Tiertransporterunfall mit 65 Rindern bei Bad Nenndorf: PETA erstattet Anzeige und fordert Ende der kommerziellen Beförderung lebender Tiere

Tod im Tiertransporter: Einem Medienbericht zufolge kam ein mit 65 Jungrindern beladener 40-Tonner vergangenen Sonntag auf der A2 in Richtung Dortmund von der Fahrbahn ab. Ursache sei möglicherweise die Übermüdung des 21-jährigen Fahrers gewesen. Bei dem Unfall kamen 20 Rinder ums Leben. PETA hat nun unter anderem wegen Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und gegen die Tierschutztransportverordnung Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bückeburg gegen die Verantwortlichen erstattet. Für Tiere sind die Transporte stets mit zahlreichen Risiken verbunden: Sie leiden unter Hunger und Durst und sind erdrückender Enge sowie Temperaturschwankungen ausgesetzt. Das Verletzungsrisiko in den vollbelegten Transportern ist enorm. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen. Die Tierrechtsorganisation fordert ein ausnahmsloses Verbot von Tiertransporten.

 

„Schonende Tiertransporte gibt es nicht. Bei Unfällen sterben Rinder, Schweine Hühner oder Puten qualvoll und langsam. Körperteile werden eingequetscht oder brechen. Die empfindlichen Tiere geraten in Panik, erleiden Kreislaufzusammenbrüche oder Herzinfarkte“, so Lisa Kainz, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Jeder Verbraucher, der Fleisch isst, trägt Mitschuld. Nur eine vegane Ernährung hilft den Tieren nachhaltig.“
 
PETA dankt den am Einsatz beteiligten Feuerwehrleuten sowie allen Helferinnen und Helfern, die sich für die Rettung der Tiere eingesetzt haben.
 
Rinder dürfen laut der Tierschutztransportverordnung bis zu acht Stunden am Stück befördert werden. Durch Ausnahmegenehmigungen sind die Transportzeiten jedoch oft sehr viel länger. Auch ohne Transporte leiden die Tiere in der Ernährungsindustrie. Kühe sind soziale Lebewesen, die lebenslange Freundschaften schließen und eine enge Bindung zu ihrer Familie haben. Für Ernährungszwecke werden die intelligenten Tiere anhand ihres Nutzens für den Menschen beurteilt und wie Produktionsgüter behandelt. Ihr meist kurzes Leben verbringen sie in der Regel in überfüllten Ställen ohne Freilauf. Jedes Jahr werden mehr als 3,5 Millionen Rinder in deutschen Schlachthäusern getötet – oftmals ohne wirksame Betäubung [1].

 

PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht da sind, um für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.

 

[1] http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/17/100/1710021.pdf.