Stress und Totgeburten: Das Leid der Delfine und Orcas bei SeaWorld

Hunderte Delfine, darunter auch Orcas (Schwertwale), starben bereits in Meeresparks wie SeaWorld einen Tod in Gefangenschaft – oft nach vielen Jahren des Leidens. Für viele der eingesperrten Tiere bedeutet dieses Leben ein trauriges Dasein voller Entbehrungen. Auch TUI springt als Deutschlands größter Reiseveranstalter mit dem Ticketverkauf auf diesen Leidenszug auf, um für sich Profite herauszuschlagen.

Die Geschichten der Delfine Bossa, Lily und Puka sowie die Leben der Orcas Tilikum, Shamu und Kayla zeigen ein trauriges Muster. SeaWorld hat zwar inzwischen die Zucht der Orcas eingestellt, aber das reicht nicht. PETA fordert ein Ende der Zucht und Gefangenhaltung aller Delfine und Wale und die Überführung der Tiere an Sanctuarys, wo sie artgerechter und selbstbestimmter leben könnten. Auch die TUI AG muss ihren Kurs dringend ändern und darf das Tierleid nicht länger unterstützen.

Delfine und Wale als Requisiten behandelt und sexuell missbraucht

Auch wenn die Zucht der Orcas eingestellt wurde, so werden in SeaWorld-Parks noch immer Delfine und Wale gezüchtet. Unterlagen zeigen, dass die Tiere mit Psychopharmaka sediert und festgehalten werden. Die in Gefangenschaft geborenen Tiere werden ihre Betonbecken nie verlassen können, die Welt im Ozean bleibt ihnen für immer fremd. Im Meer leben Delfine in komplexen und teils großen sozialen Gruppen, wählen ihre Partner selbst aus, schwimmen frei und tauchen tief im endlosen Ozean. Bei SeaWorld werden sie jedoch wie Zirkusrequisiten behandelt und sexuell missbraucht.

Delfine im Meer
Im Meer führen Delfine ein selbstbestimmtes Leben.

Durch den Stress, in einem viel zu kleinen Becken eingesperrt zu sein, natürliche Verhaltensweisen nicht ausleben zu können und für Zuchtzwecke künstlich besamt zu werden, werden Delfine oft körperlich und psychisch krank. Obgleich es in Gefangenschaft häufig Fehl- oder Totgeburten gibt, wird die Zucht fortgesetzt. Wie grausam ein Leben in Gefangenschaft in Meeresparks wie SeaWorld für Delfine wirklich ist, zeigen die Geschichten der Delfine Bossa, Lily, Puka und ihren toten Babys.

Delfin Lily wurde der Freiheit entrissen und für die Zucht missbraucht

Delfindame Lily kam in Freiheit zur Welt, bevor Tierhändler sie 1983 ihrer Familie und Heimat entrissen. Zunächst wurde Lily zwischen verschiedenen Aquarien herumgereicht. 1992 landete sie bei SeaWorld Orlando und wurde 2016 nach Discovery Cove gebracht, ein zur SeaWorld-Gruppe gehörender Park. Während ihrer mehr als 20-jährigen Haft brachte Lily sechs Kälber zur Welt. Es ist wahrscheinlich, dass Lily gewaltsam geschwängert wurde, um neue Generationen an Delfinbabys zu produzieren, die in kleinen Becken leiden – eine Praxis, die das Unternehmen bis heute fortsetzt. [1] Zwei ihrer Babys starben im Alter von wenigen Tagen,  ein Kind im Alter von acht Jahren an Lungenentzündung und Sepsis. Lily selbst verstarb im Jahr 2017.

Totgeburten und der frühe Tod vieler Delfinkinder in Gefangenschaft

Puka kam 1982 in SeaWorld San Diego zur Welt und wurde 29 Jahre alt. [3] Neun Kinder brachte die Delfindame zur Welt – davon leben heute nur noch vier. Pukas erstes Kalb starb schon eine Woche nach der Geburt. Ihr zweites, drittes und fünftes Kind starben ebenfalls vor ihr. Auch ihr neuntes Kalb verstarb jung, genau wie einem seiner Geschwister hatte SeaWorld dem Delfin anscheinend nicht einmal einen Namen gegeben. Puka selbst überlebte ihre letzte Schwangerschaft nicht: Kurz nach der Geburt im November 2011 verdrehte sich ihr Darm und stellte so die Funktionsfähigkeit ein. Pukas Tod wurde, wie der vieler anderer Delfine und Wale, nie offiziell von SeaWorld gemeldet. [2] Stattdessen wurde auch sie ganz einfach wie ein lebloses Produkt von den Verantwortlichen ausgetauscht.

