TraumaMan statt Tierversuche: Diese 22 Länder nutzen das Modell

TraumaMan
Wie man Tierleben rettet und die medizinische Ausbildung optimiert, zeigt der sogenannte TraumaMan und mit ihm das millionenschwere Spendenprogramm von PETA USA. Dank einer Partnerschaft mit Simulab Corporation konnte PETA USA 119 Exemplare des TraumaMan im Wert von knapp 3 Millionen US-Dollar an 22 Länder spenden. Das hochentwickelte Simulationsmodell wird in Chirurgie-Kursen eingesetzt.

Im Jahr 2014 erhielten Bolivien, Costa Rica, Ägypten, der Iran, Jordanien, Mexiko, die Mongolei, Panama sowie Trinidad und Tobago Exemplare des TraumaMan von Simulab. Und seit 2015 können auch Tausende angehende Mediziner in China, Griechenland, Indonesien, Pakistan, Zypern, den Philippinen und den Vereinigten Arabischen Emiraten ihre chirurgischen Eingriffe an dem Simulator statt an Tieren üben, um die notfallmedizinische Erstversorgung von schwerverletzten Patienten zu erlernen. Auch Bangladesch, Ghana, Jamaica, Kenia, Kanada und die USA nutzen den TraumaMan.

Was ist der TraumaMan und warum ist er eine Bereicherung?

Die hochtechnisierten Simulatoren des TraumaMan ermöglichen eine naturgetreue, atmende und blutende Abbildung des menschlichen Körpers mit lebensechten Haut- und Gewebeschichten, Rippen und inneren Organen. Damit bringen sie die medizinische Ausbildung in oben genannten 22 Ländern auf den neuesten Stand.
 
TraumaMan Tierversuche
Schon heute kommt der Simulator in fast allen medizinischen Ausbildungsprogrammen in Kanada, den USA und anderen westlichen Ländern zum Einsatz, die das beliebte ATLS-Ausbildungskonzept (Advanced Trauma Life Support) anwenden.

Die ATLS-Schulung wird von der US-amerikanischen chirurgischen Fachgesellschaft „American College of Surgeons“ (ACS) gefördert. Aufgrund begrenzter Finanzmittel waren angehende Ärzte in anderen Ländern jedoch bislang gezwungen, im Rahmen ihrer ATLS-Ausbildung Hals, Bauch, Brustkorb und Gliedmaßen von Abertausenden lebenden Hunden, Ziegen, Schweinen und Schafen aufzuschneiden. Die Ausbildung mithilfe der gespendeten TraumaMan-Modelle rettet nicht nur Tierleben, sondern ist auch wiederverwendbar und auf Dauer preisgünstiger.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Studierende medizinische Verfahren mithilfe des TraumaMan so lange wiederholen können, bis sie sicher und erfahren genug sind. (1) So gewinnen angehende Chirurgen Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und können diese leichter in die klinische Praxis übertragen. (2) Ausbilder bekommen zudem sofort ein objektives Feedback über die erbrachte Leistung. (3)

Damit rettet der sogenannte TraumaMan bestenfalls das Leben von Mensch und Tier!


 
TraumaMan Tierversuche

PETAs Beitrag zu tierleidfreien Testmethoden

Die TraumaMan-Spende ist PETAs bislang größter Beitrag zur Förderung der Verwendung tierfreier wissenschaftlicher Verfahren. Sie trägt dazu bei, künftig Tausenden Hunden, Schweinen und anderen Tieren in Europa, dem Nahen Osten und Asien das Leben zu retten. Wir von PETA Deutschland haben dabei die Finanzierung der 22 Modelle für Griechenland und 2 Modelle für Zypern mitübernommen.



Quellen

(1) Ziv A,Wolpe PR, Small SD, Glick S. Simulation-based medical education: an ethical imperative. Acad Med 2003;78(8):783–788.

(2) Sergeev I, Lipsky AM, Ganor O, et al. Training modalities and self-confidence building in performance of life-saving procedures. Mil Med 2012;177(8):901–906.

(3) DeVita MA, Schaefer J, Lutz J, Wang H, Dongilli T. Improving medical emergency team (MET) performance using a novel curriculum and a computerized human patient simulator. Qual Saf Health Care 2005; 14(5):326–331.