So hilft eine Körperspende, Tierversuche zu beenden

Am 2. Juni 2018 jährt sich der Tag der Organspende bereits zum 36. Mal. Organspende ist schon lange kein Nischenthema mehr, zumindest gehört hat man schon einmal von Organspendern. Aber Körperspender? Sind das nicht die Leute, die ihre körperlichen Überreste im Rahmen von Ausstellungen bewundern lassen?

Die Körperspende hat viele Facetten

Körperspender wollen vor allem wissenschaftlichen Aspekten dienen – sei es in Form von Plastination, bei der der Körper präpariert und ausgestellt wird, oder indem der tote Körper für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten bzw. für die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung gestellt wird. Was viele aber nicht wissen: Mit einer Körperspende kann man auch Tiere verschonen, für wissenschaftliche Zwecke missbraucht zu werden. Ja, Sie haben richtig gelesen: Für die Aus- und Weiterbildung von Studenten und Ärzten wird sich oftmals an lebenden Tieren bedient. So müssen Schweine beispielsweise als Operations-Modell herhalten. Auch grausame Trauma-Trainings sind Teil des traurigen Übungsalltags.

Ein Mensch ist (k)ein Tier ist (k)ein Mensch

Mediziner müssen üben – klar. Aber an Tieren, die eine vollkommen andere Physiologie als Menschen haben? Treffender als Corina Gericke, Tierärztin und Mitglied der Vereinigung Ärzte ohne Tierversuche, kann man es eigentlich kaum ausdrücken: „Ich möchte mich nicht von einem Arzt operieren lassen, der nur an Tieren geübt hat.“ Mit dem TraumaMan und anderen Trainingsmodellen, die lebensechte Körperflüssigkeiten enthalten und sogar „bluten“ können, kann man eine Vielzahl an realistischen Übungen bedienen. Und wenn‘s mal wirklich echt sein soll, ist es doch besser, vor einer echten OP ins Innere eines Menschen zu schauen, statt dem eines Schweins! Denn eines steht fest: Bei jeder Spezies sieht es innen drin einfach anders aus. Und doch sind wir alle gleich, wenn es um das Wesentliche geht, nämlich um Gefühle wie Freude, Angst, Zuneigung, Schmerz oder Leid. Deshalb ist es niemals zu rechtfertigen, wenn Tiere für unsere Zwecke missbraucht werden!

Übrigens: Wer sich Sorgen macht, durch eine Körperspende könnten gesunde Organe verschwendet werden, der kann beruhigt sein. Wenn nach dem Tod eine Organ- oder Gewebespende in Betracht kommt und ein entsprechender Spenderausweis vorliegt, hat diese Art der Spende Vorrang.

Was Sie tun können

Informieren Sie sich, entscheiden Sie sich, und machen Sie Ihre Entscheidung fest! Nach unserem Tod können wir nicht mehr mitbestimmen, aber heute haben wir alle noch die Möglichkeit, einen Entschluss zu fassen, der Tier und Mensch auch über unsere Lebenszeit hinaus dienen kann. Und auch im Alltag können wir jetzt schon tierfreundliche Entscheidungen treffen, beispielsweise indem wir tierversuchsfreie Kosmetik kaufen oder uns vegan ernähren.