18 tote Wale nach Sprengung in der Ostsee - PETA erstattet Anzeige

Tote Wale Ostsee
Ende August 2019 sprengte die deutsche Marine in der „Meeresschutzzone“ Fehmarnbelt in der Ostsee 39 Seeminen – wenig später wurde 18 tote Schweinswale gefunden. Auch zahlreiche andere Meerestiere der Ostsee starben.

Lebensraum unzähliger Meerestiere zerstört

Vor einer Nato-Großübung mit über 40 Schiffen im September sollten mögliche Gefahren aus den Manövergebieten beseitigt werden. Die 41 britischen Seeminen stammten noch aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, 39 davon befanden sich in der Meeresschutzzone Fehmarnbelt. Bei der Sprengung riss eine der Minen einen riesigen Krater in das geschützte Riff und zerstörte im Umfeld von bis zu 30 Metern alles marine Leben. [1]

„Es kann nicht sein, dass in angeblichen Meeresschutzgebieten mutwillig Riffe zerstört und der Tod zahlreicher Meeresbewohner durch Sprengungen in Kauf genommen werden. Viele Schweinswale und andere Tiere wurden durch die Minensprengung getötet, verstümmelt oder verletzt und verloren ihre Heimat.“

Tanja Breining, Meeresbiologin, PETA Deutschland

Schweinswale sind vom Aussterben bedroht

Die noch nicht mal 500 in der Ostsee lebenden Schweinswale sind streng geschützt, da die Delphinart dort vom Aussterben bedroht ist. [2] Es gibt ein Schutzabkommen für Kleinwale, ASCOBANS, welches von der Bonner Konvention verabschiedet wurde. [3]

Die Sprengungen der Marine stehen nicht nur im Zusammenhang mit dem Tod von 18 geschützten Säugern, sondern fanden sogar während der Paarungszeit der Schweinswale statt, sodass die Fortpflanzung der Tiere massiv gestört wurde.

Minensprengung verstößt gegen Tierschutz- und Bundesnaturschutzgesetz

Die deutsche Marine hätte auf Alternativen zurückgreifen können. Beispielsweise hätten Unterwasserroboter die Seeminen entschärfen können und somit den Tod und das Leid zahlreicher Meerestiere verhindern können. Entgegen ihrer Pflichten informierten die Verantwortlichen der deutschen Marine die Naturschutzbehörden nicht im Vorfeld über die Sprengungen. Auch trafen die Verantwortlichen keine Vorkehrungen, um das Ausmaß der Zerstörung zu reduzieren. Da der deutschen Marine bekannt ist, dass es sich bei Fehmarnbelt um ein Meeresschutzgebiet handelt und die dort lebenden Schweinswale unter Naturschutz stehen, kann von einer Vorsätzlichkeit ausgegangen werden.

Wir von PETA haben Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Kiel gegen die deutsche Marine und alle Verantwortlichen der Sprengung erstattet.

Wir brauchen echte Meeresschutzgebiete!

Etwa 45 Prozent der deutschen Meere sind geschützte Gebiete. Doch trotz des Schutzes ist es weiterhin erlaubt, in diesen Gebieten durch Fischerei Tiere zu töten. Wir von PETA setzen uns für die Schaffung von echten Meeresschutzgebieten ein, in denen Tieren keinerlei Leid zugefügt werden darf und jegliche menschliche Aktivitäten verboten sind.

Helfen Sie uns, weitere Meerestiere vor dem Tod zu bewahren, und unterschreiben Sie unsere Petition für echte Meeresschutzgebiete!



[1] Bundesministerium der Verteidigung (18.11.2019): Kleine Anfrage der Abgeordneten Steffi Lemke, Claudia Müller, weiterer Abgeordneten der Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN vom 24. September 2019, https://www.steffi-lemke.de/uploads/2019/11/KlAnfrage-BMVg-Drs.-19_13878.pdf, zuletzt eingesehen am 02.12.2019
[2] NABU: Schweinswale, Bedrohte Delphinart der Nord- und Ostsee, https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/meeressaeugetiere/03366.html, zuletzt eingesehen am 02.12.2019
[3] ASCOBANS, https://www.ascobans.org/, zuletzt eingesehen am 02.12.2019

Unsere Autoren

Friederike Huth

setzt sich als Editor und Coordinator im Online Marketing für die Rechte der Tiere ein.