Tierleid ist keine Delikatesse: PETA fordert TV-Moderator Günther Jauch und Sternekoch Tim Raue auf, Stopfleber von der Speisekarte der Villa Kellermann zu streichen

Potsdam / Stuttgart, 2. Dezember 2019 – Im Potsdamer Restaurant Villa Kellermann, dessen Inhaber Günther Jauch ist und das Tim Raue als Restaurantbetreiber leitet, stehen Entenlebergerichte auf der Speisekarte. Auf schriftliche Nachfrage eines potenziellen Gasts bestätigte das Restaurant Anfang November gegenüber PETA, dass es sich bei der „Entenleber“ um Stopfleber, auch Foie gras genannt, handelt. Für die Herstellung, die so grausam ist, dass sie in Deutschland verboten ist, werden Gänse und Enten massiv gequält und bewusst krank gemacht. Sie werden zwei- bis dreimal täglich mit einem Schlauch oder Rohr, das ihnen gewaltsam in die Speiseröhre gestoßen wird, mit fettreichem Getreidebrei „gestopft“. Aus diesem Grund hat PETA die Villa Kellermann am 13. November angeschrieben und darum gebeten, das Produkt von der Speisekarte zu streichen. Doch selbst auf die Nachfrage von PETA vergangene Woche kam keine Antwort.

„Stopfleber ist das kranke Organ eines gequälten Vogels. Die Tiere werden innerhalb kurzer Zeit mehrmals täglich mit einem Viertel ihres Körpergewichts gemästet. Dies ist, als würde man einem durchschnittlichen Mann etwa zwölf Kilogramm Spaghetti in den Rachen stoßen“, so Dr. Tanja Breining, Biologin und Fachreferentin bei PETA. „Wir bitten Günther Jauch und Tim Raue darum, in ihrer Vorbildfunktion Empathie zu zeigen und das Qualprodukt von der Karte zu streichen.“
 
Stopfleber ist so grausam, dass sie vielerorts verboten ist
Die „Produktion“ von Stopfleber ist so grausam, dass sie in Deutschland und 13 weiteren europäischen Ländern sowie in Argentinien und Israel verboten ist. In New York ist der Verkauf zudem ab Oktober 2022 untersagt. Der Stadtrat der US-Metropole stimmte Ende Oktober 2019 für das Gesetz. Bei Zuwiderhandlung sollen Geldstrafen von bis zu 2.000 Dollar drohen. Zahlreiche Hotels, Restaurants, Online-Händler und Markthallen in Deutschland haben Foie gras außerdem bereits ausgelistet.
James-Bond-Legende Sir Roger Moore liegt das Leid der Tiere sehr am Herzen. Daher hat er das Aufklärungsvideo von PETA UK besprochen. Auch weitere Prominente unterstützen die Kampagne, beispielsweise Gastronomie-Expertin Eva Miriam Gerstner, Oscarpreisträgerin Kate Winslet, PR-Managerin Alexandra von Rehlingen, Model Tamara Ecclestone und Bestsellerautorin Charlotte Link.
 
Stopfleber bedeutet für Enten und Gänse ein unwürdiges Leben und einen qualvollen Tod
Frankreich ist der größte Stopfleberproduzent der EU. Obwohl die Haltung der Vögel in Einzelkäfigen in der EU eigentlich seit 2005 verboten ist, gibt es dennoch weiterhin Betriebe, in denen die Tiere so eingesperrt sind, dass sie den Kopf permanent durch Käfigstäbe strecken müssen und sich nicht einmal umdrehen, geschweige denn ihre Flügel ausbreiten können. Für die „Produktion“ von Foie gras werden außerdem nur Erpel verwendet, weil die Leber der weiblichen Tiere zu klein ist und zu viel Nervengewebe enthält. Alleine in Frankreich werden deshalb jedes Jahr mehr als 30 Millionen weibliche Küken direkt nach der Geburt am Fließband aussortiert und lebend in den Schredder geworfen.
Durch die quälerische Mast schwillt ihre Leber in nur zwölf bis 21 Tagen auf das bis zu Zehnfache ihres Normalgewichts an. Bei einem Menschen würde die Leber dann etwa 15 Kilogramm wiegen. Diese Zwangsmast führt neben der pathologischen Verfettung der Leber, Steatose genannt, auch zu Atemnot, Halsverletzungen, Knochenbrüchen, Leberblutungen und Herzversagen. Viele Tiere sterben daher bereits, bevor sie in den Schlachthof kommen.
 
Hintergrundinformationen zu Gänsen und Enten
Gänse und Enten sind freundliche, intelligente und hochsoziale Vögel, die enge Bindungen schließen und oft als Paar ein Leben lang zusammenbleiben. Sie kümmern sich liebevoll und ausgiebig um ihren Nachwuchs und sind sehr kommunikativ. In Freiheit erreichen Enten und Gänse ein Alter von zehn bis 15 Jahren.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Weitere Informationen:
PETA.de/Stopfleber

Pressekontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]