Ort des Grauens: Ein Blick in ein Tierheim in Rumänien

Versetzen Sie sich in die Lage eines heimatlosen Hundes in Rumänien.

Sie sind einer von 600.000 Hunden auf Rumäniens Straßen und kämpfen Tag für Tag ums Überleben. Ihre Knochen schmerzen und Sie sind ständig auf der Suche nach einem warmen Platz zum Schlafen oder einer Kleinigkeit zu essen.
 
© by Carmen Arsene
Plötzlich kommt ein Tierfänger vorbei.
 
© by Wiebke Plasse
Obwohl Sie versuchen zu flüchten, verheddert sich Ihr Kopf in seiner Fangschlinge.
Sie haben wahnsinnige Angst, doch es gibt kein Entkommen mehr. Der Tierfänger schmeißt Sie in einen Transportwagen, wo bereits weitere Hunde in Metallkäfigen stehen und panisch bellen.

Sie erkennen einige Vierbeiner von der Straße wieder, aber auch Hunde mit Zuhause. Tierfänger kontrollieren nämlich nicht, ob die Hunde, die sie mitnehmen, eine Familie haben oder nicht. Sie entreißen alle frei herumlaufenden Hunde ihrem gewohnten Umfeld, weil sie für jeden Hund eine sogenannte Fangprämie bekommen.

Das knatternde Fahrzeug setzt sich in Bewegung und Ihre Leidensgenossen laufen panisch hin und her. Sie haben nicht die leiseste Ahnung, wohin die Fahrt geht. Es könnte ein Kill-Tierheim sein, wo Hunde wie Sie erbarmungslos erschlagen oder vergast werden. Oder es könnte ein No-Kill-Tierheim sein, wo Sie Ihr Leben in einem heruntergekommenen Zwinger verbringen müssten.

Tatsächlich hält der Transporter vor einem städtischen No-Kill-Tierheim. Ein Mitarbeiter zerrt Sie in einen hoffnungslos überfüllten Zwinger, wo Sie von 14 weiteren Hunden angeknurrt und bedroht werden. Sie verziehen sich in die hinterste Ecke, wo sich die rostigen Gitterstäbe in Ihr Fleisch bohren und die Sonne unaufhaltsam auf Ihren Kopf brennt. Sie bemerken, dass es lediglich einen Wasserbehälter für alle Hunde im Zwinger gibt, doch Sie haben keine Kraft, um für die Reste zu kämpfen.
 
© by Carmen Arsene
Unter der Woche werden Sie Essensreste aus der Kantine bekommen. Das viel zu salzige Essen wird Ihren Durst noch weiter nach oben treiben und Sie werden Gefahr laufen, sich an den Zahnstochern oder Scherben im Essen zu verletzen. Nach kurzer Zeit werden Sie schreckliche Bauchkrämpfe und Durchfall quälen, denn Ihr Körper verträgt dieses Essen nicht. Am Wochenende wird gehungert, weil die Kantine an diesen Tagen geschlossen ist. Die miserable Ernährung, die mangelnde Hygiene, die unbehandelten Verletzungen und die Kämpfe innerhalb der Zwinger führen dazu, dass ein Großteil der Hunde bereits nach kurzer Zeit stirbt.
 

Warum sind Tierheime in Rumänien ein Ort des Grauens?

Städtische Tierheime verdienen im Normalfall an jedem Hund, den sie aufnehmen. Sie nehmen die Tiere also nicht auf, um ihnen zu helfen, sondern um Kapitel aus ihnen zu schlagen. Das Leid in den Tierheimen ist so massiv, dass kein mitfühlender Mensch diese Erfahrung jemals wieder vergisst.

Es ist klar, dass man die Seelen, die dort sitzen, nicht im Stich lassen kann.

Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, den Hunden in einem städtischen Tierheim in der Nähe unseres Projekts die dringend benötigte Hilfe zu geben und zu helfen, wo wir nur können.

Da die Hunde keinen Schutz vor den Wetterbedingungen haben, unterstützen wir sie, indem wir im Winter Stroh für die Zwinger spenden. Das schützt die Vierbeiner und bringt ein kleines bisschen Glück in ihren traurigen Alltag.

Für den Sommer konnten wir hochwertige Wasserbehälter kaufen und diese fest in den Zwingern installieren. So haben die Vierbeiner an den heißen Tagen ausreichend Wasser zur Verfügung und einen sicheren Napf, der nicht umfallen kann.
 
An den Wochenenden versorgen wir die Vierbeiner mit geeignetem Essen und stellen so sicher, dass keiner der Hunde an diesen Tagen mehr hungern muss.

Immer wieder können wir einige Hunde aufnehmen, sie pflegen und uns darum kümmern, dass sie liebevolle Familien finden.

Früher wurden weibliche und männliche Hunde gemeinsam in die Zwinger gesperrt, was dazu führte, dass sie sich in den Zwingern vermehrten und das Leid noch größer wurde. Wir entschlossen uns, jeden Hund, der neu ins Tierheim kommt, zu kastrieren und medizinisch zu versorgen. Kleine Welpen werden direkt in ein kleines privates Tierheim vor Ort gebracht, wo sie ausreichenden Impfschutz vor der hochansteckenden Krankheit Parvovirose erhalten, an der noch immer viele tausend Hunde und Welpen in Rumänien erkranken und sterben.
 
Besonders in den städtischen Tierheimen ist die Ansteckungsgefahr und die Todesrate bei Welpen extrem hoch. Schließlich sind hier die hygienischen Bedingungen äußerst schlecht.

Ein großes Problem ist, dass ein Großteil der Hunde in Rumänien nicht kastriert ist. Dazu gehören zum einen die heimatlosen Hunde, aber auch die Hunde, die ein Zuhause haben und ohne Aufsicht in den Gärten leben. All sie vermehren sich ungehindert mit heimatlosen Hunden und so entstehen Tag für Tag Jungtiere, die niemand aufnehmen möchte und die schlimmstenfalls lebenslang in städtischen Tierheimen landen. Seit 2013 gibt es eine Kastrations- und Registrierungspflicht für jeden Vierbeiner und trotzdem ist Rumänien noch immer das Land mit den meisten heimatlosen Vierbeinern in ganz Europa.

Aus diesem Grund haben wir uns, gemeinsam mit unserem Partner Eduxanima, dazu entschlossen, ein großes Kastrations- und Bildungsprogramm ins Leben zu rufen, mit dem jedes Jahr etwa 4.000 Tiere kastriert, registriert sowie medizinisch versorgt werden können.
 
Bildungsunterricht an Schulen zeigt Kindern auf, wie wichtig es ist, Mitgefühl und Empathie für alle Lebewesen zu empfinden. Wir sprechen mit lokalen Politikern und Bürgermeistern, um die Kampagne auf viele weitere Orte in Rumänien auszuweiten und um das Leid tausender Vierbeiner endlich zu minimieren. Hand in Hand kämpfen wir für ein besseres Leben der Hunde und Katzen in Rumänien.
 

So können Sie helfen!


Unterstützen Sie uns gerne mit einer Spende, damit wir noch vielen weiten Hunden und Katzen in Rumänien helfen können.



Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, einen Hund oder ein anderes Tier aufzunehmen, so möchten wir Sie darum bitten, niemals zu einem Züchter zu gehen oder ein Tier im Internet zu kaufen, sondern immer einem Tier aus dem Tierheim ein richtiges Zuhause zu schenken.


 

Unsere Autoren

PETA Team

Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Co-Autoren.