Verstöße gegen Tierschutz- und Jagdgesetz bei Treibjagd in Heinsberg dokumentiert

Aachen / Heinsberg / Stuttgart, 18. Dezember 2017 – Gehetzt, verletzt und brutal getötet: Bei einer Treibjagd am 1. Dezember in Heinsberg dokumentierte ein Zeuge mehrere Verstöße gegen das Tierschutz- sowie das Bundesjagdgesetz. Ein Jagdhund hetzte einen Feldhasen und verbiss sich in den Nacken des Tieres. Obwohl solch eine Hatz rechtswidrig ist, wurde der Vierbeiner nicht zurückgerufen. Einer der Jäger nahm dem Hund den verletzten und schreienden Hasen ab und versuchte, ihn durch einen Handkantenschlag zu töten. Wie auf dem PETA vorliegendem Bildmaterial zu erkennen ist, war der Jäger nicht in der Lage, einen solchen ordnungsgemäß auszuführen. Er benötigte mindestens fünf Schläge, um das Tier zu töten. Die Hatz und Verletzungen durch den Hund sowie die Art der Tötung des Feldhasen sind tierschutzwidrig. Daher erstattete die Tierrechtsorganisation Strafanzeige gegen die Verantwortlichen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen das Bundesjagdgesetz bei der Staatsanwaltschaft Aachen.
 
„Tiere erleiden während einer Jagd ohnehin großen Stress. Dem Feldhasen wurden außerdem durch den Hund sowie die Tötungsversuche des Jägers erhebliche Schmerzen und Leiden zugefügt“, so Sandra Neuschütz, Justiziarin bei PETA. „Dem Jäger fehlt offensichtlich die nötige Sachkunde, um ein verletztes Tier schnell und ohne zusätzliche Schmerzen zu erlösen. Auch hätte er den scheinbar zur Jagd untauglichen Hund bereits im Vorfeld abrufen müssen. Der Jäger muss für sein rechtswidriges Verhalten zur Rechenschaft gezogen werden. Außerdem fordern wir den Entzug seiner Jagderlaubnis.“

Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund für die Jagd durch Privatpersonen. Im Gegenteil, die Hobbyjagd geht mit einer Störung des Rechtsfriedens sowie der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einher. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Auch der namhafte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet. Rund 380.000 Hobbyjägern in Deutschland stehen nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüber.

Weitere Informationen:

PETA.de/Jagd

PETA.de/Jagd-ist-Tierquaelerei

PETA.de/Jagdirrtuemer 

PETA.de/Tiere_in_der_Natur

VEGANBLOG.de/Jaeger-nach-PETA-Anzeige-wegen-Tierquaeelerei-verurteilt

Kontakt: 
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de