Töten als „Zeitvertreib“: PETA kritisiert Angelmesse in Cottbus und fordert Ende des Hobbytötens in Deutschland

Cottbus / Stuttgart, 16. Januar 2018 – Sie zappeln am Haken, ringen nach Luft und versuchen, zu entkommen – vergeblich: Am kommenden Samstag findet die Angelmesse „Carpmeeting 2018“ in den Messehallen in Cottbus statt. Die Tierrechtsorganisation PETA kritisiert die Veranstaltung und weist darauf hin, dass Jahr für Jahr Millionen Fische an einem Haken aufgespießt werden, um sie an Land zu ziehen, wo sie qualvoll ersticken, erschlagen und oft noch bei Bewusstsein ausgenommen werden. PETA fordert ein Verbot von Angelmessen, die den grausamen Umgang mit sensiblen Tieren verherrlichen, und ruft dazu auf, diese Veranstaltung zu meiden.

„Angeln ist ein grausames Hobby, denn genau wie Hunde, Katzen und andere Tiere können auch Fische Schmerzen empfinden“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Könnten Fische ihre Schmerzen durch laute Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei eine Beschäftigung, die der Entspannung und Erholung dient“.

PETA veranschaulicht das Leid der Tiere in der „Sportfischerei“ mit folgendem Beispiel: „Stellen Sie sich vor, man bohrt einen Metallhaken durch Ihren Mund und drückt Sie unter Wasser, wo Sie nicht mehr atmen können.“

Fische sind neugierige und freundliche Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise und schließen Freundschaften. Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [1]
Zwei Gutachten der Schweizer Eidgenössischen Ethikkommission für die Biotechnologie im Außerhumanbereich (EKAH) befassen sich intensiv mit der Kognition und dem Bewusstsein von Fischen. Die Verfasser, Philosoph Markus Wild und Biologe Helmut Segner, belegen, dass Fische ein Bewusstsein haben und Schmerzen empfinden. Der US-Verhaltensbiologe Jonathan Balcombe beschreibt zudem in seinem New York Times Bestseller „What a fish knows“, wie lernfähig Fische sind und dass sogar verschiedene Arten zum Beispiel bei der gemeinsamen Jagd Pläne schmieden und kooperieren können.
 
PETA spricht sich auch gegen das sogenannte Catch & Release, das Fangen und anschließende Freilassen von Fischen aus, das gerade unter Karpfenanglern weit verbreitet ist. Beim Catch & Release werden Fischen länger anhaltende Leiden zugefügt. Stress, Atemnot und körperliche Verletzungen sind die Folgen. Einer neuen Studie zufolge sterben bei dieser Praxis 40 Prozent der Fische, wie das Mining Journal berichtete [3]. Die Tierrechtsorganisation ist generell gegen das Angeln und den Fischfang und unterstützt die 2017 ins Leben gerufene Weltkampagne zur Abschaffung der Fischerei [4].
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

[1] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose).
[2] Jonathan Balcombe (2016): What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins.
[3] http://www.miningjournal.net/news/front-page-news/2018/01/catch-and-release-kills-many-fish/.
[4] https://www.end-of-fishing.org/de.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische
PETA.de/Fische-Schmerz-Neocortex
 
Kontakt:
Katharina Wicke, +49 711 860591-535, KatharinaW@peta.de