Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten beenden! Jetzt unterzeichen!

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Viele Menschen kennen die traurigen und angsterfüllten Augen der Schweine, Rinder oder Hühner, wenn sie auf den Straßen transportiert werden – meist auf dem Weg in den Schlachthof. Laut einer Kleinen Anfrage wurden im Jahr 2012 zwischen den EU-Mitgliedsstaaten über 100.000 Rinder, mehr als 12 Millionen Schweine und Ferkel sowie fast 900 Millionen Geflügel „gehandelt“. Hinzu kommen Tausende Tiere, die in und aus Drittländern transportiert werden (1). 2017 sollen 70.000 Rinder und etwa gleich viele Schweine in sogenannten Langstreckentransporten in Nicht-EU-Staaten transportiert worden sein (2). Alleine in Deutschland werden jedes Jahr etwa 800 Millionen Tiere in Schlachthäusern getötet – nicht selten sehen die Tiere auf den Transporten zum ersten Mal das Tageslicht, da sie ihr entbehrungsreiches Leben bis dahin in Zucht- und Mastfabriken fristen mussten.

Deutsche Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten müssen sofort beendet werden!

Tiere leiden auf dramatische Weise bei Tiertransporten: Das hat zum wiederholten Mal auch der TV-Beitrag „Geheimsache Tiertransporte – Wenn Gesetze nicht schützen“ von November 2017 auf traurige Weise gezeigt. Appellieren Sie gemeinsam mit PETA an den Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages und fordern Sie ein sofortiges Ende der grausamen Lebendtiertransporte in Drittländer.

Online Petition

Qualvolle Tiertransporte in Nicht-EU-Staaten stoppen!

Sehr geehrte Damen und Herren,

im TV-Beitrag „Geheimsache Tiertransporte“ wurde mit schockierenden Bildern deutlich, dass Tiere vor allem beim Transport in Drittländer massiv leiden und europäische Gesetze zum Transport von sogenannten „Nutztieren“ nicht ansatzweise eingehalten werden.

Transporte bedeuten immer massiven Stress für die Tiere, die in ihrem Leben meist nicht viel mehr als einen Stall kennengelernt haben. Außerdem kann ein Transport zusätzliche Leiden durch teils extreme Hitze oder Kälte, tagelange Wartezeiten an den EU-Außengrenzen ohne ausreichend Wasser und Futter, gegenseitige Verletzungen der verängstigten und zusammengepferchten Artgenossen, Unfälle, nicht erkannte Krankheiten vor Transportbeginn, vorschriftswidrig nicht gemolkene Kühe und vielem mehr verursachen.

Die europäische Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates vom 22.12.2004 „über den Schutz von Tieren zum Transport und damit zusammenhängenden Vorgängen“ enthält zwar sehr detaillierte Vorschriften, um die Leiden der Tiere bei den Transporten zu verringern. Problematisch ist jedoch, dass die Möglichkeit der Einhaltung dieser Vorschriften bei der Prüfung eines Transportgenehmigungsantrags durch einen Amtsveterinär nicht kritisch genug hinterfragt wird, obwohl bereits im Jahr 2015 der Europäische Gerichtshof einen „wirklichkeitsnahen“ Prüfungsmaßstab mit einem großen Ermessensspielraum für die Behörden angemahnt hat. Zum anderen können aufgrund der Vielzahl der Transporte nur Bruchteile bei der Durchführung auch tatsächlich kontrolliert und Verstöße rasch abgestellt werden.
Da verwundert es nicht, dass in Drittländern von „Schutz“ absolut keine Rede mehr sein kann.

Deutschland muss Vorreiter sein und darf sich nicht auf langen und zähen EU-Verhandlungen ausruhen. Es muss so schnell wie möglich ein Zeichen gesetzt und wenigstens Tiertransporte in Drittländer verboten werden.

