, schwule und asiatische Angestellte. Er soll außerdem von einem Teammitglied verlangt haben, ihm eine Prostituierte zu besorgen, soll auf seinem Arbeitscomputer Pornos geschaut und zwei Angestellte sexuell belästigt haben. Reue zeigte Katze nicht: „Dieser ganze Scheiß ist mir sowas von egal“, war sein Kommentar. 2017 entließ ihn die Universität endlich.
 
Dr. Autumn Klein kollabierte im Jahr 2013 in ihrem Zuhause und starb drei Tage später. Es stellte sich heraus, dass ihr Mann ihr Zyanid verabreicht hatte. Er führte an der Universität von Pittsburgh grausame Versuche an Mäusen durch.

2017 sollen Wyndham Lathem und sein Komplize Andrew Warren Lathems Freund Trenton Cornell-Duranleau auf abscheulichste Weise erstochen haben. Lathem war Privatdozent an der Northwestern University und führte dort Seuchenexperimente an Mäusen durch. Er ließ die Tiere an der Infektion sterben, anstatt sie schmerzlos einzuschläfern.

Hengjun Chao leitete ein Versuchslabor in New York City. 2007 wurde er entlassen, weil er Mäuseexperimente verfälscht haben soll, um seine Hypothese zu beweisen. Daraufhin schoss er auf den Dekan der Hochschule, der schwere neurologische Schäden davontrug.

Altbekannte Muster

Behörden und Staatsanwaltschaften ist seit Langem bekannt, dass Tierquäler ihre grausamen Fantasien häufig später an Menschen auslassen. Tierexperimentatoren sind daran gewöhnt, andere zu quälen und straffrei auszugehen – bis ihre Taten außerhalb des Labors stattfinden.

Was Sie tun können

Setzen Sie sich mit uns zusammen für ein Ende aller Tierversuche ein – unterschreiben Sie unsere Petition an die EU.


Melden Sie Tiermissbrauch! Wenn Sie als Angestellte/-r in einem Versuchslabor Tierquälerei beobachten, treten Sie mit uns in Kontakt.

Unsere Autoren

Nadja Winter

ist Politikwissenschaftlerin, Brotliebhaberin und Hundehaareinsammlerin.