Thomas Cook warnt seine Vertriebspartner vor PETA-Demos: Das Reiseunternehmen hat zu Recht Angst um seinen Ruf

Oberursel / Stuttgart, 14. Dezember 2017 – Die Thomas Cook Gruppe fördert den Verkauf von Eintrittskarten für SeaWorld, obwohl sich der Reiseveranstalter über den grausamen Umgang mit dort gefangenen Tieren bewusst ist. Als Teil der internationalen Aktionswoche für Schwertwale in Gefangenschaft hat PETA für heute, 14. Dezember, eine Orca-Demonstration vor dem deutschen Hauptsitz von Thomas Cook in Oberursel angekündigt. Zwei Tage vor der Demo schickte das Unternehmen eine E-Mail mit Verhaltenstipps an seine Vertriebspartner. Doch nicht alle befürworten die tierfeindliche Firmenpolitik: Ein Reisebüro leitete die E-Mail an PETA weiter und begrüßt Aktionen gegen den wegen Tierquälerei berüchtigten Freizeitpark. Seit Veröffentlichung der PETA-Kampagne Anfang des Jahres mit dem Ziel, die Reisen zu stoppen, haben über 20.000 Menschen Thomas Cook aufgefordert, SeaWorld nicht mehr zu unterstützen.
 
„Thomas Cook fürchtet um seinen Ruf – zu Recht. Den Missbrauch von Orcas durch die Unterstützung von SeaWorld zu tolerieren, ist unentschuldbar“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Wir werden die Kampagne erst beenden, wenn Thomas Cook aufhört, SeaWorld zu bewerben und Reiseangebote dorthin und zu Partnerhotels aufgibt.“
 
PETA schrieb mehrfach an die Geschäftsführung von Thomas Cook, sowohl im Vorjahr als auch aktuell im November. Eine Antwort blieb bislang aus. Die Tierrechtsorganisation ruft dazu auf, Reisen zu Orca-Gefängnissen aus dem Angebot zu verbannen und dem Beispiel anderer Reiseanbieter wie vtours, adeoreisen, JT Touristik, STA Travel und Responsible Travel zu folgen.
 
In Deutschland wird während der gemeinsamen internationalen Aktionswoche mit PETA UK gegen Thomas Cook nur in Oberursel demonstriert. Weitere Aktionen sind für Mitte Februar geplant. Die angekündigte Demonstration scheint das Unternehmen aufzuschrecken. Für den Fall, dass es auch vor anderen Reisebüros zu Demonstrationen kommt, legt Thomas Cook seinen Vertriebspartnern in der PETA zugespielten Mail nahe, die Behörden zu informieren und auf Nachfragen von Journalisten oder Demonstranten an die Zentrale zu verweisen.
 
Im September 2016 hat der kalifornische Gouverneur Jerry Brown die Nachzucht von Orcas und ihre Vorführung in Unterhaltungsshows in Kalifornien gesetzlich untersagt. Das Verbot gilt seit Juni dieses Jahrs. Diese Entscheidung wird künftigen Orcagenerationen die Gefangenschaft ersparen, ändert jedoch nichts am Leid der Schwertwale, die noch immer von SeaWorld eingesperrt werden. Zudem hat das Unternehmen seine Zirkusshows mit „erzieherischem Wert“ begründet, sodass diese weiterhin stattfinden dürfen. PETA fordert, dass SeaWorld die Meeressäuger unverzüglich an betreute Meeresbuchten überstellt. Bis dahin sollte der Themenpark als Reiseziel für Tierfreunde tabu sein.
 
Die intelligenten Meeressäuger haben bei SeaWorld keine andere Möglichkeit, als in ihren winzigen Betonbecken endlos im Kreis zu schwimmen. In freier Wildbahn gehen Orcas komplexe Beziehungen ein, arbeiten bei der Nahrungssuche zusammen und legen jeden Tag eine Strecke von bis zu 200 Kilometern im Meer zurück. Bei SeaWorld werden miteinander unverträgliche Orcas zusammen in viel zu kleine, kahle Becken gesperrt. Den Tieren werden starke Beruhigungsmittel wie Diazepam verabreicht, um ihr stressbedingt aggressives Verhalten zu kontrollieren. Zudem werden Mütter von ihren Jungen getrennt. Aus Frustration und Verzweiflung nagen die Tiere an den Betonwänden der Becken und ruinieren sich dabei die Zähne. Oft sterben sie Jahrzehnte bevor sie ihre natürliche Lebenserwartung erreicht haben. 41 Orcas sind unter SeaWorlds Aufsicht bereits gestorben, alleine dieses Jahr waren es sechs Meeressäuger.

Weitere Informationen:
PETA.de/Thomas-Cook-Seaworld
PETA.de/Reiseveranstalter-Seaworld
Seaworldofhurt.com

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de