Freundliche Grüße

 

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Die Tierschutztransportverordnung

Diese Verordnung gilt für jeden kommerziellen Tiertransport und soll die Tiere während der Zeit des Transportes – wie der Name schon sagt – schützen (3). Wie so oft liegen Theorie und Praxis auch hier weit auseinander, denn die meist unzureichenden Kontrollen zeigen, dass häufig nicht einmal die minimalen gesetzlichen Regelungen eingehalten werden. Eine spezifische Verkehrskontrolle der Polizeidirektion Oldenburg im Jahr 2014 zeigte beispielsweise eine erschreckende Beanstandungsquote von über 70 % (4).

Zudem ist die Formulierung oftmals sehr schwammig, und die Verordnung wird in den europäischen Ländern unterschiedlich angewendet. So werden beispielsweise Fahrzeuge zugelassen, bei denen sich die Tiere durch falsche Trennvorrichtungen verletzen können oder in denen eine unpassende Trinkvorrichtung angebracht ist.

Aufgrund der hohen Tieranzahl auf den Fahrzeugen können Transporteure oder Kontrolleure bei Transporten meist nicht alle Tiere in Augenschein nehmen. Häufig lassen sich die vorgeschriebenen Punkte in der Praxis auch schlicht nicht umsetzen – wie beispielsweise, mehrere Hundert Kälber während der vorgeschriebenen einstündigen Ruhepause zu tränken.
Auch das vorgeschriebene Platzangebot hat nichts mit „Schutz“ zu tun. So hat ein Schwein mit einem Gewicht von rund 120 Kilogramm nur 0,55 m² Platz – also weniger als in etwa die Grundfläche einer Duschwanne. Oft verletzen sich die Tiere gegenseitig, da sie beispielsweise aus Platzmangel auf liegende Artgenossen treten.

Die Agrarlobby, die mit Tierhaltung, Tiertransporten und Tierschlachtungen viel Geld verdient, übt einen sehr starken Einfluss auf die Politik aus. Es ist unbegreiflich, dass die Tierschutztransportverordnung bei der Änderung im Jahr 2007 nicht auf den neuesten wissenschaftlichen Stand gebracht wurde. Dies zeigt einmal mehr, dass Wirtschaftlichkeit auch hier vor gelebtem Tierschutz steht.

Hunderte, oft sogar Tausende Puten passen auf einen Tiertransporter. In engen Kisten werden sie bei Hitze wie Kälte häufig Hunderte Kilometer zum Schlachthof transportiert.

Dauer der Tiertransporte

Laut Verordnung dürfen innerstaatliche Transporte zu einem Schlachtbetrieb nicht länger als acht Stunden dauern. Die Praxis sieht durch zahlreiche „Ausnahmen“ jedoch anders aus: Geflügel und Kaninchen dürfen zwölf Stunden transportiert werden, und theoretisch kann ein Transport endlos dauern, wenn Schweine nach 24 Stunden (Wasser muss immer vorhanden sein), Rinder nach 29 Stunden (inklusive einer Stunde Pause für Wasser und eventuell Nahrung) und Jungtiere nach 19 Stunden (inklusive einer Stunde Pause für Wasser und eventuell Nahrung) eine 24-stündige Ruhepause außerhalb des Transporters erhalten. Auf diese Weise werden Tiere oft tagelang durch Europa oder über die Grenzen hinaus transportiert.

Kälber, die eigentlich noch die Zuwendung der Mutter bräuchten, werden oft tagelang transportiert, um im Ausland billiger gemästet zu werden.

Die häufigsten Leiden

Jeder Transport bedeutet Stress für die Tiere – oft verletzen sie sich oder sterben langsam und qualvoll auf den Transportern. Dabei spielt die Transportdauer keine entscheidende Rolle, denn auch bei kurzen Strecken sind Verletzungen und Todesfälle keine Ausnahme. Das Leiden verlängert sich aber natürlich mit der Dauer des Transportes.
Neben den teils sehr schlechten Witterungsbedingungen (Hitze, Kälte) stellen Kontrollen häufig überladene Transporter mit dehydrierten Tieren fest, oder solche mit einer zu geringen Deckenhöhe, sodass sich die Tiere den Rücken stoßen und aufscheuern. Nicht selten werden zudem eingeklemmte Körperteile sowie fehlende oder falsch angebrachte Trennwände dokumentiert, was zu Beinbrüchen, Quetschungen und anderen schlimmen Verletzungen bis hin zum Tod führen kann.

