“Umweltfreundlicher” Pelz? Nur wirres Gerede.

Von Tanja Wiemann

Hier kommt der Beweis, dass sich wirklich Jeder der Umweltschutz-Hysterie anschließt. Im vergangenen Jahr hat der kanadische Pelzrat eine Kampagne gestartet, um Pelzträger als Umweltaktivisten hinzustellen. Es scheint, als sei das Töten und die Verarbeitung kleiner Tiere das Beste, was man für die Umwelt tun könnte.

Doch diese wirre Logik soll ausschließlich ein grünes Image abgeben.

Die “Kampagne zur Beruhigung der Kunden” – so wird sie vom kanadischen Pelzrat genannt - ist absoluter Blödsinn. Pelze, wie auch alle anderen Tierhäute, sind voll von ätzenden und sogar gefährlichen Chemikalien, so dass sie nicht im Kleiderschrank des Käufers verrotten.

Bevor das fertige Produkt überhaupt im Laden hängt, wird es in Chemikalien eingelegt, gebleicht, gefärbt oder getönt. Während dieses Prozesses, werden Stoffe wie Schwefelsäure, Ammoniumchlorid, Formaldehyde, Bleiazetate, Natriumperborat und viele mehr verwendet. Die Alkalis, Säuren, Chromate, Bleichmittel, Öle, Salze und weitere Stoffe, die während des Färbeprozesses verwendet werden, können Hautirritationen hervorrufen. Mitarbeiter in Färbeküchen laufen Gefahr, giftigen Staub einzuatmen, wenn Blei-, Kupfer- und Chromsalze, sowie karzinogene Färbemittel, gewogen und gekocht werden. Laut der amerikanischen Umweltschutzbehörde, gilt eine verwendete Chemikalie, sechswertiges Chrom, als Giftmüll.

Hört sich das für Sie umweltfreundlich an?

Hinzu kommt die Tatsache, dass der Großteil der Tiere, die ihres Pelzes wegen getötet werden, auf Pelzfarmen gezüchtet wird. Zur Herstellung von Pelz auf Pelzfarmen, gehört auch der Transport von Futtermitteln auf die Farmen, die Müllverwertung, Elektrizität für Gebäude und Tötungsapparate, der Einsatz von Pestiziden, Impfstoffen und Antibiotika, der Abtransport von Kadavern – wahrscheinlich wissen Sie schon, wovon ich rede. Allein in den Vereinigten Staaten, verursachen Pelzfarmen zehntausende Tonnen an Abfall jedes Jahr. Dazu gehören Dünger, Späne, Stroh und Tierkadaver, von denen viele einfach auf Müllkippen enden.

Zählt man all dies zusammen, verbraucht die Herstellung eines Mantels aus Tieren von Pelzfarmen, 20 Mal mehr Energie als die Produktion eines Kunstpelzes.

Letzten Endes muss auch die Behandlung der Tiere mit einbezogen werden, wenn es um die “Umweltfreundlichkeit” dieser Industrie geht – denn schließlich sind sie ein wichtiger Teil der Umwelt. Sehen wir uns also das einmal genauer an.

Tiere auf Pelzfarmen müssen vom Tag ihrer Geburt an, bis zu dem Tag, an dem sie getötet werden, unermessliche Qualen erleiden. Kaninchen, die irgendwann einmal als Mantelkragen dienen sollen, müssen in winzigen, kargen Käfigen, inmitten ihrer eigenen Ausscheidungen leben. Füchse werden sprichwörtlich verrückt vor Stress und Langeweile und werfen sich so häufig gegen die Gitterstäbe ihrer Käfige. Andere wiederum sind wie gelähmt vor Angst und kauern im letzten Eck ihres Käfigs. Der Tod der Tiere ist schmerzhaft und erbarmungslos. Viele Füchse werden durch Elektroschlag getötet, Nerze werden auf grausame Weise vergast. Kaninchen wird meist das Genick gebrochen.

Die Aussagen der Pelzindustrie, ihre Produkte seien umweltfreundlich, sind nicht mehr als ein verzweifelter Versuch, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Pelz alles andere als das grausame Produkt für gewissenlose Käufer ist. Die meisten von uns haben mittlerweile jedoch die Videoaufnahmen gesehen und beobachtet, wie Tiere geschlagen, erwürgt oder ihres Pelzes wegen mit Elektroschocks getötet werden und kaufen der Pelzindustrie diese Botschaft einfach nicht ab.

Tanja Wiemann für PETA-Deutschland e.V., Benzstr. 1, 70839 Gerlingen, www.peta.de