Eier und Fleisch von Wachteln: Kleine Vögel – großes Leid

Hühner sind den meisten Menschen gut bekannt. Allerdings gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Arten von Hühnervögeln, von denen die Wachteln die kleinsten darstellen. Ihr zierlicher Körper mit einer Größe von bis zu 20 Zentimetern und einem Gewicht von meist unter 500 Gramm wird ihnen jedoch leider immer öfter zum Verhängnis. Genau wie ihre größeren Verwandten werden auch Wachteln in der Fleisch– und Eierindustrie ausgebeutet. Und auch immer mehr Hobbyhalter und Züchter finden an den Tieren Gefallen. Kein Wunder, denn die geselligen „Minihühner“ sind scheinbar „einfach“ zu halten. Ihr liebenswerter Charakter und ihre geringe Größe machen es Haltern einfach, die Bedürfnisse der Tiere zu ignorieren, sie als Eierlieferanten oder „ausgefallene Haustiere“ zu nutzen oder ihres Fleisches wegen zu töten.

Legebatterien und leidvolle Mast: Standard in der intensiven Haltung

Die Käfighaltung ist in einigen Bereichen der landwirtschaftlichen Tierhaltung noch immer traurige Normalität – auch wenn dies oft im Verborgenen stattfindet. Attraktive Werbung und idyllische Bilder auf Verpackungen sollen von den leidvollen Haltungsbedingungen der Tiere ablenken.

kleine vögel in käfigen

In der intensiven Wachtelhaltung sind sogar Käfigsysteme Standard, die bei der Haltung des Haushuhns bereits verboten sind: nicht ausgestaltete, karge Käfige mit Gitterböden – meist mehrere Ebenen übereinander. In diesen Gefängnissen sind die Tiere in ihren Bedürfnissen maximal eingeschränkt. Flattern, Scharren, Sandbaden, Freilauf und Nestbau – all dies wird den sensiblen Vögeln in den dreckigen Käfigen verwehrt. Krankheiten, chronischer Stress und Schmerzen können die Folge sein. In der intensiven Mast müssen sich teilweise bis zu 100 Tiere einen Quadratmeter teilen – was pro Tier etwa der Größe einer menschlichen Hand entspricht.

Gesetze helfen den Wachteln nicht – denn für sie gelten nicht einmal die Minimalanforderungen, die zumindest bei den größeren Hühnern in der Lege- und Fleischindustrie erkämpft wurden. Viele Hobbyhalter stecken die Tiere mit der geringen Größe in alte Hasenkäfige oder bieten ihnen kleine Volieren an. Dabei benötigen diese Vögel, deren Wildformen Zugvögel sind, so viel mehr für ein artgerechtes Leben. Lesen Sie hier, wie die Käfighaltung bei Haushühnern aussieht.

wachteln in käfigen

Züchterisch veränderte Tiere

Auch Wachteln wurden vom Menschen züchterisch verändert – zum einen als sogenannte Ziervögel in unterschiedlichen Farbschlägen, aber auch für Eier und Fleisch. Aus der japanischen Wildform wurden sowohl die sogenannte Legewachtel als auch die sogenannte Fleischwachtel gezüchtet. Wachteln in der Eierindustrie sind leichter und legen je nach Haltungsform 200 bis 400 Eier im Jahr. Die Japanische Wachtel hingegen legt nur etwa 20 bis 30 Eier im Jahr, um sich fortzupflanzen – wie jeder andere Vogel auch. Und nur dazu sollten Eier gelegt werden.

Wachteln in der Mast werden auf Fleischansatz selektiert und erreichen so ein Gewicht von rund 500 Gramm. Nach 6 bis maximal 10 Wochen werden sie von den Hobbyhaltern selbst oder nach einem leidvollen Transport im Schlachthaus ihres Fleisches wegen getötet. In der Wachteleier-Industrie müssen die Tiere etwa ab der sechsten Woche durchgängig Eier legen, bis ihre kleinen Körper nach etwa einem Jahr erschöpft sind und die Eianzahl nachlässt. Dann werden sie getötet und durch junge Tiere ersetzt. Auch Wachteln in der Vermehrungszucht leben nur wenige Monate. Sobald ihre „Zuchtleistung“ nachlässt, werden auch sie getötet und durch „leistungsstärkere“ Tiere ersetzt. Denn auch hier zählen nur Leistung und Profit auf Kosten dieser wundervollen Vögel – ihre individuellen Charaktere und Bedürfnisse werden nicht beachtet.

vogel mit drei vogeleiern vor sich

Wachteleier und Wachtelfleisch im Supermarkt und auf Kleinportalen

In vielen Supermärkten werden die hübsch gesprenkelten Eier oder kleinen Körper der Wachteln als Besonderheit und Delikatesse angeboten. Man kann sich jedoch recht sicher sein, dass beides aus der intensiven Haltung stammt und man mit dem Kauf die Haltung in Käfigen oder eng besetzten Ställen unterstützt. Auch im Internet werden die Tiere teilweise für wenige Euro angeboten und achtlos verkauft. Auf die vielseitigen Bedürfnisse der Vögel wird dabei kaum geachtet.

Was Sie tun können

Ihr Konsum entscheidet, ob fühlende Lebewesen weiterhin ausgebeutet und getötet werden. Entscheiden Sie sich beim Einkauf für vegane Alternativen und helfen Sie, Tierquälerei nachhaltig und konsequent zu bekämpfen. Das kostenlose und unverbindliche Veganstart-Programm unterstützt Ihren mühelosen Einstieg in ein veganes Leben.   Sie möchten Wachteln ein behütetes und leidfreies Zuhause schenken, ohne die Tiere wegen bestimmter Eigenschaften oder ihres Aussehens für Ihre Zwecke zu nutzen? Dann wenden Sie sich gerne an Ihr lokales Tierheim oder an einen Verein, der sich um die Vermittlung von Hühnern kümmert und Wert darauf legt, dass die Vögel in ein wirklich artgerechtes dauerhaftes Zuhause vermittelt werden.