Diese Affen wurden vergiftet und dann mit Gummispinnen verängstigt

In einem Tierversuchslabor der US-Regierung haben Experimentatoren hirngeschädigte Affen mit täuschend echten Schlangen und Spinnen aus Gummi in Angst und Schrecken versetzt. Dies geht aus Videoaufnahmen hervor, die PETA USA vorliegen und nun erstmals an die Öffentlichkeit gelangten. Insgesamt 36 Millionen US-Dollar an Steuergeldern wurden für die schockierenden Versuche ausgegeben.

Angstkäfige

Elisabeth Murray, die sich selbst „Wissenschaftlerin“ nennt, sägt den in ihrem Labor gefangenen Tieren den Kopf auf, injiziert Gift hinein und saugt einen Teil des Gehirns ab – teilweise verbrennt sie einen Teil ihres Gehirns. Auf diese Weise wird das Gehirn der Tiere dauerhaft und traumatisch geschädigt. Anschließend näht sie den Kopf wieder zu und steckt die wehrlosen Affen in eine kleine schwarze Box. Plötzlich wird eine guillotineartige Tür an der Vorderseite des Käfigs hochgerissen und die Affen sehen etwas, das ihnen riesige Angst einjagt: eine Schlange oder Spinne. Sie sind nicht echt, aber sie sehen echt aus. Einige können sich sogar bewegen oder springen.

Wie alle Primaten haben Affen eine angeborene Angst vor Schlangen. Manche Tiere reagieren defensiv – sie erstarren oder wenden sich ab. Andere rütteln wie wild an ihrem Käfig. Wieder andere verziehen das Gesicht oder schmatzen mit den Lippen: Zeichen von unterwürfigem Verhalten in einer bedrohlichen Situation. Diese Tortur müssen die Affen mehrfach über sich ergehen lassen. Wenn Murray mit ihnen fertig ist, werden sie entweder getötet oder in anderen Versuchen gequält.

Steuergeld, das Tiere quält und niemandem hilft

Murray erhielt also Millionen an Steuergeldern, um das Gehirn von Affen zu schädigen und die Tiere anschließend in kleine Boxen zu sperren, in denen ihre schlimmsten Ängste ausgelöst wurden – nur um zu beobachten, wie sie darauf reagieren. Solche psychologischen Versuche werden schon seit 30 Jahren in Laboren der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde National Institutes of Health (NIH) durchgeführt. Dabei haben die Versuche keine einzige Behandlungsmöglichkeit oder Heilmethode für den Menschen hervorgebracht.

Braucht die Forschung Tierquälerei?

Murrays Versuche sind ein Affront gegen jegliches menschliches Gewissen und eine Beleidigung der Wissenschaft. Andere Wissenschaftler studieren bereits seit Jahrzehnten die Rolle bestimmter Hirnregionen in der Regulierung von Emotionen und verhaltenstechnischer Flexibilität an Menschen. Und sie liefern verlässliche, tatsächlich anwendbare Ergebnisse. Forschungsgelder müssen in Modelle fließen, die für den Menschen relevant sind, und in hochmoderne Methoden, die ihr Versprechen an die menschliche Gesundheit auch halten. [1-12]
Murrays „Forschung“ hat nichts als 30 Jahre Tierquälerei hervorgebracht. Das kann nicht unser Anspruch sein.
 
Affenversuche

Auch in Deutschland werden Affen in Versuchslaboren misshandelt

In Großbritannien fanden ganz ähnliche Affenversuche statt: Den Tieren wurden mithilfe von Drogen ebenfalls vorsätzlich Hirnschäden zugefügt, dann wurden sie allein in Plexiglasboxen gesperrt und Experimentatoren versetzten sie auf unterschiedliche Weise in Angst und Schrecken – zum Beispiel durch lautes Knallen oder mit täuschend echten Plastik-Kobras. In Deutschland wiederum bestätigt der aktuelle Skandal um das Tierversuchslabor LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology), dass auch hierzulande Affen auf schwerste Weise in Tierversuchen missbraucht werden. Videoaufnahmen zeigen, wie Affen für Toxizitätstests in kleinen Käfigen gefangen gehalten und an Apparaturen fixiert werden. Zudem wurde gefilmt, wie ein Mitarbeiter einen Affen absichtlich gegen eine Türkante schlägt. Inzwischen stehen zwei LPT-Labore in Deutschland vor dem Aus. [13]

Was Sie tun können


[1] Dunn, A. R. et al. (2019): Gene-by-environment interactions in Alzheimer's disease and Parkinson's disease. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, vol. 103, pp. 73-80. 
[2] Rutland, J. W. et al. (2019).: Hippocampal subfield-specific connectivity findings in major depressive disorder: A 7 Tesla diffusion MRI study. Journal of Psychiatric Research, vol. 111, pp. 186-192. 
[3] Maggioni, E. et al. (2019): Common and different neural markers in major depression and anxiety disorders: a pilot structural magnetic resonance imaging study. Psychiatry Research: Neuroimaging, vol. 290, pp. 42-50. 
[4] Morrison, F. G. et al. (2019): Reduced interleukin 1A gene expression in the dorsolateral prefrontal cortex of individuals with PTSD and depression. Neuroscience Letters, vol. 692, pp. 204-209. 
[5] Wright, C. et al. (2019): Characterization of miRNA isoform expression in schizophrenia using postmortem human brain tissue. European Neuropsychopharmacology, vol. 29, suppl. 3, p. S720. 
[6] Silk, J. S. et al. (2019): A longitudinal follow-up study examining adolescent depressive symptoms as a function of prior anxiety treatment. Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry, vol. 58, no. 3, pp. 359-367. 
[7] Ghahremani, D. G. et al. (2010): Neural components underlying behavioral flexibility in human reversal learning. Cerebral Cortex, vol. 20, no. 8, pp. 1843-1852. 
[8] Nakamura, M. et al. (2008): Orbitofrontal volume deficit in schizophrenia and thought disorder. Brain, vol. 131, no. 1, pp. 180-195. 
[9] Milad, M. R. et al. (2005): Thickness of ventromedial prefrontal cortex in humans is correlated with extinction memory. Proceedings of the National Academy of Sciences, vol. 102, no. 30, pp. 10706-10711. 
[10] Meyer-Lindenberg, A. et al. (2005): Neural correlates of genetically abnormal social cognition in Williams syndrome. Nature Neuroscience, vol. 8, no. 8, pp. 991-993. 
[11] Berlin, H. A. et al. (2004): Impulsivity, time perception, emotion and reinforcement sensitivity in patients with orbitofrontal cortex lesions. Brain, vol. 127, no. 5, pp. 1108-1126. 
[12] Fellows, L. K. & Farah, M. J. (2003): Ventromedial frontal cortex mediates affective shifting in humans: evidence from a reversal learning paradigm. Brain, vol. 126, no. 8, pp. 1830-1837. 
[13] DER SPIEGEL (online): Behörde schließt weiteres LPT-Tierversuchslabor (14.02.2020), URL: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/tierversuche-behoerde-schliesst-weiteres-lpt-labor-in-hamburg-a-9fabd590-96d4-469b-b936-2640949d9fd9 (eingesehen am 27.02.2020)

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