Tiertransport: 500 Hühner sterben einen qualvollen Hitzetod

Tiertransport Hitze© Polizei Mittelhessen / dpa
Weil einige Fahrer von Tiertransportern sich nicht an das Transportverbot während der aktuellen Rekordhitze halten wollten, starben hunderte Hühner und mehrere Schweine einen überaus leidvollen Tod.

Aufmerksame Autofahrer entdeckten am 24. Juli auf der A5 einen Tiertransporter, in dessen Käfigen zahlreiche leblose Hühner lagen. Auch bestand an diesem Tag ein europaweites Verbot für internationale Tiertransporte. Die Polizei holte aufgrund der Meldung den Transporter ein und konnte bereits beim Vorbeifahren deutlich die toten Hühner erkennen. Die noch lebenden Tiere befanden sich in einem erbärmlichen Zustand und lagen kraftlos in ihren Käfigen. Beim Öffnen des Transporters bestätigte die hinzugerufene Tierärztin, dass rund 500 Hühner durch die Hitze qualvoll gestorben sind.

Weder Abkühlung noch Trinkwasser

Der Transporter aus Frankreich sollte die insgesamt 4.470 Hühner bei einer Außentemperatur von 34 Grad nach Polen in ein Schlachthaus befördern. Laut der Tierärztin hätte kein einziges Tier die Horrorfahrt nach Polen überlebt. Die Tiere wurden im Transporter lediglich vom Fahrtwind „gekühlt“ und es stand ihnen kein Trinkwasser zur Verfügung. Die noch lebenden Hühner wurden entladen und in einem Geflügelbetrieb untergebracht – davon schweben rund 400 bis 500 Tiere in Gefahr, die Folgen der Hitze nicht zu überleben.

Die Fahrer des Transporters mussten wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz eine Sicherheitsleistung in Höhe von 2.000 Euro hinterlegen. Außerdem wird gegen weitere am Transport beteiligte Personen ermittelt. Wir von PETA haben zudem Strafanzeige erstattet.

Tote Schweine bei grausamem Hitzetransport

Bereits am Tag zuvor wurde ein Transporter aus Frankreich auf der A2 gemeldet, der Schweine in schrecklichen Zuständen geladen hatte. Die Polizei stoppte den LKW und fand 143 völlig dehydrierte Tiere auf, die hyperventilierten und sich nicht mehr auf den Beinen halten konnten. Drei Schweine waren bereits tot. Auch hier wurde den Tieren kein Wasser während des Transportes bereitgestellt und trotz Belüftung war der Laderaum 41 Grad heiß. Tiertransporte sind eigentlich ab einer Temperatur von 30 Grad auf der Ladefläche verboten.
 
Hitze Tiertransporte
© by dpa
Mithilfe der Feuerwehr wurden die Schweine sofort mit Wasser versorgt und abgekühlt. Der LKW-Fahrer musste eine Sicherheitsleistung in Höhe von 700 Euro leisten. Anschließend durfte er die Tiere zum vorgesehenen Schlachthof in Deutschland bringen, wo die Schweine an den zuständigen Veterinär übergeben wurden. Wir von PETA haben auch in diesem Fall Anzeige erstattet.

Was Sie tun können

  • Bitte rufen Sie die Polizei an, wenn Sie einen Tiertransporter bei hohen Temperaturen sehen – besonders, wenn die Tiere sichtbar leiden oder bereits tot sind. Eine ausführliche Beschreibung des Transporters und das Nennen des Nummernschildes hilft den Beamten, den LKW schnell ausfindig zu machen.
  • Machen Sie aussagekräftige Bilder von dem Transporter und senden Sie diese an das zuständige Veterinäramt oder per Formular an uns. 
  • Leider bleibt langfristig keinem der Tiere die Fahrt zum Schlachthof erspart. Entscheiden Sie sich daher gegen den Konsum von tierischen Lebensmitteln und ernähren Sie sich rein pflanzlich – nur so können die grausamen Tiertransporte endgültig gestoppt werden!

Unsere Autoren

Friederike Huth

setzt sich als Editor und Coordinator im Online Marketing für die Rechte der Tiere ein.