Tom Tailor Group verbannt Kaschmir nach schockierender PETA-Recherche

Hamburg / Stuttgart, 11. Juli 2019 – Erfolg: Die Tom Tailor Group verbannt nach Gesprächen mit PETA Deutschland zur Herbst/Wintersaison 2020 Kaschmir aus den Sortiment und möchte damit einen Beitrag zum Tierwohl leisten. Diese Entscheidung betrifft die internationalen Marken Tom Tailor und Bonita, sowie Tom Tailor Denim. PETA Asien veröffentlichte im Mai 2019 schockierende Aufnahmen von Kaschmirfarmen und Schlachthöfen in China und der Mongolei. Das Enthüllungsvideo zeigt, dass die Ziegen vor Schmerzen schreien, wenn sie zu Boden gedrückt werden und ihnen die Wolle mit spitzen Metallkämmen ausgerissen wird. PETA fordert die größten deutschen und internationalen Textil- und Modeunternehmen auf, einen umgehenden Ausstieg des Kaschmireinkaufs zu beschließen. In China und der Mongolei existieren keine effektiven Tierschutzgesetze.

„Es freut uns sehr, dass die Tom Tailor Group Mitgefühl und Verantwortung für Tiere zeigt und qualvolle Kaschmirwolle aus den Kollektionen verbannt.“, so Johanna Fuoß, Fachreferentin für Bekleidung und Textil bei PETA. „Wir werden mit unsere Kaschmirkampagne dafür kämpfen, dass die Schreie der Ziegen bei den Verbrauchern und Modemarken nicht ungehört bleiben.“
 
Hintergrundinformationen
China und die Mongolei sind für 90 Prozent der weltweiten Kaschmirproduktion verantwortlich. Die Aufnahmen von PETA Asien zeigen, dass Ziegen, die nach der Prozedur bluteten, weder Schmerzmittel noch eine tierärztliche Versorgung erhielten. Stattdessen goss ein Arbeiter einfach Wein direkt in die Wunde eines Tieres. Zudem wird dokumentiert, was mit Tieren geschieht, die nicht mehr profitabel genug sind. In China versetzten Arbeiter den Ziegen mit einem Hammer zunächst einen Schlag auf den Kopf, um sie zu betäuben. Anschließend töteten sie die Tiere. Aufnahmen aus der Mongolei zeigen, dass die Ziegen an einem Bein in den Schlachthof gezerrt wurden und ihnen vor den Augen ihrer Artgenossen die Kehle durchgeschnitten wurde. Einige Tiere bewegten sich laut Videomaterial danach noch minutenlang.

Auch H&M kündigte bereits an, aufgrund des Enthüllungsvideos konventionelle Kaschmirwolle auszulisten. ASOS ging noch einen Schritt weiter und hat bereits heute alle vorhandenen Kaschmir-Erzeugnisse aus seinen Onlineshops entfernt. Weitere deutsche Firmen, wie Ulla Popken, Vaude, Kik und Blutsgeschwister bestätigten PETA Deutschland, dass man nach Ansicht der Videoaufnahmen auch zukünftig kein Kaschmir einkaufen werden.
 
Der moderne Handel eine Fülle an wärmenden und stylischen veganen Alternativen zu Kaschmir an – darunter Bambus, Tencel, Hanf, Modal, Viskose, Bio-Baumwolle und Soja-Kaschmir, ein Nebenprodukt der Sojabohnen-Verarbeitung.
 
Kaschmir gehört außerdem zu den Textilfasern, die mitunter den schlimmsten Einfluss auf die Umwelt haben. Das liegt daran, dass Kaschmirziegen beim Verzehr von Gräsern und Kräutern die Wurzel mit aus der Erde reißen, was ein Nachwachsen verhindert. Die Folgen sind eine zunehmende Versteppung des Graslands und die Bildung gefährlicher Sandstürme, die so dicht sind, dass sie bis nach Nordamerika reichen.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie anziehen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
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Ziegen werden für die Produktion von Kaschmir gewaltsam zu Boden gedrückt, während Arbeiter ihnen das Fell mit Metallkämmen ausreißen. / © PETA Asien
 
Dieses und weitere druckfähige Motive stehen hier zum Download zur Verfügung.

Weitere Informationen:
PETA.de/Kaschmir-China-Mongolei

Kontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]