Canada Goose: Tierqual bei ehemaligem Daunenlieferanten

Update vom 15. Oktober 2021

Nach jahrelangem Druck von PETA Deutschland, unseren internationalen Partnerorganisationen und Graswurzelaktiven auf der ganzen Welt hat Canada Goose bekanntgegeben, den Verkauf von Pelz bis Ende 2022 einzustellen. Das ist ein großartiger Schritt in die richtige Richtung. Allerdings werden nach wie vor unzählige Vögel gewaltsam getötet, bevor ihre Federn in die Jacken von Canada Goose gestopft werden.

Vor diesem Hintergrund haben PETA-Organisationen die Kampagne gegen das Unternehmen auf Eis gelegt, während wir im Hintergrund weiter daran arbeiten, dass Canada Goose auch die Verwendung von Daunen beendet.

Bitte nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um mehr über den Augenzeugenbericht von PETA USA bei einem ehemaligen Daunenlieferanten von Canada Goose zu erfahren, und finden Sie heraus, wie Sie den unzähligen Vögeln helfen können, die immer noch in der Daunenindustrie leiden.

Originaltext vom 21. Juni 2021

Das immense Leid, das mit der „Produktion“ von Daunen verbunden ist, darf nicht vergessen werden: Wie ein Augenzeugenbericht von PETA USA aufzeigt, wurden bei einem ehemaligen Zulieferer von Canada Goose zahllose Gänse unsäglich gequält, damit Canada Goose mit Daunen befüllte Jacken verkaufen kann.

Augenzeuge von PETA USA enthüllt Tierquälerei

Ein Augenzeugenbericht von PETA USA hat das Tierleid bei einem ehemaligen Daunenzulieferer von Canada Goose namens James Valley Colony Farms (JVC) in allen Einzelheiten aufgedeckt. Aufnahmen zeigen Arbeiter, die panische Gänse aufsammeln, indem sie die Tiere am Hals packen und wegzerren. Die in der Luft baumelden Gänse kämpfen und wehren sich mit ihrem gesamten Körpergewicht, doch sie werden in völlig überfüllte Transportboxen gesteckt und zum Schlachthof transportiert.

Die Fahrt von der Farm zum Schlachthof über die Autobahn dauerte mehr als fünf Stunden. Einige Gänse mussten in den kotverschmierten Käfigen sogar bis zu 24 Stunden ohne Nahrung und Wasser ausharren. Am Schlachthof angekommen, mussten die völlig verängstigten Gänse mit ansehen, wie ihre Artgenossen direkt vor ihren Augen kopfüber an den Füßen aufgehängt und getötet wurden – bis sie schließlich selbst an der Reihe waren.

Viele Gaense in engem Gehege
Eine Recherche bei einem Daunenlieferanten von Canada Goose zeigt erschreckende Missstände.

Canada Goose betont, von diesem Betrieb keine Federn mehr bezogen zu haben, als die Aufnahmen entstanden. Doch ein Video, das auf der Canada-Goose-Website zur „Rückverfolgbarkeit“ von Daunen sowie auf YouTube zu sehen war, präsentierte JVCs Behauptungen, sich liebevoll um alle Gänse zu kümmern. Die Aufnahmen von JVC gehörten bis 2019 zu den Werbemitteln von Canada Goose – also noch lange nach der Veröffentlichung von PETA USA.

Im Grunde spielt es keine Rolle, woher welche Federn stammten: Es gibt schlichtweg keine ethisch produzierte Daunen – ganz gleich, was Canada Goose behauptet. Alle in dieser Industrie ausgebeuteten Vögel werden auf gewaltsame Weise getötet. Canada Goose behauptet gegenüber Verbraucher:innen, das Unternehmen würde sich „für die ethische Beschaffung und verantwortungsvolle Verwendung von Daunen“ engagieren. Diese Aussage ist bestenfalls irreführend, denn alle Daunen stammen von empfindungsfähigen Vögeln, die nicht getötet werden wollten.

Sie schnappen nach Luft und schreien vor Angst

Um die Gänse vor dem Transport zum Schlachthof schneller einsammeln zu können, wurden sie in kleine Drahtpferche getrieben. Die Tiere gerieten darin in Panik und trampelten sich gegenseitig zu Boden. Die untenliegenden Gänse wurden erdrückt. Mindestens ein Tier starb und ein Arbeiter warf den toten Vogel über den Zaun. 

Viele Gaense in einem Korb eingequetscht
Die verzweifelten Gänse kletterten aus Panik und Angst übereinander. Einige bekamen keine Luft mehr.

Am Hals herausgezerrt und getragen

Als die Gänse in den Pferchen waren, fingen die Arbeiter an, sie am Hals herauszuziehen. Oft griffen sie sich zwei Gänse mit einer Hand. Dann steckten sie die schreienden, panisch mit den Flügeln schlagenden Tiere in die Transportkisten. Ein Arbeiter stellte sich wiederholt auf einige Tiere, um gleichzeitig nach weiteren Gänsen zu greifen. Die Tiere wurden mit solch einer Wucht in die Kisten geschmettert, dass man die Käfige in dem Video scheppern hört. 

