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Tierquäler verletzen Pferde in Beelitz und Michendorf – PETA setzt pro Fall 1.000 Euro Belohnung für Hinweise aus

 
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Tierrechtsorganisation fordert bundesweites Register für Pferderipper-Fälle

Stand Juli 2017
Beelitz / Michendorf / Stuttgart, 19. Juli 2017 – Fahndung nach Tierquälern: Medienberichten zufolge fügte ein unbekannter Täter in der Zeit zwischen Sonntagvormittag und Montagabend einem Pferd auf einer Weide in Beelitz mit einem Messer eine etwa zehn Zentimeter lange Schnittwunde an der Brust zu. Bereits zwischen Samstagabend und Sonntagnachmittag schoss ein Tierquäler mit einer Luftdruckwaffe auf ein Pferd auf einer Koppel bei Michendorf. Die Pferdehalterin entdeckte am Sonntagnachmittag eine Fleischwunde am Hinterbein des Tieres, in der ein Diabolo-Projektil steckte. Die Polizei ermittelt in beiden Fällen unter anderem wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Um die Suche nach den Tierquälern zu unterstützen, setzt die Tierrechtsorganisation PETA jetzt in jedem Fall eine Belohnung in Höhe von jeweils 1.000 Euro für Hinweise, die den oder die Täter überführen, aus. Zeugen wenden sich an die Polizei und können sich telefonisch unter 01520 7373341 oder per E-Mail bei PETA melden – auch anonym. Diese sind nicht die ersten Angriffe auf Pferde in der Region. Erst im Juni wurden zwei Pferde in Elsholz durch Schnitte verletzt. Bereits im August 2016 durchtrennte ein Unbekannter einer Stute in Zossen ein Bein, so dass sie eingeschläfert werden musste.
 
„Momentan gibt es eine auffällige Häufung von Gewalttaten gegenüber Pferden“, so Judith Pein im Namen von PETA. „Wir fordern daher ein bundesweites, behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler erfasst werden. So könnten regionale Häufungen und mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver überregional zusammenarbeiten. Pferdehalter würden über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt, um Pferde besser vor Angriffen schützen zu können. Die Überführung sadistischer Täter ist umso wichtiger, da sich Tierquäler unter Umständen später auch an Menschen vergehen.“
 
PETA registriert seit 2013 bundesweit Taten von Pferderippern und stellt diese Informationen gerne den ermittelnden Behörden zur Verfügung.
 
PETA rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.
 
Die Tierrechtsorganisation warnt, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere. Bereits in den 1990er Jahren erschütterte eine Serie von „Pferderipper“-Taten die Republik: Damals wurden über 100 Pferde, vorzugsweise in Niedersachsen, gepeinigt.

Kaltblütigen Handlungen gegenüber Tieren liegen oft schwerwiegende psychologische Störungen der Täter zugrunde. Sie können erstes Zeichen für eine gewalttätige Pathologie sein, die menschliche Opfer miteinschließt. PETA liegen zahlreiche Studien vor, die den Zusammenhang zwischen Delikten an Menschen und Tieren aufzeigen. Diese Studien haben mittlerweile Soziologen, Gesetzesgeber und Gerichte davon überzeugt, dass Gewalttaten an Tieren unsere Aufmerksamkeit verlangen. In der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ klärt PETA über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten an Menschen auf. Sie dient als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter.

Weitere Informationen:
PETA.de/Tierquälerei
PETA.de/ZeugeVonGrausamkeit
PETA.de/Staatsanwalt
VEGANBLOG.de/2015/01/Pferderipper-Norddeutschland-gefasst/

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 68 32 666 04, JudithS@peta.de