So viele Giraffen verunglücken und sterben in deutschen Zoos

Giraffen sind wundervolle Tiere, die in der afrikanischen Savanne zu Hause sind und über 50 Stundenkilometer schnell laufen können. In Freiheit können sie bis zu 25 Jahre alt werden.

In Zoos eingesperrt, führen Giraffen nicht nur ein trauriges Leben, in dem sie ihren natürlichen Instinkten niemals vollständig nachgehen können, auch kommt es extrem häufig zu tödlichen Unfällen. Die langbeinigen und schreckhaften Tiere haben eine empfindliche Anatomie und sind in Gefangenschaft rutschigen und harten Böden, engen Boxen, riskanten Transporten und Narkotisierungen ausgesetzt. Durch diese tierschutzwidrige Haltung passieren immer wieder tragische Unfälle, was zu einer sehr hohen Sterberate bei den Tieren führt.

Über 40 tote Giraffen in 13 Jahren – eine traurige Bilanz

Mindestens 40 Giraffen sind zwischen 2007 und 2020 in deutschen Zoos verfrüht gestorben. Allein im Jahr 2019 verstarben insgesamt 10 Giraffen, drei davon sehr kurz hintereinander im Sommer 2019 im Magdeburger Zoo: Zuerst traf es Giraffendame Femke und ihr Kind – nur wenige Minuten, nachdem Femke ein totes Baby zur Welt brachte, starb sie an einem Gebärmutterriss und den Folgen einer unerkannten Blutarmut. [1] Nur eine Woche nach diesen beiden Todesfällen kam während eines Konzerts auf dem Zoogelände ein weiteres Giraffenbaby zur Welt; der Zoo hatte die Schwangerschaft von Mutter Shani nicht einmal bemerkt. [2] Doch im Alter von gerade mal fünf Wochen verstarb auch dieser kleine Giraffenbulle nach einem Kreislaufzusammenbruch. Er war von seiner Mutter verstoßen worden und litt unter einer polyarthritischen Gelenksentzündung. [3]
 
Erst zwei Jahre zuvor verstarb ebenfalls im Zoo Magdeburg die gerade mal 14 Jahre alte Giraffe Fleur. Sie rutschte allen Anzeichen nach nachts in ihrem Gehege aus und verletzte sich dabei so schwer an ihren Beinen, dass sie niemals wieder hätte stehen oder laufen können – daraufhin wurde sie eingeschläfert. [4]

Auch in anderen Zoos ereignen sich immer wieder tragische Unfälle, die Giraffen ihr Leben kosten. So erstickte im Juli 2016 der junge Giraffenbulle Jasho im Schweriner Zoo an seinem Futter. Jasho wurde nur fünf Jahre alt. [5] Einen Monat zuvor wurde der acht Jahre junge Mtoto im Zoo Karlsruhe nach einer Operation eingeschläfert, da er nicht mehr stabilisiert werden konnte. [6] Im Mai 2016 verhakte sich Kibali im Tiergarten Nürnberg mit ihren Stirnzapfen in einem Gitter und verletzte sich so schwer an der Wirbelsäule, dass sie im Alter von 12 Jahren eingeschläfert werden musste. [7] Im November 2015 hatte sich der sechs Jahre alte Giraffenbulle Abasi im Berliner Zoo in einem Strick verheddert und stranguliert. [8]

Ein häufiges Gesundheitsproblem bei Giraffen in Zoos ist Lahmheit. Um übergewachsene Klauen zu behandeln, müssen die Tiere meist immobilisiert bzw. in Narkose gelegt werden. Diese ist bei Giraffen mit einem hohen Risiko verbunden: Die Sterberate kann bei 10 % liegen. [9] So sind bereits einige Giraffen bei der Klauenpflege in Narkose gestorben, z. B. 2020 im Zoo Basel [10].
Da die Narkose so riskant ist, werden außerdem Krankheiten oft nicht erkannt oder erst sehr spät behandelt. Bei fortgeschrittener Lahmheit werden Giraffen auch eingeschläfert. [9]
 
Diese wenigen Beispiele zeigen bereits, wie schnell die unnatürliche und tierschutzwidrige Haltung von Giraffen im Zoo die faszinierenden Tiere ihr Leben kostet. So verstarben zwischen 2007 und Mitte 2020 bereits über 40 Giraffen in deutschen Zoos oder beim Transport zwischen den Zoos – viele wurden nicht mal 10 Jahre alt. Die meisten Tiere starben an Verletzungen und gesundheitlichen Problemen – einige von ihnen wurden eingeschläfert.

Artenschutz ist nur eine Ausrede

Zoos versuchen, das Einsperren der Tiere mit dem Artenschutz zu rechtfertigen, doch in den letzten 100 Jahren wurde noch keine Giraffe aus einem deutschen Zoo ausgewildert. Dazu wird es auch nie kommen, denn laut Dr. Peter Dollinger, ehemaliger Geschäftsführer des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ), sind Auswilderungen auch gar nicht realisierbar. In einem Zeitungsartikel heißt es:

„Giraffen aus Europa besitzen jedoch gegen viele Krankheiten in Afrika keine Antikörper. Zudem sind Auswilderungen von afrikanischen Ländern nicht gewünscht.“ [11]


Zur Bildung tragen Zoos ebenfalls nichts bei, denn in Gefangenschaft können die Giraffen ihre natürlichen Verhaltensweisen kaum ausleben. Die Besucher sehen nur ein trauriges Abbild einer Giraffe, deren Leben in jeder Hinsicht vom Zoowärter fremdbestimmt wird.

Millionen Euro an Steuergeldern

Die Zoohaltung von Giraffen ist eine Sackgasse. Doch deutsche Zoos erhalten jedes Jahr viele Millionen Euro aus Steuergeldern, weil sie rote Zahlen erwirtschaften. Denn immer mehr Menschen lehnen das Einsperren exotischer Tiere ab und meiden diese bedrückenden Einrichtungen. Würden die Zoosubventionen für echten Artenschutz ausgegeben werden – da, wo die Tiere in Freiheit leben –, wären die Steuergelder wesentlich effizienter und nachhaltiger eingesetzt.

Was Sie tun können

  • Bitte besuchen Sie niemals einen Zoo.
  • Klären Sie auch Freunde, Verwandte und Bekannte über das traurige Leben der Tiere im Zoo und die hohe Sterberate der Giraffen auf.