Tierbeschlagnahmung zwingend notwendig: PETA weist Vorwürfe des Zirkus Las Vegas gegen Staatsanwaltschaft Kiel zurück

Kiel / Stuttgart, 2. September 2014 – Nachdem im Mai 2013 ein Elefant sowie vier Löwen und Tiger aus dem Zirkus Las Vegas beschlagnahmt wurden, haben die Zirkus-Verantwortlichen nun Strafanzeige und Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die zuständige Staatsanwaltschaft in Kiel eingereicht – sie halten den Einzug der Tiere für ungerechtfertigt. PETA Deutschland e.V. weist die Anschuldigungen des Zirkus jetzt zurück. Die Tierrechtsorganisation hatte die Behörden vor der Beschlagnahmung monatelang auf die tierquälerische Elefantenhaltung aufmerksam gemacht. Die Elefantendame Chitana musste über ein Jahr lang in Einzelhaltung leben – ein deutlicher Verstoß gegen die Zirkusleitlinien, die den § 2 des Tierschutzgesetzes bezüglich der verhaltensgerechten Unterbringung eines Tieres definieren. Ein deutlicher Beleg für ihr ausgeprägtes Leiden waren Chitanas Verhaltensstereotypien. Mindestens eine Großkatze wurde – teilweise vor den Augen des Publikums – in der Manege misshandelt. PETA setzt sich für ein bundesweites Verbot von Wildtieren im Zirkus ein.

„Die Maßnahme der Kieler Staatsanwaltschaft, die Tiere vor weiteren Leiden und Schmerzen durch die Zirkus-Verantwortlichen zu retten, war dringend erforderlich und vorbildhaft“,  so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA Deutschland e.V. „Dass sich jetzt die Täter – die Verantwortlichen bei Zirkus Las Vegas – als Opfer darstellen, ist eine Masche, die in Zirkuskreisen seit Jahren angewandt wird.“
Die Tierrechtsorganisation hat der Staatsanwaltschaft 2013 Videomaterial und Augenzeugenberichte aus den Jahren 2011 und 2012 zukommen lassen. Daraus geht hervor, dass eine verängstigte Löwin wiederholt am Schwanz durch die Manage geschliffen und misshandelt wurde.

Die Elefantendame Chitana lebt seit der Beschlagnahmung gemeinsam mit Artgenossen in einem belgischen Zoo. Nächtliche Ankettungen, Schläge, soziale Isolation und stundenlange LKW-Transporte gehören für sie der Vergangenheit an. Renommierten Elefanten-Experten wie Dr. Fred Kurt oder Dr. Cynthia Moss zufolge ist es stets Gewalt, die die sensiblen Tiere in Zirkussen zum Gehorsam zwingt. Elefanten werden in Zirkus-Gefangenschaft nicht einmal halb so alt wie in freier Natur. PETA veröffentlichte 2013 ein erschütterndes Video das zeigt, wie Elefanten und Großkatzen hinter den Kulissen in Zirkusbetrieben misshandelt werden – darunter auch eine Löwin im Zirkus Las Vegas.

PETA kritisiert in diesem Zusammenhang die Aussage der 7. Kammer des Kieler Landgerichts, dass die Beschlagnahmung der Tiere den Dompteur „wesentlich in seinem Recht auf Berufsfreiheit“ betroffen habe. Doch wenn die Berufsausübung aktive oder passive Tierquälerei beinhaltet, so kann hier nicht mit Berufsfreiheit argumentiert werden. Die Haltung von Wildtieren wie Raubkatzen und Elefanten im Zirkus ist systembedingt tierquälerisch und wird deshalb von der Bundestierärztekammer und dem Bundesrat abgelehnt.

Die Maßnahmen der Kieler Staatsanwaltschaft in verschiedenen Tierschutzfällen der letzten Zeit wurden von den Gerichten überwiegend bestätigt. Beispielsweise veranlasste die Staatsanwaltschaft im Februar 2014 eine Razzia beim Großschlachthof VION in Bad Bramstedt wegen Verdachts auf massive Tierquälereien. Eine Aktion, die sich nach bisherigen Erkenntnissen ebenfalls als notwendig erwiesen hat. Ende 2011 ließ die Behörde ca. 150 Tiere auf einem Pferdehof im Kreis Rendsburg-Eckernförde beschlagnahmen. Die Betreiber sind mittlerweile beim Amtsgericht Rendsburg wegen Tierquälerei angeklagt.

Das druckfähige Motiv der Elefantendame senden wir auf Anfrage gerne zu. Bei Bild 2 handelt es sich um einen Video-Screenshot.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/ElefantChitana
PETA.de/Vion
PETA.de/Pferdezucht
 
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