Jahresrückblick 2020: Das haben wir für die Tiere erreicht

2020 war ein ereignisreiches Jahr: Der Ausbruch des Coronavirus und die Corona-Pandemie versetzten die ganze Welt in einen Ausnahmezustand. Doch diese Pandemie verdeutlicht nur ein weiteres Mal sehr eindrücklich, welche katastrophalen Auswirkungen die menschliche Gier nach tierischen Produkten nach sich ziehen kann: Ein Großteil aller neu auftretenden Infektionskrankheiten wie COVID-19 sind sogenannte Zoonosen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Obwohl das vergangene Jahr ein schwieriges war, gab es neben vielen schlimmen Ereignissen auch positive Nachrichten. So konnten wir von PETA Deutschland auch dieses Jahr mit unserer Arbeit für die Tiere zahlreiche Erfolge erzielen.

Erfolge in der Bekleidungsindustrie

PETA USA veröffentlichte Undercover-Aufnahmen aus Muñani in Peru, die das tägliche Leid von Alpakas in der Wollindustrie zeigen: Arbeiter schlagen, treten und fixieren die Tiere – rücksichtlos verletzen sie die wehrlosen Alpakas. Peru ist der weltweit größte Produzent von Alpakawolle; das Unternehmen Mallkini hat dort die größte private Alpakafarm der Welt. Das Unternehmen gehört zur Michell Group, dem größten Exporteur von Alpaka-Kammzügen und Garnen. Nach Gesprächen mit uns hat das Modeunternehmen ESPRIT angekündigt, den Verkauf von Alpakawolle auslaufen zu lassen. Neben H&M hat auch der Bekleidungseinzelhändler Gap Inc. mit Marken wie Banana Republic und Athleta seine Verbindungen zur Michell Group abgebrochen – beide Unternehmen beziehen keine Alpakawolle mehr von diesem Anbieter. Darüber hinaus gab Tom Tailor bekannt, ab 2021 Alpaka-Produkte aus seinen Kollektionen zu verbannen. Auch Tchibo gab an, Alpakawolle einzustellen.

2020 konnten wir außerdem über 50 Mode-, Textil- und Möbelunternehmen für unser „PETA-Approved Vegan“-Label gewinnen: Unter anderem sind jetzt ein veganer Herrenanzug von Hugo Boss, Sneaker von Buffalo Boots und Sioux sowie Handtaschen von Fritzi aus Preußen von uns zertifiziert.

Erfolgreiches Engagement gegen Tierversuche

Auch im Kampf gegen Tierversuche gab es dieses Jahr Erfolge: So haben Wissenschaftler von PETA und ihren internationalen Partnerorganisationen eine Strategie entwickelt, um den medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritt voranzubringen und schneller aus Tierversuchen auszusteigen: Der Research Modernisation Deal ist ein Strategiepapier zur Modernisierung der Forschung, das Behörden und der Politik vorgelegt wurde. PETA Deutschland ist Mitglied eines Teams aus Wissenschaftlern, dem PETA International Science Consortium Ltd., das sich für Veränderungen im Bereich behördlich vorgeschriebener Versuche an Tieren einsetzt. Mithilfe von Fördermitteln konnte dieses Wissenschaftskonsortium zu einem bedeutenden wissenschaftlichen Durchbruch beitragen: der Entwicklung eines 3D-Lungenmodells, das auf menschlichen Zellen basiert. Hierbei handelt es sich um eine tierfreundliche Testmethode, mit der die Auswirkungen des Einatmens von Chemikalien, Nanomaterialien, Krankheitserregern und (E-)Zigarettenrauch auf die Lungenbläschen untersucht werden können. Dieses 3D-Lungenmodell bewahrt Zehntausende Ratten und Mäuse vor grausamen Versuchen, für die sie in enge Rohre gesperrt und zum Einatmen giftiger Stoffe gezwungen werden, bevor sie getötet werden.

Ein weiteres bahnbrechendes, vom Wissenschaftskonsortium gefördertes Forschungsprojekt wurde am Institut für Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik an der Technischen Universität Braunschweig durchgeführt: Zur Behandlung der Infektionskrankheit Diphtherie werden normalerweise Antikörper gewonnen, indem Pferden wiederholt das Diphterie-Toxin injiziert wird und ihnen anschließend große Mengen Blut abgenommen werden. In diesem Projekt ist es Wissenschaftlern gelungen, humane Antikörper zu entwickeln, die das Diphterie-Toxin neutralisieren.

Einsatz für Tiere in der Unterhaltungsindustrie

Mit einigen Aktionen haben wir uns 2020 erfolgreich für die unzähligen Tiere eingesetzt, die in der Unterhaltungsbranche missbraucht werden.

