Vergasen von Küken endlich beenden: Schauspieler-Ehepaar Martin Brambach und Christine Sommer appelliert an die Jamaika-Verhandlungsführer

Berlin / Stuttgart, 8. November 2017 – Etwa 50 Millionen männliche Küken werden in Deutschland pro Jahr direkt nach dem Schlüpfen vergast. Sie sind ein unerwünschtes „Nebenerzeugnis“ der Massenproduktion von Eiern und auch für die Mast nicht profitabel genug. Daher stuft die Tierindustrie sie als wertlose Existenz ein. Das Schauspieler-Ehepaar Martin Brambach und Christine Sommer appelliert nun in einem Schreiben an die Verhandlungsführer der künftigen Regierungskoalition, die tierquälerischen Massentötungen endlich zu beenden. PETA hat den Brief in dieser Woche an Angela Merkel, Horst Seehofer, Christian Lindner und Cem Özdemir übermittelt. Die Tierrechtsorganisation betont, dass Eier ein Tierqualprodukt sind und dass das millionenfache Leid der Legehennen und Küken nur durch eine eifreie Ernährung vermieden werden kann.
 
„Wir können nicht nachvollziehen, dass Sie als Gesetzgeber zustimmen, dass jedes Jahr 50 Millionen Küken nach dem Schlüpfen vergast oder geschreddert werden, nur weil die kleinen Lebewesen von der Industrie als Abfall angesehen werden“, schreibt das Ehepaar Christine Sommer und Martin Brambach an die Parteivorsitzenden der CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen. „Als Schauspieler übernehmen wir ständig heitere und traurige Rollen, die wir am Ende eines Drehtages ablegen können. Nicht einfach ausblenden können wir hingegen die furchtbaren Bilder aus deutschen Agrarbetrieben und Schlachthöfen, die nichts mit Tierschutz oder Menschlichkeit zu tun haben.“
 
Es sind allein finanzielle Gründe, die den frisch geschlüpften Hähnen zum Verhängnis werden. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung werden zwei Linien gezüchtet: „Legehennen“ und „Mastgeflügel“. Männliche Küken der ersten Linie gelten für die Industrie nicht als lebenswert, da sie weder Eier legen noch leicht zu mästen sind. Ihre Aufzucht wäre deshalb für die Industrie nicht profitabel, sodass die Jungtiere gleich nach dem Schlupf vergast oder lebendig geschreddert werden. PETA weist ausdrücklich darauf hin, dass dieses Vorgehen tierschutzwidrig ist, denn reine wirtschaftliche Gründe rechtfertigen laut der Tierrechtsorganisation keine Tiertötung. Trotzdem wird diese kompromisslose Tötungspraxis seit Jahren in Deutschland betrieben und von den Behörden geduldet.
 
Die Jamaika-Verhandlungsführer haben es in der Hand, millionenfachen Mord an unschuldigen Wesen zu verhindern. Zudem prangern die beiden Schauspieler in ihrem Schreiben an die Verhandlungsführer auch die unerträglichen Zustände an, unter denen andere Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung ihr Dasein fristen müssen. Sie beklagen, dass „Schweinen oder Kühen standardmäßig Körperteile amputiert werden, um sie an Haltungssysteme anzupassen“ und fordern zudem, die dauerhafte Anbindehaltung von Kühen zu untersagen.
 
Martin Brambach ist etablierter Bestandteil der deutschen Theater- und Fernsehlandschaft – unter anderem ist er als Kommissariatsleiter Schnabel im ARD Tatort aus Dresden bekannt. Neben verschiedenen Engagements, etwa im Bochumer Schauspielhaus, war er in weit über 100 Film- und Fernsehrollen zu sehen. Christine Sommer absolvierte ihre Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar in Wien. Neben regelmäßigen Theaterengagements übernahm sie auch Rollen in Fernsehformaten wie „Heldt“ oder „SOKO Kitzbühel“. Die beiden Schauspieler bringen sich seit Langem für das Wohl der Tiere ein. Für das PETA-Motiv „Susi und Strolch“ zeigten sie sich 2016 verliebt und „fleischlos glücklich“. Mit dem Appell „Probiert es doch auch einmal aus und schaut, wie es euch damit geht“ warben sie für fleischfreie Mahlzeiten.
 
Weitere Informationen
PETA.de/Kuekentoetung-Stoppen
PETA.de/Rinder-In-Der-Mast
PETA.de/Neues-Peta-Motiv-Martin-Brambach-Und-Christine-Sommer-In-Legendaerer-Susi-Und
 
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