Türkei - Streuner sterben in der Türkei für den Tourismus!

Jährlich werden in der Türkei tausende heimatlose Tiere vor Beginn der Touristensaison getötet. Die Hunde und Katzen, die die „Säuberungen“ überleben, können sich im Sommer und Herbst fast ungehindert fortpflanzen. Im Winter, wenn viele der Hotels schließen, werden die Tiere sich selbst überlassen. Tausende Tiere verhungern oder sterben an den Folgen von Krankheiten, Unfallverletzungen oder menschlicher Gewalteinwirkung. Dies aber ist Kalkül vieler touristischer Regionen.

 

 

Streuner vermehren sich ungehindert


Säugende Mutter, die überfahren am Straßenrand in der Nähe von Side liegt © PETA. Klicken Sie auf das Bild für eine Vergrösserung.

In touristischen Regionen wie der Türkischen Riviera können sich sog. Streuner fast ungehindert fortpflanzen. Konzepte zur Geburtenkontrolle, wie wir sie fordern, finden in diesen Regionen kaum Anwendung.

Tierschützer kämpfen gegen die „Flut“ an Tieren, die dringend versorgt werden müssen, sich aber weiterhin ungehindert vermehren können. Die meisten Hotels, Restaurants und Tourismusveranstalter bleiben fast ausnahmslos untätig oder sie gehen überaus gewaltsam vor. Immer wieder werden Tiere vergiftet, ertränkt oder in Nacht-und-Nebel-Aktionen eingefangen und weggebracht. Das Schicksal dieser Tiere kann man nur erahnen.

Hochrechnungen zeigen die Notwendigkeit der Geburtenkontrolle. So könnten eine unkastrierte Katze und ihre Nachkommen in nur 7 Jahren bis zu 420.000 Nachkommen zeugen! Dieser Kreislauf muss durchbrochen werden!

Die einzige Lösung, die human ist und dafür sorgen kann, dass die Überpopulation nachhaltig eingedämmt wird, ist die Kastration der Tiere.

Streuner „betteln“ nach Nahrung und sterben an Hunger


Vermutlich erschossener Hund in Manavgat © PETA. Klicken Sie auf das Bild für eine Vergrösserung.

Morgens, mittags und abends, wenn sich die Hotelrestaurants mit Hotelgästen füllen, sind zahllose Katzen an und in den Restaurants zu entdecken. Die streunenden Hunde hingegen wählen lieber Strände und Fußgängerpromenaden, um Nahrung zu „erbetteln“.

Viele Touristen erliegen dem traurigen Anblick der Tiere und geben den Tieren etwas zu essen. Aber Nicht alle Touristen haben so viel Mitgefühl mit den Tieren. Immer wieder werden Hotelmanager mit Beschwerden über die Tiere konfrontiert, die im Restaurant, am Pool oder an der Strandliege „herumlungern“. Hier schließt sich der Kreislauf für viele Hotelbetreiber: Die Tiere sind lästig und müssen weg!

 


Junghund auf einer Müllhalde bei Manavgat © PETA. Klicken Sie auf das Bild für eine Vergrösserung.

Einige Hunde und Katzen werden noch während der Saison „entsorgt“, vergiftet, erschlagen oder ertränkt. Die meisten der Tiere bleiben aber nach Abreise der letzten Touristen einfach sich selbst überlassen. Ausbleibende Nahrungs- und Wasserzufuhr durch Touristen lassen die Streuner Hunger leiden, bis hin zum Tod. Verletzungen und Krankheiten bleiben unversorgt. Gewalttätigkeiten gegen die Tiere sind nicht selten.

Die Lösung sind überwachte Futterplätze

Die Lösung, dem Problem human zu begegnen, sind überwachte Futterplätze, die abseits von Hotelrestaurants und Strandliegen täglich mit Nahrung befüllt werden. Dies muss natürlich auch im Winter geschehen, wenn viele der Hotels schließen. Die Überwachung der Futterplätze könnten Gärtner oder Tierschützer gewährleisten. Erhalten die Tiere regelmäßig Nahrung, so müssen sie nicht mehr „betteln“ kommen – und tun dies in der Regel auch nicht. Voraussetzung hierfür aber ist, dass die Tiere nicht weiterhin von Touristen gefüttert werden.

 

Ihre Hilfe ist gefragt!



Bitte fordern Sie Tourismusveranstalter, die Reisen in die Türkei anbieten, dazu auf, sich für die Kastration von Streunern in der Türkei einzusetzen bzw. diese finanziell zu unterstützen und sich gleichzeitig für die Einrichtung von Futterplätzen für die Tiere auszusprechen. Als herausragendes Beispiel in Sachen Tierschutzengagement kann an dieser Stelle TUI lobend erwähnt werden. Informationen zur Tierschutzpolitik des Reiseveranstalters können Sie hier lesen.

  • Bitte sprechen Sie mit türkischen Hotelmanagern (viele sprechen deutsch) und Restaurantbesitzern und weisen Sie diese auf die Vorteile der Kastration von Tieren und von Futterplätzen hin. Sollten bereits entsprechende Maßnahmen etabliert sein, so füttern Sie die Streuner, denen Sie begegnen, bitte unter keinen Umständen!
  • Sollten Sie Tieren begegnen, die Hilfe brauchen, so kontaktieren Sie bitte Tierschutzgruppen, die in der jeweiligen Region aktiv sind. Adressen in der Türkei können über uns erfragt werden oder über das Netzwerk www.worldanimal.net recherchiert werden.
  • Weitere wertvolle Tipps rund um das Thema Reisen erhalten Sie unter PETA.de/Reisen.

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