Auch Delfindame Bossa konnte nie die kühle Meeresbrise auf ihrer Rückenflosse spüren: 1997 wurde sie bei SeaWorld Orlando geboren und 2006 nach Discovery Cove verlegt. Dort brachte sie ihr erstes Kalb zur Welt – ein Totgeborenes, das sie nie kennenlernen durfte. Am 21. April 2014 brachte Bossa ihr zweites Totgeborenes zur Welt. Die Totgeburt verursachte bei Bossa ein schweres Trauma: Sie starb nur wenige Tage später; offiziell an einem Riss des Uterus und mit akuter Bauchfellentzündung. [2]

Orcas leiden in SeaWorld-Parks unter körperlichen und psychischen Belastungen

Beengte Lebensbedingungen führen bei Orcas in Gefangenschaft zu Frustration, Kämpfen und einer kurzen Lebenserwartung. Das zeigen unter anderem Orca Tilikum und die Orcadamen Shamu und Kayla. Letztere durfte als Teil des SeaWorld-Zuchtprogramms nie im Meer schwimmen. In ihrem dreißigjährigen Leben wurde sie rücksichtslos im ganzen Land von Park zu Park gekarrt und verlor im Laufe der Jahre wie auch die Delfindamen Puka und Bossa ihre Babys. [5]

Meereszoos bieten den Orcas nur winzige, karge und reizlose Betonbecken, in denen sie nichts anderes tun können, als im Kreis zu schwimmen.

Sowohl Orca Tilikum als auch Shamu wurden im Ozean gefangen. Während Tilikum aus den Gewässern vor Island entführt wurde und bis zu seinem Tod im Januar 2017 als Spermienmaschine missbraucht wurde, fingen Walfänger Shamu in 1965. Dabei töteten die Jäger Shamus Mutter mit einer Harpune – für das Orcakind ein traumatisches Erlebnis: Shamu weigerte sich, ihre Mutter zu verlassen, und schwamm an der Seite des Leichnams, bis sie schließlich fortgeschleppt und an SeaWorld San Diego verkauft wurde. Unter Essensentzug wurde Shamu dort als erster Orca im Park gezwungen, Kunststücke zu erlernen und aufzuführen. Neben anderen Shows gelangte Shamu durch einen Werbespot zu zweifelhafter Berühmtheit: Darin „fuhr“ ein Parkangestellter auf ihrem Rücken durchs Wasser. Nach einem späteren Angriff auf eine Trainerin wurde Shamu von Shows abgezogen. Die Orcadame starb noch im selben Jahr bei SeaWorld an einer Uterusinfektion und Blutvergiftung. Sie war gerade einmal neun Jahre alt. In freier Wildbahn hätte sie älter als 100 Jahre werden können.

Tilikum starb nach dreißigjähriger Gefangenschaft und einem traurigen Leben. SeaWorld benutzte ihn im Zuchtprogramm, um weibliche Orcas zu besamen. Elf seiner Kinder starben vor ihm. Der ständige Stress der Gefangenschaft und ein Leben voller Entbehrungen trieben ihn dazu, drei Menschen zu töten, darunter seine Orca- Trainerin Dawn Brancheau [3].

TUI bereichert sich am Leid der eingesperrten Delfine und Orcas bei SeaWorld

Diese Beispiele zeigen, wie sehr Delfine und Orcas in Gefangenschaft leiden. Die artwidrige Umgebung und das Aufführen von Kunststücken, um uns Menschen aus speziesistischen Gründen zu unterhalten, macht die Tiere oft krank und führt nach einem Leben voller Entbehrungen zu einem frühen Tod. Trotzdem bereichert sich TUI als großer Reiseanbieter noch immer an dem Leid der Tiere in Parks wie SeaWorld und dem LoroParque mit dem Verkauf von Tickets an Touristen. Und das, obwohl wir von PETA TUI bereits 2016 umfassend über die Tierquälerei aufgeklärt haben.  

Was Sie tun können

  • Organisieren und halten Sie eine Mahnwache, um auf das Leid der Delfine und Orcas aufmerksam zu machen. Wir unterstützen Sie mit kostenlosen Demo-Materialien – Jetzt kostenloses Demo-Paket anfordern!
  • Unterschreiben Sie unsere Petition an TUI und fordern Sie damit das Reiseunternehmen auf, diese Tierqual nicht weiter mit dem Verkauf von Tickets zu unterstützen.