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Streit um letzten Schimpansen im Zirkus – PETA gewinnt Prozess gegen Circus Belly

 
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Stand Juni 2013
Lüneburg / Gerlingen, 18. Juni 2013 – Artwidrige Einzelhaltung und ein mangelhaftes Gehege: Seit über einem Jahr macht PETA Deutschland e.V. auf die tierquälerische Haltung von Robby aufmerksam, der bei Circus Belly die meiste Zeit seines Lebens in einem ca. 11 Quadratmeter kleinen Zirkusanhänger verbringt. Der letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus war nun Anlass für eine juristische Auseinandersetzung vor dem Landgericht Lüneburg, die die Tierrechtsorganisation für sich entscheiden konnte. Klaus Köhler vom Circus Belly wollte PETA u. a. untersagen lassen, bezüglich Robby von „einer extrem tierquälerischen Haltung“ und einem mehrfachen Verstoß „gegen diverse Tierschutzrichtlinien“ zu sprechen. Nach einem Gerichtstermin Anfang Mai fällte das Landgericht Lüneburg jetzt ein Urteil und wies die Klage von Klaus Köhler als unbegründet ab (Az. 4 O 175/12). Klaus Köhler weigerte sich zudem, dem Gericht wichtige Unterlagen vorzulegen, wie etwa die nötige Genehmigung nach § 11 des Tierschutzgesetzes zur Haltung von Robby bei Circus Belly. PETA sieht sich in der Forderung bestätigt, den ca. 38 Jahre alten Robby aus der tierschutzwidrigen Haltung zu retten und durch die Veterinärbehörden beschlagnahmen zu lassen. In der renommierten Rehabilitationseinrichtung für verhaltensgestörte Schimpansen AAP in den Niederlanden steht ein Platz für ihn bereit.

„Jahrelang haben die Veterinärbehörden, insbesondere das federführende Kreisveterinäramt Celle, nichts gegen die tierschutzwidrige Haltung von Robby unternommen“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Spätestens durch dieses Urteil sehen wir die Behörden nun in der Pflicht, der Tierquälerei endlich ein Ende zu bereiten.“

Eine Einzelhaltung von Schimpansen ist grundsätzlich nicht gestattet, ebenso wenig wie die Haltung der intelligenten Menschenaffen im Zirkus. Die Schimpansen-Experten der AAP haben Circus Belly bereits schriftlich gebeten, Robby abzugeben. Nach vielen Jahren voller Qualen und Entbehrungen im Zirkusbetrieb ist eine Überführung in die niederländische Auffang- und Rehabilitationseinrichtung die beste Möglichkeit, das Wohlergehen des Schimpansen zu sichern. Auch nach einem Leben im Zirkus hat er dort die Chance, endlich wieder ein Schimpanse sein zu dürfen.

Mit über 22.000 E-Mails haben Tierfreunde aus ganz Deutschland in einer Online-Petition an das Heimat-Veterinäramt des Zirkus im Landkreis Celle appelliert, Robby aus den untragbaren Zirkus-Verhältnissen zu befreien. Doch die Behörde verweigert selbst die Umsetzung der fast 15 Jahre alten Mindestvorgaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Tierquälerische Haltung: Schimpanse Robby bei Circus Belly / © PETA

Die Bilder sind auf Anfrage in höherer Auflösung erhältlich.

Weitere Informationen:
PETA.de/RettetRobby
PETA.de/Zirkus
PETA.de/Schimpansen


Kontakt:
Judith Stich, 030 68326660-4, JudithS@peta.de