Termineinladung: „Hört auf, uns zu quälen“ – PETA-Tiere protestieren am Mittwoch anlässlich des Deutschen Bauerntags gegen anhaltende Tierquälerei in Ställen

Schkeuditz / Stuttgart, 24. Juni 2019 – Tiere lehnen sich auf: Anlässlich des Deutschen Bauerntags fordert PETA mit Aktivisten, die als Kuh, Schwein, Huhn und Schaf verkleidet sind, einen Wandel in der Agrarwirtschaft. Plakate mit den Aussagen „Hört auf, uns zu quälen“ und „Ich bin jemand, nicht etwas“ erinnern bei der Tagung an die Millionen Tiere, die tagtäglich für Fleisch, Milch und Eier in enge Ställe gepfercht, bis zum letzten Atemzug ausgebeutet und anschließend im Schlachthaus getötet werden. Da die meisten Tierquälereien gesetzlich erlaubt sind, findet der Protest vor dem abendlichen Sektempfang unter Anwesenheit von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt statt. Die Tierschützer appellieren am Mittwoch ab 18 Uhr vor dem Globana Trade Center in Schkeuditz an die Politiker und an den gesamten Bauernverband, auf die bio-vegane Landwirtschaft umzusteigen.
 
„Wir geben den Tieren eine Stimme, damit die Quälerei in den Ställen und Schlachthöfen beendet wird. Jedes Tier ist ein Individuum, das Ängste und Bedürfnisse hat. Das Quälen und Töten muss aufhören“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Angesichts gravierender Umweltprobleme, an der die Tierwirtschaft einen bedeutenden Anteil hat, ist es auch im Interesse von uns Menschen, einen Wandel hin zu einer pflanzlichen Ernährung einzuläuten.“
 
Das Leid der Tiere in der Ernährungsindustrie
Allein in deutschen Schlachthäusern werden jedes Jahr über 800 Millionen fühlende Lebewesen für die Fleischproduktion getötet. Schweinen werden in den ersten Lebenstagen meist ohne Narkose die Ringelschwänze abgeschnitten, die Eckzähne abgeschliffen und männlichen Ferkeln weiterhin ohne Betäubung die Hoden herausgerissen. Die Tiere fristen ihr kurzes Dasein anschließend dicht an dicht gedrängt auf harten Spaltenböden, die häufig zu Gelenkschäden führen. Kälbern werden mit mehreren hundert Grad heißen Stäben die Hornansätze ausgebrannt – dies geschieht meist ohne Betäubung. Hühner, die für Ernährungszwecke aufgezogen werden, werden gewöhnlich mit mehr als 25.000 Artgenossen in Hallen gesperrt, in denen sie auf ihren eigenen Exkrementen ausharren müssen.
 
Während der Transporte zum Schlachthof sind die angsterfüllten Tiere oftmals extremen Temperaturen ausgesetzt und haben nicht ausreichend Futter und Wasser zur Verfügung. Häufig trampeln sich die Tiere gegenseitig tot oder verletzen sich, doch auch an der tierärztlichen Versorgung mangelt es. Im Schlachthaus sind Fehlbetäubungen keine Seltenheit, sodass Rinder, Schweine und Hühner oftmals bei Bewusstsein getötet werden. Der Bundesregierung zufolge sind je nach Vorgehensweise über neun Prozent der Rinder und bis zu 12,5 Prozent der Schweine nicht vollständig betäubt, wenn Arbeiter sie an einem Bein aufhängen und ihnen kopfüber die Kehle durchtrennen [1]. In absoluten Zahlen sind dies jährlich weit über 300.000 Rinder und bis zu 7,5 Millionen Schweine – die Dunkelziffer liegt nach Schätzungen von PETA weitaus höher.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Details zur Aktion:
 
Datum: Mittwoch, 26. Juni 2019
Uhrzeit: 18:00–19:00 Uhr
Ort: vor dem Eingang des Globana Trade Center Leipzig/Halle, Münchener Ring 2, 04435 Schkeuditz
 
[1] Deutscher Bundestag, Drucksache 17/10021: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bärbel Höhn, Friedrich Ostendorff, Undine Kurth (Quedlinburg), weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/9824 – „Tierschutz bei der Tötung von Schlachttieren“.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Bio-Vegane-Landwirtschaft
Veganstart.de
 
Kontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]