Meerestiere: Welche Tiere leben in Tiefsee & Co.?

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Das Weltmeer bietet mit der Tief- und Hochsee, den Flachmeeren und den Küsten den idealen Lebensraum für zahlreiche ungewöhnliche und faszinierende Tiere. Erfahren Sie hier, welche Tiere im Meer leben, warum das Leben im Meer bedroht ist und wie wir Meerestieren helfen können.

Wie viele Meerestiere gibt es auf der Welt?

In unseren Ozeanen sind heute rund 240.000 Tierarten bekannt, geschätzt werden insgesamt über 2,2 Millionen Arten – von riesigen Blauwalen bis zu winzigem Plankton. [1, 2] Die artenreichsten Regionen rund um Japan und Australien beherbergen Zehntausende verschiedene Tierarten. Ca. 91 Prozent der Meerestierarten sind noch unerforscht und täglich werden weitere Arten entdeckt. [3] Forscher:innen gehen auch davon aus, dass mehrere Milliarden bisher noch unentdeckte Mikroben im Meer leben. [4]

meerestiere

Da Überfischung, Verschmutzung und die Klimakrise das Meer als Lebensraum stark bedrohen, sterben zahlreiche Tierarten wahrscheinlich aus, bevor sie überhaupt entdeckt werden können. Seit 2021 stehen 184 Tierarten aus der Tiefsee auf der Roten Liste. [4] Die Artenvielfalt der Meere schwindet durch den menschlichen Einfluss enorm – so sind beispielsweise im Mittelmeer nur noch drei Prozent der Tierarten Fische. [5]

Was für Tiere leben im Meer?

Es wird davon ausgegangen, dass alles Leben im Meer entstanden ist und die ersten Landwirbeltiere vor etwa 360 Millionen Jahren das Festland eroberten. Heute leben auch Tiere im Meer, deren Vorfahren Landtiere waren, so zum Beispiel Wale. Sie stammen von Huftieren ab. [6] Unter anderem folgende Tiere leben in unseren Ozeanen:

  • Krebstiere (19 Prozent)
  • Weichtiere (17 Prozent)
  • Fische (12 Prozent)
  • Einzeller (10 Prozent)
  • Würmer
  • Schwämme
  • Nesseltiere (z. B. Quallen, Korallen)
  • Stacheltiere (z. B. Seesterne, Seegurken)
  • Moostierchen
  • Manteltiere
  • Säugetiere
  • Reptilien [7]
grafik über meerestiere

Meeressäuger wie Wale und Robben und andere Wirbeltiere wie Schildkröten machen nur einen kleinen Anteil der Meerestiere aus – sind aber ebenso essenziell für das Ökosystem. So versorgen Wale das Meer durch ihre Ausscheidungen mit Nährstoffen, welche das Wachstum von Phytoplankton fördern. Von Phytoplankton ernähren sich unter anderem Fische und Krill, die wiederum Walen als Nahrung dienen. [8]

Welche Tiere leben in der Hochsee?

Als Hochsee wird der Teil der Meere bezeichnet, der nicht als Küstenmeer, Binnen- oder Archipelgewässer gilt und keinem Staat gehört. Gemeint ist also das offene Meer. Die Hochsee wird in verschiedene Ebenen unterteilt. In der oberflächennahen Schicht leben zahlreiche bekannte Tiere wie Wale, Haie und Rochen, Thunfische Mondfische, Orcas und andere Delfinarten und Quallen. Auch ein großer Teil der dunklen Tiefsee mit ihrer enormen Artenvielfalt ist Teil der Hochsee. [9]

Buckelwal
Buckelwal
Delfin
Delfine
Hai
Hai
Rochen
Rochen
Quallen
Quallen
Tintenfisch
Tintenfisch
Thunfisch
Thunfisch
Schildkröte
Schildkröte

Obwohl ca. zwei Drittel des gesamten Weltmeeres als Hochsee gilt, ist nur ein Prozent der Hochsee geschützt. [8, 10] So werden die unzählige Tiere Opfer der grausamen Fischerei und werden teilweise bis an den Rand des Aussterbens bejagt. Und selbst in geschützten Gebieten ist das Leben der Meerestiere durch die Verschmutzung und Vermüllung der Ozeane sowie die Klimakatastrophe und damit den Anstieg der Wassertemperatur bedroht.  

Welche Tiere leben in der Tiefsee?

