Studie: Hohes Erkrankungsrisiko für Kinder bei Kauf von Meerschweinchen im Zoohandel / Über 90 Prozent der Tiere mit übertragbarem Hautpilz befallen

Berlin / Stuttgart, 21. Dezember 2017 – An Weihnachten kein Tierleid unterstützen: In einer Studie der Charité-Universitätsmedizin Berlin wurden Meerschweinchen aus 15 verschiedenen Zoogeschäften untersucht. Das Ergebnis: 55 der 59 getesteten Tiere litten unter dem hochansteckenden Hautpilz „Trichophyton benhamiae“, der sich auch auf Menschen überträgt. „Bei Meerschweinchen, die in Zoohandlungen erworben werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie Träger des Erregers sind, der durch Körperkontakt auf den Menschen übertragen werden kann, sehr hoch“, so die Autoren der Studie. Deshalb appelliert die Tierrechtsorganisation PETA insbesondere vor Weihnachten, keine Tiere zu verschenken.
 
„Da nahezu alle der Meerschweinchen aus Zoohandlungen mit dem Hautpilz infiziert sind, besteht für die beschenkten Kinder eine große Gefahr, selbst daran zu erkranken“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke, sondern Lebewesen, die aufzunehmen eine langfristige und verantwortungsvolle Aufgabe bedeutet.“
 
In vielen Fällen macht sich der Hautpilz bei Tieren erst spät bemerkbar und ist mit bloßem Auge schwer zu erkennen. Zunächst zeigen sich Hautrötungen unter Ringbildung, in der Folge bilden sich kleine haarlose Stellen. Wird die Infektion nicht behandelt, kann es im weiteren Verlauf zu schweren Entzündungsprozessen kommen. Bei Kindern äußert sich die Pilzerkrankung meist durch rote, runde Pusteln oder Papeln – häufig in der Kopfregion.
 
Die untersuchten Meerschweinchen stammen aus großen und kleinen Zoohandlungen in Berlin. Eine PETA-Veröffentlichung zeigte 2015, dass der Großteil der Säuger im Kleintierhandel aus Massenzuchtanlagen in Deutschland und den Niederlanden stammt. Dort werden sie wie Ware für den deutschen Handel „produziert“ und vegetieren in ihren eigenen Fäkalien vor sich hin, dicht an dicht gedrängt in engen Käfigen oder Plastikboxen. Der permanente Stress und die mangelnde Hygiene in den Zuchtanlagen haben häufig Verhaltensstörungen, Krankheiten und den Tod der Tiere zur Folge.
 
Besonders zur Weihnachtszeit floriert der Handel mit Kleintieren. Aus ethischer Sicht gibt es keine verantwortungsvolle Zucht, denn jedes gezüchtete Tier nimmt einem Tier im Heim die Chance auf ein neues Zuhause. PETA appelliert daher an alle Menschen, tierische Mitbewohner ausschließlich zu adoptieren und nicht bei Züchtern oder in Zoohandlungen zu kaufen. Die Entscheidung für ein Tier sollte immer wohlüberlegt sein – von allen Familienmitgliedern. Jährlich werden alleine in Deutschland etwa 300.000 Tiere in Tierheimen abgegeben oder ausgesetzt – insbesondere nach dem Weihnachtsfest. In der Folge sind diese überfüllt und können die Überpopulationen nur schwer bewältigen.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Heimtierhandel
 
Quellen:
[1] Dermatophyten und Meerschweinchen. Der Hautarzt-Oktober 2017: https://link.springer.com/article/10.1007/s00105-017-4009-1, letzter Zugriff: 18.12.2017.

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de