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Stegelitz: Vier Verletzte bei Unfall mit Pferdekutsche – PETA fordert Kutschenverbot auf Festumzügen von Landrat Burchhardt

 
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Stand Oktober 2017
Möckern / Stuttgart, 2. Oktober 2017 – Schwerer Kutschenunfall im Landkreis Jerichower Land: Medienberichten zufolge kam es am Samstag bei einem Erntedankfest in Stegelitz zu einem folgenschweren Unfall mit einer Pferdekutsche, bei dem vier Menschen verletzt wurden. Die Tierrechtsorganisation PETA hat jetzt Landrat Steffen Burchhardt gebeten, ein Verbot von Pferdekutschen auf Festumzügen im Landkreis Jerichower Land zu prüfen – zum Schutz von Mensch und Tier. Beim Stegelitzer Erntedankfest-Umzug brachen die zwei Pferde des Gespanns aus bislang unbekannter Ursache aus. Die Tiere liefen geradeaus weiter über einen Bordstein, woraufhin die Kutsche umkippte. Zwei erwachsene Insassen sowie ein mitfahrendes Kind wurden verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Auch der Kutscher erlitt Verletzungen, konnte die Pferde aber noch beruhigen. PETA veröffentlichte Anfang 2017 die neue Pferdekutschen-Unfallchronik und warnt eindringlich vor solchen Fahrten: Bei mindestens 41 Kutschunfällen wurden 2016 insgesamt vier Menschen getötet und 61 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt. Zudem starb ein Pferd, sieben weitere Tiere trugen Verletzungen davon.
 
„Die Risiken bei Kutschfahrten sind unkontrollierbar, da Pferde Fluchttiere sind und selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten können“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Da die Gefährte weder über sichere Bremssysteme, Airbags, noch über eine Knautschzone verfügen, sind schwere Unfälle mit Kutschen vorprogrammiert. Gerade auf öffentlichen Veranstaltungen herrscht eine laute Geräuschkulisse und reges Treiben, wodurch die Pferde schnell erschreckt werden können. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten zumindest auf Festumzügen.“
 
In Rothenburg ob der Tauber wurde bereits im August 2010 das Pferdekutschenverbot für den historischen Kern der Altstadt vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt.
 
Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten zudem natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Weitere Informationen:
PETA.de/Pferdekutschen
PETA.de/Pferdekutschenunfälle

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de