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Stuttgarter Wilhelma hat Nachzuchtpläne für bedrohte Asiatische Löwen

 
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PETA: „Zoo soll Löwen aus Zirkusbetrieben aufnehmen – Auswilderung der Tiere nicht möglich“

Stand Dezember 2017
Stuttgart, 29. Dezember 2017 – In diesem Jahr sind die jungen Asiatischen Löwenmännchen Shapur und Kajal in das Raubtierhaus der Stuttgarter Wilhelma eingezogen – Zoodirektor Thomas Kölpin soll bereits die Zucht mit der Tierart planen. PETA kritisiert Kölpins Vorhaben scharf. Im Zoo geborene Löwen oder Tiger können nicht ausgewildert werden, da sie in Gefangenschaft nicht lernen, in der Natur selbstständig zu überleben. Mit der Zucht und Haltung der Tiere leisten Zoos keinen Beitrag zum Artenschutz. Vielmehr weisen Großkatzen in Zoos typische Anzeichen für Verhaltensstörungen auf. Hinzu kommt, dass die meisten Asiatischen Löwen in Zoos miteinander verwandt sind und Nachkommen inzuchtbedingt meist innerhalb der ersten Wochen sterben. Statt Löwen nachzuzüchten, sollte der Zoo künftig Großkatzen aus Zirkusbetrieben aufnehmen und ihnen damit ein neues Zuhause bieten. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass die Aufnahme geretteter Löwen dem Zoo Sympathien und gesteigertes Besucherinteresse einbringen würde. 

„Zoos züchten ständig Löwen nach, die jedoch verhaltensbedingt nicht ausgewildert werden können. Gleichzeitig warten Dutzende dieser majestätischen Tiere in Zirkusbetrieben auf ihre Rettung“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Daher appelliert PETA an die Verantwortlichen, die Tore der Wilhelma ausschließlich für Not leidende Großkatzen aus dem Zirkus zu öffnen.“
 
Die wenigen von Tierschutzorganisationen betriebenen Auffangstationen für Großkatzen in Deutschland und in der EU sind längst überfüllt. Es werden dringend Plätze für hilfsbedürftige Großkatzen – auch aus Privathaltung – gesucht.  Allein in deutschen Wanderzirkussen warten etwa 150 bis 200 Löwen und Tiger auf ihre Rettung. Dort leiden die Tiere unter der Haltung in engen Käfigwagen und der Dressur mit der Peitsche. Veterinärbehörden vermeiden dringend erforderliche Beschlagnahmungen, da für Großkatzen nicht genügend adäquate Auffangmöglichkeiten zur Verfügung stehen.
 
Wissenschaftler kritisieren die Nachzucht mit Asiatischen Löwen in europäischen Zoos scharf. Einer Untersuchung zufolge überlebten rund zwei Drittel des Löwennachwuchses im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP die ersten Wochen nicht. Die meisten Tiere mussten wegen inzuchtbedingter Krankheiten eingeschläfert werden oder waren nicht lebensfähig. Grund dafür ist die mangelnde genetische Vielfalt der in Zoos gehaltenen Tiere. Dr. Paul O‘Donoghue von der Universität Chester (GB) sagt dazu: „Dies zeigt, dass das Konzept, Zoos wären Werkzeuge für den Artenschutzwerk, komplett falsch ist. Die Untersuchung sprengt diese Annahme.“ [1]
 
In Gefangenschaft geborene Großkatzen können nicht ausgewildert werden, daher trägt die Haltung der Tiere in Zoos nicht zum Artenschutz bei. PETA setzt sich dafür ein, dass Großkatzen wie Tiger, Löwen und Leoparden – außer in Auffangstationen – nicht mehr in Gefangenschaft gehalten werden dürfen. Die vielen Millionen Euro an Steuergeldern, die derzeit für die Aufrechterhaltung der Zoobetriebe aufgebracht werden, sollten stattdessen  in konkrete Projekte zum Schutz der letzten natürlichen Lebensräume der Tiere fließen.

[1] Dailymail (2017): London Zoo lion family is so inbred that two out three cubs are dying. Online abrufbar unter: www.dailymail.co.uk/news/article-5216207/London-Zoo-lions-inbred-two-three-cubs-dying.html.

 
Weitere Informationen
PETA.de/Zirkus
PETA.de/Zoo

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de