Aktuelle Kenntnisse: Was Sie über Milch wissen sollten

Vor kurzem tauchte in den sozialen Medien ein altes PETA-Motiv auf, das vor über 10 Jahren als Reaktion auf die sogenannte „Got Milk?“-Kampagne entstand, aber seit Langem in der Versenkung verschwunden war. Mit ihrer „Got Milk?“-Kampagne wollte die Milchindustrie Eltern damals suggerieren, dass Kuhmilch gesund sei, obgleich sie mit negativen gesundheitlichen Auswirkungen wie Akne [1], Verstopfung [2], Asthma [3] und sogar Krebsarten wie Brustkrebs [4] und Prostatakrebs [5] in Verbindung gebracht wird. Die Aussagen des PETA-Motivs bezogen sich auf eine zum damaligen Zeitpunkt aktuelle Studie.

Aktuell wird das alte PETA-Motiv auf Social Media nun wieder leidenschaftlich diskutiert. Zum Wohl der Kühe, der menschlichen Gesundheit und der Umwelt wäre es jedoch zu wünschen, wenn sich diese geballte Aufmerksamkeit vielmehr auf das Leid der Kühe in der Milchindustrie richten würde. Denn diese Branche trennt Kuhmütter systematisch von ihren Babys und trägt außerdem zur Umweltverschmutzung bei.  

Folgendes wissen wir über Kuhmilch:

1. Milch ist schlecht für den Menschen

Für eine gesunde Ernährung sind Menschen aller Altersgruppen nicht auf die Milch anderer Tiere angewiesen. [6] In Wahrheit geht es uns gesundheitlich sogar besser, wenn wir keine Milch oder Milchprodukte konsumieren. Das ist auch nicht verwunderlich, denn Kuhmilch ist an die Ernährungsbedürfnisse von Kälbern angepasst, nicht an die von Menschen. Kälber verdoppeln ihr Körpergewicht in den ersten zwei Lebensmonaten – beim Menschen dauert das ein halbes Jahr. Außerdem haben Kälber vier Mägen und wiegen nach zwei Jahren zwischen 500 und 550 kg. Entsprechend enthält Kuhmilch rund dreimal so viel Eiweiß wie menschliche Muttermilch und fast 50 Prozent mehr Fett.

Kuh und Kalb
Menschenmütter produzieren Milch für ihre Babys, Kuhmütter für ihre Kälber. „Wenn es nicht deine Mama ist, ist es auch nicht deine Milch.“

Scheinbar haben es alle anderen Tiere verstanden: Abgesehen von einigen Menschen trinkt keine Spezies die Milch einer anderen Spezies. Kaufen Sie daher bitte keine gestohlene Tiermilch, sondern entscheiden Sie sich stattdessen für vegane Milch, veganen Joghurt oder Käse, vegane Butter und veganes Eis.

2. Milch ist schlecht für Kühe

Schmerzen, Dreck, Misshandlung, Tod: So lässt sich die Milchindustrie in etwa zusammenfassen. Zahlreiche Recherchen und Enthüllungsberichte von PETA und unseren internationalen Partnerorganisationen konnten aufdecken, dass Tierquälerei in dieser Branche an der Tagesordnung ist.

So beobachtete beispielsweise eine Augenzeugin grausame Vorgänge in einem Milchbetrieb im nordrhein-westfälischen Heinsberg: Um eine erschöpfte und geschwächte Kuh zum Aufstehen zu bewegen, wurde das Tier laut der Zeugin mehrfach getreten und mit einem Gabelstapler brutal malträtiert. Wir von PETA Deutschland haben Anzeige erstattet.

Ein Landwirt aus dem Havelland vernachlässigte seine Tiere über Monate hinweg. Obwohl Zeugen ihn mehrfach auf die Missstände ansprachen, zeigte er sich uneinsichtig. PETA Deutschland hat im Juli 2020 Strafanzeige gegen den Landwirt gestellt, doch an den katastrophalen Zuständen hat sich bis heute nichts geändert.

abgemagerte Kühe
Beweisfotos zeigen, dass mehrere Tiere stark abgemagert waren. Wirbelsäule, Hüft- und Steißbeinhöcker standen deutlich hervor und waren nur noch von Haut und Fell bedeckt.

Was jedoch besonders häufig großes Tierleid verursacht, sind die Standardpraktiken der Milchindustrie. So werden beispielsweise die empfindsamen Hornansätze der meisten Kälber mit einem glühend heißen Brennstab entfernt, damit die Kühe auf möglichst engem Raum gehalten werden können und der Umgang mit ihnen leichter ist. Die Tiere erhalten bei diesem äußerst schmerzhaften Eingriff meist keine Betäubung.

Kühe sind neun Monate schwanger, genau wie Menschen. Nach der Geburt dürfen die Mütter jedoch kaum Zeit mit ihren Babys verbringen, denn diese werden schon kurz nach der Geburt von ihnen getrennt. Häufig laufen die Kuhmütter hinter Transportfahrzeugen her, die ihre Kinder wegbringen. Mütter und Kinder schreien teilweise tagelang verzweifelt nacheinander.

Wenn Sie Zeuge von Tierquälerei werden, machen Sie, wenn möglich, Aufnahmen von der Tat und melden Sie sich bei uns und/oder der Polizei. Gemeinsam können wir die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

3. Milch ist schlecht für die Umwelt

Die landwirtschaftliche Tierhaltung – und damit auch die Milchwirtschaft – ist eine der Hauptursachen für die größten Umweltprobleme unserer Zeit. Sie verursacht mehr Treibhausgase als der gesamte Verkehrssektor. [7] Einerseits entstehen diese Emissionen durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidungen der Milchkühe – Stichwort Methan und Lachgas. Andererseits entstehen sie indirekt durch die Abholzung von südamerikanischen Wäldern für neue Weideflächen und den Futtermittelanbau für die Tierhaltung, auch für die deutsche Milchwirtschaft. Zusätzlich weist die Produktion von Milchprodukten eine schlechte Ökobilanz auf. So gilt Butter als klimaschädlichstes Lebensmittel, Käse belegt den dritten Platz. [8] Ihre Produktion benötigt etwa die zweifache Landfläche und verursacht doppelt so viele Treibhausgasemissionen wie die Herstellung eines durchschnittlichen Sojadrinks. [9] Auch beim Wasserverbrauch schneiden die tierischen Produkte äußerst schlecht ab: Für die Produktion von einem Liter Kuhmilch werden durchschnittlich 1.050 Liter Wasser verbraucht, beim Sojadrink hingegen nur 297 Liter. [10]

Treibhausgase und Kuhstall
Treibhausgase und der damit verbundene Treibhauseffekt sind Hauptverursacher der globalen Erwärmung.

Streichen Sie Milch aus Ihrer Ernährung

Wenn Sie das nächste Mal im Supermarkt vor der Kühltheke mit Kuhmilch, Käse und Joghurt stehen, denken Sie bitte an die Kuhmutter, der das Baby entrissen wurde. Oder an die unzähligen Kühe und Kälber, die für die Produktion dieser Milcherzeugnisse gequält und ausgebeutet werden. Oder daran, dass Ihr eigener Körper die Muttermilch einer anderen Spezies weder braucht noch will. Oder an unsere Erde, die wir mit anderen Tieren teilen. Bitte kaufen Sie keine Milchprodukte, sondern steigen Sie auf die vegane Ernährung um. Es gibt keine bessere Möglichkeit, Kühen, Kälbern, der Umwelt und Ihrem eigenen Körper Gutes zu tun.

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