Tierversuche 2019: Fast 3 Millionen Tiere in Deutschland missbraucht

Seit Jahren steigen die Zahlen der für „wissenschaftliche“ Zwecke missbrauchten Tiere an. Während das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) stets vorgibt, bestrebt zu sein, die Anzahl der für Experimente herangezogenen Tiere zu senken [1], stiegen die jüngsten Zahlen aus 2019 nun auf über 2,9 Millionen Tiere [2] – in den Jahren 2018 und 2017 lagen sie noch bei etwa 2,8 Millionen. Das ist ein Anstieg von fast 100.000 Tieren in den vergangenen beiden Jahren! Dazu kommen noch fast 4 Millionen Tiere welche gezüchtet und getötet, aber nicht „verwendet“ wurden – diese Zahl wird in der jährlichen Statistik jedoch verschwiegen und wurde zuletzt für das Jahr 2017 erfasst [3]. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Das gesetzte Ziel des BMEL, Tierversuche langfristig „komplett [zu] ersetzen“ [1], bleibt ein Lippenbekenntnis ohne Wirkung. 

20172.807.297 Tiere
20182.825.066 Tiere
20192.902.348 Tiere

Mehr Affen, Katzen, Kaninchen, Vögel und Fische

Die Zahl der missbrauchten Affen liegt bei mehr als 3.400 Tieren, etwa 100 mehr als im Vorjahr. Während die Zahl der Hunde auf etwa 3.500 Tiere sank (Vorjahr: knapp 4.000), stieg die Zahl der Katzen auf fast 1.000 (Vorjahr: knapp 800). Auch mehr Kaninchen (von 85.645 auf 94.679) und Vögel (von 39.745 auf 43.783) litten 2019 in deutschen Versuchslaboren. Die Zunahme der Anzahl missbrauchter Fische ist besonders auffällig: Von knapp 230.000 Tieren im Jahr 2018 stieg die Zahl nun auf fast 400.000 Tiere – bei Betrachtung der genauen Zahlen ist dies ein Anstieg von 73,3 Prozent!

Die Wissenschaft braucht einen Paradigmenwechsel

Ebenfalls gestiegen ist die Anzahl der Tiere, die in der Grundlagenforschung „verwendet“ werden: Seit 2019 betrifft dies über eine Million Tiere (2018: etwa 940.000). Speziell im Bereich der Krebsforschung stiegen die Zahlen von knapp 90.000 auf über 100.000 Tiere. Dabei ist die Onkologie ein Paradebeispiel für die Unzuverlässigkeit von Tierversuchen: 96,6 Prozent der neuen Krebs-Medikamente, die im Tierversuch als wirksam und sicher gelten, fallen beim Menschen durch. In der Krebsforschung leiden die Tiere besonders: Sie werden genetisch manipuliert oder bekommen Tumorzellen gespritzt, so dass sie an Krebs erkranken. Mehr als die Hälfte aller Experimente fallen dabei unter die Schweregrade mittel und schwer!

Das gescheiterte System der Tierversuche muss endlich konsequent angegangen und abgeschafft werden. Wissenschaftler von PETA Deutschland und ihren internationalen Partnerorganisationen haben unzählige wissenschaftliche Studien zusammengetragen, die das Scheitern von Tierversuchen verdeutlichen. Gleichzeitig haben sie eine Strategie zum Ausstieg aus Tierversuchen entwickelt, um den medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritt voranzutreiben: den Research Modernisation Deal. Damit bietet PETA den Behörden und politischen Organen auf 70 Seiten wissenschaftliche Unterstützung zur Umsetzung einer längst überfälligen Ausstiegsstrategie aus verschwenderischen Tierversuchen – zugunsten von tierfreien Methoden, die für den Menschen relevante Ergebnisse hervorbringen.

wissenschaft statt tierversuche

Alle Tiere sind fähig, Schmerzen zu empfinden, sie alle können leiden. Es ist weder ethisch noch wissenschaftlich zu rechtfertigen, dass Menschen fühlende Lebewesen in Labore sperren, an ihnen experimentieren und sie töten.

Was Sie tun können

Tierversuche sind nicht nur ein moralisches Desaster – sie sind auch wissenschaftlich irrelevant. Unterzeichnen Sie unsere Petition und fordern Sie so zusammen mit uns verantwortliche Entscheidungsträger dazu auf, Tierversuche zu beenden!