  • Kampagne gegen das Leid der Esel und Maultiere auf Santorin: Auf der griechischen Insel Santorin müssen Esel und Maultiere mehrmals täglich Touristen mehr als 500 Stufen hinauf in die Altstadt Firá transportieren. Als der Tourismus nach der Corona-Hochphase auf Santorin wieder in Gang kam, machten wir daher mit einer Kampagne vor Ort auf das Leid der Tiere aufmerksam. Zuvor hatte eine Prüfung des griechischen Tierschutzgesetzes ergeben, dass beim Einsatz der Tiere regelmäßig gegen geltendes Recht verstoßen wird. Doch solange diese tierschutzwidrige „Tradition“ erlaubt ist, leiden die Esel und Maultiere auf Santorin unter den anstrengenden Einsätzen – selbst wenn die Eseltreiber sich an alle Vorschriften halten würden. Aus diesem Grund fordern wir ein uneingeschränktes Verbot der Ritte!
  • Naturkundemuseum beendet Zurschaustellung von Tigerhaien: Nachdem wir an das OZEANEUM Stralsund appellierten, das „Tiergefängnis“ zu einem virtuellen Meereszoo umzubauen, kündigte das Museum an, künftig keine Sandtigerhaie mehr zur Schau zu stellen.
  • Zoo Magdeburg stellt Baupläne für Großaquarium ein: Die Verantwortlichen des Magdeburger Zoos hatten als neue touristische Attraktion ein Aquarium geplant, das Schätzungen zufolge mindestens 50 Millionen Euro kosten sollte. Nachdem wir uns an den Magdeburger Stadtrat gewendet hatten, legte der Zoo die Pläne für den Bau eines Großaquariums auf Eis.
  • Im „Dschungelcamp“ werden keine lebenden Tiere mehr verzehrt: In der neuen Staffel „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ wird es keine Prüfungen mehr geben, bei denen die Teilnehmer lebende Tiere verzehren müssen. Wir hatten vorher die Produktionsfirma gebeten, sich an dem tierfreundlichen Beispiel des britischen Dschungelcamps zu orientieren.
  • Keine Wildtier-Zirkusse auf DB-Flächen: Die Deutsche Bahn hat zugesagt, keine Flächen an Zirkusse zu vermieten, die Wildtiere mitführen. Zuvor hatten wir mit dem Umweltressort der Deutschen Bahn Kontakt aufgenommen und dem Unternehmen umfangreiche Informationen zum Thema Wildtiere im Zirkus zukommen lassen.

Weitere besondere Projekte

  • Schneekoppe und Seitenbacher sind eifrei: Die Hersteller Schneekoppe und Seitenbacher verarbeiten seit diesem Jahr keine Eier mehr in ihren Rezepturen. Zuvor hatten wir Unterschriftenaktionen gestartet und schriftlich an verschiedene Lebensmittelunternehmen appelliert, bei ihren Produkten auf Eier zu verzichten.
  • OBI verkauft keine Reptilien und Kleintiere mehr: Mit einer mehrjährigen Kampagne konnten wir erreichen, dass die Baumarktkette OBI Ende 2019 den Verkauf von Reptilien und Kleintieren beendet hat.
  • Zusammenarbeit mit CATRICE: Die Kosmetikmarke brachte im Februar eine Limited Edition roter Lippenstifte heraus, die nicht nur vegan, sondern auch tierversuchsfrei sind. Mit jedem Verkauf wurde unsere Arbeit zur Abschaffung von Tierversuchen unterstützt.

PETA helps Romania

Mit unserer Kampagne PETA HELPS ROMANIA konnten wir mehr als 17.000 Tieren helfen: Unter anderem konnten wir mit Kastrationen, medizinischen Behandlungen und Nahrung dazu beitragen, das Leid der Tiere in Rumänien zu reduzieren. Unser Ziel ist ein ethisches „Stray-Dog-Management“. Um dieses Ziel weiter voranzubringen, haben wir unser Team verstärkt. Mit der vermehrten Anzeige von Tiermissbrauch setzen wir auch in Rumänien ein Zeichen gegen Tierquälerei. Unser Team war nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie weiterhin fleißig im Einsatz: Ausgesetzte und kranke Tiere wurden fachgerecht versorgt und mehr als elf Tonnen Tiernahrung und Wasser verteilt.

Danke für Ihre Unterstützung!

All diese Erfolge konnten wir nur gemeinsam mit unseren Fördermitgliedern und Spendern erreichen, bei denen wir uns für ihre anhaltende Unterstützung bedanken möchten. Ein großer Dank gilt auch allen Mitgliedern unserer Vanguard Society und des Augustus Clubs für ihre Großzügigkeit und ihr Engagement. Darüber hinaus bedanken wir uns bei sämtlichen Online-Aktivisten, die sich gegen den Missbrauch von Tieren aussprechen, indem sie sich an unseren Petitionen beteiligen. Danke an unsere Praktikanten, Mitarbeiter und Aktivisten sowie die freiwilligen Helfer, die sich auch dieses Jahr wieder für unsere Arbeit für die Tiere engagiert haben.

Mehr Erfolge können Sie in unserer detaillierten Auflistung aller Jahreserfolge nachlesen.