Nur einen Schritt vom Tod entfernt – Taras Geschichte

Huendin Tara

Taras Geschichte lässt uns bis heute das Blut in den Adern gefrieren – denn das Leben der Hündin stand sprichwörtlich auf der Kippe. Wir fanden Tara beim Besuch eines städtischen Tierheims in Rumänien im Dezember letzten Jahres vor. Der Mensch, den sie von ganzem Herzen liebte und der sie einst bei sich aufgenommen hatte, hatte sie an diesem grausamen Ort abgegeben. Wir wissen nicht, wie lange sie schon dort litt, aber die Hündin war bereits mehr tot als lebendig.

Huendin Tara im Tierheim

Allein in einem rostigen Drahtkäfig

Tara lag in ihrem Zwinger, an ihrem Kopf klaffte eine Bisswunde. Ein Tierheimpfleger zerrte sie am Nacken aus dem rostigen, eiskalten Zwinger und warf sie in einen kleinen Drahtkäfig. Hier sollte sie sich alleine „erholen“.  

„Was ist mit ihr?“, fragte unser Team von PETA HELPS ROMANIA, denn wir bemerkten, dass die Hündin nicht stehen konnte und mit dem Kopf gegen das Metallgitter schlug. „Keine Ahnung, wahrscheinlich hat sie Angst vor den Böllern, die man hier überall hört“, war die Antwort der Tierheimmitarbeiter.

Auf Messers Schneide

Wir brachten es nicht fertig, die arme Tara zurückzulassen – zu stark war ihr Kampf gegen den Tod, zu groß ihre Angst, an diesem Ort alleine zu sterben. Also setzten wir sie ins Auto und fuhren umgehend zur Tierarztpraxis. Taras Zustand war lebensbedrohlich! Die Hündin war so unterkühlt, dass ihre Temperatur auf dem Thermometer nicht einmal angezeigt wurde. Ihr Körper war ein einziges Skelett. Wie lange hatte Tara wohl an diesem grausamen Ort gelitten?
 
Huendin Tara im Käfig
Zwei Wochen lang kämpfte die tapfere Hündin entschlossen um ihr Leben – und wir bangten und kämpften mit ihr. Und dann kam der Erfolg! Mit unendlicher Erleichterung sahen wir, dass Tara nach und nach den Sprung zurück ins Leben schaffte. Endlich konnten wir ihr zeigen, dass es auf dieser Welt auch so viel Schönes und so viel Liebe gibt.
 
Huendin Tara liegt auf dem Sofa

Es geht aufwärts!

Tara erwiderte die Liebe unseres Teams mit größter Dankbarkeit und dem bedingungslosem Vertrauen, das Hunde uns Menschen schenken können. Sie zeigte es mit ihrem Blick, der um Liebe und Zuneigung bettelte, und ihrem unglaublich kraftvollen Körper, der von Tag zu Tag mehr an Gewicht zunahm. Wenn man ihren mächtigen Körperbau sieht, könnte man denken, Tara sei ein guter Wachhund – doch ganz gleich, wer die Tür öffnet: Tara springt jedem Menschen vor lauter Glück einfach in die Arme.

Schlafen, essen, spazieren gehen

So kam es, dass Tara nun tagsüber und nachts wichtige „Büroarbeit“ erledigt: Sie sitzt im Sessel, schläft, isst, geht Gassi ... und lässt sich vom ganzen Team verwöhnen. Sie sucht Kontakt zu allen Menschen, legt ihren Kopf auf deren Knie. Und wenn dort gerade kein Platz für sie ist, stützt sie ihren Kopf auf die Stuhllehne, schaut dich lange an und lässt dich nicht aus den Augen, um dir zu zeigen, wie sehr sie dich liebt und wie gerne sie gestreichelt werden möchte. Wir können ihr diesen Wunsch meist nicht ausschlagen, und so begleitet Tara uns überallhin – selbst, wenn wir nur in den nächsten Raum gehen, um andere Tiere zu behandeln.
 
Huendin Tara legt ihren Kopf aufs Knie

Traumatische Erlebnisse

Tara erzählt uns jeden Tag die Geschichte ihres leiderfüllten Lebens – von ihrer Zeit als liebevolle Hundemutter, der immer wieder die Welpen weggenommen wurden; von den schmerzhaften Wunden, die auf ihrem mageren Körper tiefe Spuren hinterlassen haben; von ihrer Liebe zu den Menschen und ihrer Freude, mit Kindern zu spielen; von ihrem Herzenswunsch, ein sicheres und beschütztes Leben zu führen. Wir haben Tara versprochen, dass sie so lange bei uns bleiben darf, bis ein guter Mensch kommt und sie zu sich nimmt; jemand, der sie mit Liebe und Respekt behandelt. „So lange, bis der Beste kommt und dich adoptiert“, flüsterten wir ihr ins Ohr.

Jetzt schläft Tara tief und selig – und träumt von ihrem neuen Menschen, von dem „Besten“, den wir ihr versprochen haben.

Was Sie tun können

Rumänien ist das Land mit den meisten heimatlosen Hunden in ganz Europa. Tausende von ihnen werden Jahr für Jahr von Hundefängern gefangen und in städtischen Tierheimen und Tötungsstationen untergebracht. Um dieses Leid zu verringern, haben wir gemeinsam mit unserem Partner Eduxanima ein großes Kastrations- und Bildungsprogramm vor Ort ins Leben gerufen.

Mit einer mobilen Kastrationskampagne können wir jedes Jahr über 8.000 Tieren helfen. Mithilfe von Kastration und Registrierung sorgen wir für eine nachhaltige Populationskontrolle von Hunden und Katzen. Durch Spenden von Laufleinen und Nahrung und mit medizinischer Versorgung hilft unser Team Hunden, die auf der Straße leben und jenen, die zwar ein Zuhause haben, aber im Freien gehalten werden. Kinder lernen im Tierschutzunterricht an Schulen, wie wichtig es ist, Mitgefühl und Empathie für ALLE Lebewesen zu entwickeln. Durch Gespräche mit Politikern und lokalen Bürgermeistern wird die Kampagne auf viele weitere Orte in Rumänien ausgeweitet, denn nur so lässt sich das Leid tausender Tiere langfristig verringern. Wo immer Hilfe benötigt wird, helfen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Kräften.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir das Kastrationsprojekt in Rumänien weiter ausbauen können.

Unsere Autoren

PETA Team

Unsere Blogbeiträge zu den Themenbereichen Tierrechte und Veganes Leben werden von Mitarbeitern von PETA Deutschland und externen Co-Autoren verfasst.