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Termineinladung: PETA fordert Eli Lilly mit Protest vor Firmensitz in Bad Homburg auf, tierquälerischen „Forced Swim Test“ aus Firmenpolitik zu verbannen

Experiment zwingt Kleintiere, gegen das Ertrinken anzuschwimmen
 
Bad Homburg / Stuttgart, 2. Oktober 2020 – PETA demonstriert am Dienstag ab 14:30 Uhr mit als Mäusen verkleideten Tierfreunden vor der Lilly-Pharma-Zentrale in Bad Homburg. Denn obwohl die Tierrechtsorganisation den Pharmakonzern über die Tierquälerei und Unzuverlässigkeit des „Forced Swim Test“ informiert hat, weigert sich Eli Lilly bislang, zuzusichern, künftig von dem Experiment abzusehen. Dabei werden Mäuse und andere Kleintiere in ausgangslose Wasserbehälter gesteckt und müssen gegen das Ertrinken anschwimmen. 14 Unternehmen – darunter sechs der 20 größten Pharmaunternehmen weltweit – haben den Test nach Gesprächen mit der Tierrechtsorganisation bereits aus ihrer Firmenpolitik verbannt. Mit der Protestaktion fordert PETA das Unternehmen auf, dem Beispiel von Firmen wie Boehringer Ingelheim und Bayer zu folgen und den früher als „Verhaltenstest über Hoffnungslosigkeit“ bekannten Tierversuch nie wieder durchzuführen oder zu finanzieren.
 
„Für das Experiment aus der Depressionsforschung verabreichen ‚Forscher‘ Kleintieren wie Mäusen, Ratten oder Hamstern eine Testsubstanz und beobachten anschließend, wie sie panisch versuchen, aus dem Wasserbehälter zu entkommen und sich irgendwann nur noch treiben lassen. Fakt ist: Beinahe zu ertrinken, hat nichts mit einer Depression zu tun! Wir fordern Eli Lilly auf, den grausamen Test endlich aus seiner Firmenpolitik zu verbannen“, so  Jens Vogt, Aktionskoordinator bei PETA.
 
Laut dem Unternehmen wird das Experiment derzeit nicht durchgeführt – dennoch weigert sich der Konzern, PETA zuzusichern, dass er den Test auch künftig nicht mehr anwenden oder finanzieren wird. Eli Lilly hat in diesen Versuchen bereits über 3.400 Mäuse und Ratten gequält – und nicht ein einziges neu zugelassenes Medikament gegen Depressionen wurde dadurch hervorgebracht.
 
Effektivere, tierfreie Forschungsmethoden vorhanden
Einige „Wissenschaftler“ betrachten das Treibenlassen der erschöpften Tiere während des Forced Swim Test als vergleichbar mit einer Depression, andere als Überlebensstrategie. Vogt kritisiert: „Selbst ein Münzwurf ist aussagekräftiger als dieses Experiment. Die Depressionsforschung muss sich dringend auf die Weiterentwicklung der bereits verwendeten und für den Menschen relevanten Methoden konzentrieren.“ Dazu zählen beispielsweise Computermodelle der neurologischen Vorgänge bei Depressionen und In-vitro-Modelle des menschlichen Gehirns. PETA weist darauf hin, dass es zahlreiche Beispiele erfolgreicher, humanrelevanter Methoden in der Depressionsforschung gibt, so etwa Organoide mit menschlichen Nervenzellen. Die Tierrechtsorganisation fordert, dass die finanziellen Mittel, die bis dato für Tierversuche wie den Forced Swim Test verschwendet wurden, stattdessen in moderne und effektivere Methoden sowie Präventionsmaßnahmen fließen.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Details zur Aktion:
 
Datum: Dienstag, 6. Oktober 2020
Uhrzeit: 14:30 – 15:00 Uhr
Ort: Werner-Reimers-Str. 2, 61352 Bad Homburg
Kontakt vor Ort: Jens Vogt (den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Forced-Swim-Test
PETA.de/Themen/Tierversuche
 
Pressekontakt:
Julia Zhorzel, +49 711 860591-536, [email protected]