Ab einer Meerestiefe von ca. 200 Metern spricht man von der Tiefsee. Trotz der dort herrschenden extremen Bedingungen wie Dunkelheit, Kälte und starker Wasserdruck ist die Artenvielfalt der Tiefsee üppig. [5] Da es in der Tiefsee keine Pflanzen gibt, ernähren sich die Tiere dort von anderen Meeresbewohnern, herabsinkendem organischem Material oder Bakterien. [11]

Da viele Tiere der Tiefsee noch unbekannt sind und Menschen sich vor Dunkelheit und großen Zähnen eher fürchten, werden dort lebende Tiere häufig als bizarre und gruselige Kreaturen oder „Schrecken der Ozeane“ bezeichnet. Auch werden ihnen Namen wie Vampirtintenfisch oder Gespensterfisch gegeben. Dabei haben sie sich in ihrem Aussehen und Verhalten durch Spezialisierung perfekt an die außergewöhnlichen Bedingungen der Tiefsee angepasst – wie beispielsweise der Laternenfisch, der durch Bakterien Licht erzeugt, um Beute anzulocken, oder der Gespensterfisch, der durch seinen durchsichtigen Kopf selbst die schwächsten Lichtstrahlen aufnehmen kann. [12]

Bisher ist nur ein winziger Bruchteil der Tiefsee erforscht, und damit sind auch verhältnismäßig wenige Tierarten bekannt. Darunter beispielsweise:

  • Tiefsee-Anglerfisch
  • Blobfisch
  • Drachenfisch
  • Seewolf
  • Koboldhai
  • Gespensterfisch
  • Vampirtintenfisch
  • Laternenfisch
  • Tiefseeteufel
  • Tiefseekrabbe
  • Riesenassel

Welche großen Tiere gibt es im Meer?

Die größten Tiere unserer Erde leben im Meer. 2015 fanden Forscher:innen im Rahmen einer Studie heraus, dass nicht wie bisher angenommen der Blauwal das größte Tier der Welt ist, sondern die Gelbe Haarqualle. [13] Folgende Größen wurden bei den Meerestieren ermittelt:

Gelbe Haarqualle: 36,6 Meter

Blauwal: 33 Meter

Pottwal: 24 Meter

Walhai: 20 Meter

Riesenhai: 12,27 Meter

Riesenkalmar: 12 Meter

Riemenfisch: 8 Meter

Weißer Hai: 7 Meter

Riesenmanta: 7 Meter (Spannweite)

Südlicher See-Elefant: 6,5 Meter

Was bedroht die Meerestiere?

Wie in jedem Ökosystem hat auch im Meer jedes Tier eine eigene wichtige Aufgabe und ist unverzichtbar für die Ozeane. Doch das Artenreichtum der Meere ist so bedroht wie noch nie. Eingriffe des Menschen wie die Fischerei und die Wildfänge für Meereszoos und Aquarien sorgen ebenso wie die Klimakrise und Umweltverschmutzung dafür, dass immer mehr Meerestiere bedroht sind und an den Rand des Aussterbens getrieben werden. So sind Wale bereits seit Jahrzehnten durch ein Fangverbot geschützt, da sie fast ausgerottet wurden – und dennoch werden jedes Jahr tausende Wale in Japan, Norwegen und auf den Färöer Inseln getötet. Die maßlose und grausame Fischerei sorgt dafür, dass immer wieder Meeresgebiete nahezu leergefischt werden und neben Millionen Knochenfischen auch Hunderttausende Haie, Delfine, Wale, Schildkröten, Vögel und Robben als sogenannter „Beifang“ sterben. [14]

Fisch haengt im Fischernetz

Neben der Fischerei ist die Verschmutzung der Meere eine der größten Bedrohungen für Meerestiere. Abfälle werden von Tieren mit Nahrung verwechselt und aufgenommen, sodass viele Tiere an dem Müll ersticken oder mit vollem Bauch verhungern. Wenn heute ein toter Wal an den Stand gespült wird, wird er aufgrund der Giftmenge in seinem Körper als Sondermüll behandelt. [8] Für einen großen Teil des Plastiks im Meer ist die Fischerei verantwortlich. [15]

Fordern Sie mit uns echte Meeresschutzzonen!

Wir müssen Meerestiere schützen, indem wir echte Meeresschutzgebiete errichten, in der jeglicher Fischfang verboten ist. Helfen Sie den Tieren und unterschreiben Sie unsere Petition an das Bundesumweltministerium mit der Forderung nach Meeresschutzzonen in der Nord- und Ostsee.