Ein weiteres Problem: Oft werden Tiere zum Schlachthof transportiert, die eigentlich nicht mehr „transportfähig“ sind. Teilweise liegt dies an Landwirten und Transporteuren, die nicht davor zurückschrecken, Tiere gesetzeswidrig gewaltvoll auf die Fahrzeuge zu zwingen. Zudem hat der Gesetzgeber hier erneut (bewusst) schwammige Aussagen formuliert, denn die Grenze zwischen „leicht erkrankt/verletzt“ und „erkrankt/verletzt“ – und somit transportunfähig – ist nicht klar geregelt und daher mehr oder weniger frei interpretierbar. Auch eine sogenannte Todesrate ist bei Tiertransporten eine einkalkulierte Größe und kann gerade beim empfindlichen Geflügel schnell einige Prozent betragen.

Theorie und Praxis könnten unterschiedlicher nicht sein

 Laut Artikel 3 der Verordnung über den Schutz von Tieren beim Transport (EG) 1/2005 darf ein Transport nur genehmigt werden, wenn „den Tieren Verletzungen und Leiden erspart werden und ihre Sicherheit gewährleistet ist“ (3). Demnach sollte es theoretisch seit Jahren keine Lebendtiertransporte mehr auf europäischen Straßen geben. Der Europäische Gerichtshof entschied 2015 zudem mit einem Grundsatzurteil, dass europäisches Tierschutzrecht bis ins Zielland eines Tiertransports gilt (6). Doch obwohl zahlreiche Vorschriften der Europäischen Tierschutztransportverordnung, wie beispielsweise die tatsächliche Transportdauer oder die Verfügbarkeit von Abladestationen, weder innerhalb noch außerhalb der EU eingehalten oder sichergestellt werden können, genehmigen deutsche Veterinäre häufig Transporte in Nicht-EU-Staaten. Kontrolliert werden die Transporte kaum. Dabei ist den Verantwortlichen in den Veterinärämtern, Zuchtverbänden und in der Politik längst klar, dass die meisten Langstreckentransporte gegen die Transportverordnung verstoßen und somit schlichtweg illegal sind. Aus wirtschaftlichen Gründen werden sie jedoch dennoch genehmigt.

Immer mehr Veterinäre verweigern seit Beginn des Jahres 2019 die Abfertigung von Langstreckentransporten. Vorgesetzte sowie mehrere Politiker setzen diese Tierärzte jedoch massiv unter Druck, die Transporte wieder freizugeben.

Was Sie tun können

Kaufen Sie keine tierischen Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier, denn hinter diesen Erzeugnissen steckt großes Tierleid. Melden Sie sich noch heute für unser unverbindliches und kostenloses Veganstart-Programm an und erhalten Sie 30 Tage lang leckere vegane Rezepte und viele Tipps und Tricks, die den Einstieg in ein gesundes und tierfreundliches Leben erleichtern.



(1) Deutscher Bundestag (2013): Kleine Anfrage zur Entwicklung der Tiertransporte. Drucksache 17/14718. http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/147/1714718.pdf (zuletzt abgerufen am 27.10.2015)

(2) Neue Osnabrücker Zeitung: „70.000 Rinder vergangenes Jahr lebend ins Ausland transportiert“, 13.3.2017. Online abrufbar unter: https://www.presseportal.de/pm/58964/4216388 (zuletzt abgerufen am 4.4.2019)

(3) Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: „Verordnung zum Schutz von Tieren beim Transport und zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1/2005 des Rates (Tierschutztransportverordnung - TierSchTrV)“, 11.02.2009. Online abrufbar unter: http://www.gesetze-im-internet.de/tierschtrv_2009/BJNR037500009.html (zuletzt abgerufen am 4.4.2019)

(4) Polizeidirektion Oldenburg: „Kontrolle von Lebendtiertransporten +++ Beanstandungsquote bei 72 Prozent“, 07.11.2014. Online abrufbar unter: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/62353/2874480 (zuletzt abgerufen am 4.4.2019)