Personen verladen Gaense in Metallkaefige
Die Gänse wurden in diese winzigen Metallboxen geschmettert.

Bis zu 24 Stunden in enge Käfige eingepfercht 

Die Käfige, in die man die Vögel pferchte, waren so klein, dass die Tiere nicht einmal im Sitzen ihren Kopf ausstrecken konnten. Ein Tierarzt sah sich die Videoaufnahmen an und sagte: „Über einen längeren Zeitraum in diese kleinen Käfige gesperrt zu sein, führt zu schmerzhaften Muskelkrämpfen, unnötigem Stress und macht die verängstigen Vögel anfällig für Verletzungen.“ Die Fahrt über den Highway zum Schlachthof dauerte über fünf Stunden. Danach ließ man einige Gänse noch einmal bis zu 24 Stunden ohne Nahrung oder Wasser in den kotverschmierten Käfigen. 

Gaense in engen Metallboxen eingepfercht
In qualvoller Enge mussten die Tiere 24 Stunden ohne Wasser und Futter ausharren.

Voller Panik sehen sie, wie ihre Artgenossen aufgehängt und getötet werden

Es geht in dem Enthüllungsbericht um einen ehemaligen Zulieferer von Canada Goose namens James Valley Colony Farms. Diese Firma verschickt Gänse an den größten Gänseschlachthof in Nordamerika: Schiltz Foods in South Dakota. Die Fahrt dorthin dauert über fünf Stunden, die die Tiere oft in eisigen Temperaturen ertragen mussten.

Nachdem die Gänse abgeladen wurden, mussten sie voller Angst dabei zusehen, wie andere verängstigte Vögel wieder am Hals gepackt, betäubt, kopfüber an den Beinen aufgehängt und direkt vor ihren Augen getötet wurden, indem ihnen Arbeiter die Kehle durchschnitten. Dann waren sie an der Reihe.

Gruppe Gaensen steht neben der Schlachtung von anderen Gaensen
Im Schlachthaus mussten die verängstigten Tiere mit ansehen, wie andere Gänse getötet wurden.

Ausbluten bei vollem Bewusstsein

Ein Beobachter von PETA USA sah, dass einige Vögel noch während sie ausbluteten mit den Flügeln schlugen und ihren Kopf bewegten. Ein Tierarzt schaute sich die Videoaufnahmen an und glaubt, dass diese Vögel „Anzeichen darauf zeigten, bei Bewusstsein und empfindsam zu sein“. Das bedeutet, dass die Vögel noch wach gewesen wären, als sie nach Luft rangen, erstickten oder an Blutverlust oder dem Schock starben – „ein extrem schmerzhafter und angstauslösender Zustand“, so der Tierarzt.

Schlachter schneidet Gaensen die Kehle durch
Einige Gänse waren noch bei Bewusstsein während sie ausbluteten.

Warum haben sie „rote Ellbogen“?

Ein Beobachter von PETA USA dokumentierte, dass rund die Hälfte der Vögel des Zulieferers von Canada Goose zum Zeitpunkt der Schlachtung Blutergüsse an den Flügeln hatten. Manche hatten sogar Knochenbrüche oder ausgerenkte Gelenke. Als der Beobachter fragte, warum die Vögel „rote Ellbogen“ hätten, antwortete ihm ein Vorgesetzter im Schlachthof, diese entstünden „wenn man sie in die Käfige packt“.

Roter Bluterguss bei einer geschlachteten Gans
Durch das brutale Verladen in Metallboxen erlitten viele Tiere große Blutergüsse.

Beschwerde gegen Canada Goose

PETA USA hatte bei der Bundeshandelskommission der USA (FTC) eine Beschwerde gegen Canada Goose mit der Begründung eingereicht, dass das Unternehmen Verbraucher:innen in Bezug auf das Wohl der für seine Daunenprodukte ausgebeuteten Gänse täuscht. Nach einer Untersuchung durch die FTC behauptet Canada Goose nun nicht länger, seine Standards würden den Missbrauch von Tieren in den Zulieferbetrieben verhindern.

Dennoch werden Menschen nach wie vor in die Irre geführt, denn Canada Goose verbirgt die unvermeidliche Tierquälerei, die überall dort stattfindet, wo Tiere zur Herstellung von Jacken getötet werden.

Was Sie tun können

Fordern Sie Canada Goose auf, ab sofort keine Daunen mehr zu verkaufen. Teilen Sie dem Unternehmen mit, dass Sie bis dahin nichts bei ihm kaufen werden. Wir verfügen heute über so viele tierfreundliche, warme Materialien – z.B. Kapok, PrimaLoft, Thinsulate, ThermoBall und Plumtech – dass es keine Ausrede mehr für die Nutzung von Daunen gibt.