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Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: PETA zeigt angelnden Fußballweltmeister Augenthaler an

 
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Catch & Release bedeutet Stress und Schmerzen für Fische

Stand Juni 2016
Regensburg / Stuttgart, 23. Juni 2016 – Sie zappeln am Haken, ringen nach Luft und kämpfen um ihr Leben: Presseberichten zufolge hat Klaus Augenthaler, Fußballweltmeister von 1990, keine sportliche Fairness gegenüber Fischen gezeigt. Anfang Mai hatte er in der Nähe von Regensburg einen 2,20 Meter großen und 65 Kilogramm schweren Wels gefangen. Gemeinsam mit Angelkollegen hatte er ihn nach einem 90-minütigen Kampf aus dem Wasser gezogen, gemessen, gewogen, mit ihm für ein Foto posiert, ihm den Haken aus dem Mund gezogen und ihn ins Wasser zurückgesetzt. Auch gibt Augenthaler zu, dieses sogenannte Catch & Release (angeln und wieder ins Wasser zurücksetzen) regelmäßig zu betreiben. Nach Auffassung der Tierrechtsorganisation PETA liegt dabei ein Verstoß gegen Paragraf 17 Absatz 2b des Tierschutzgesetzes vor. Demnach dürfen einem Wirbeltier keine länger anhaltenden Schmerzen zugefügt werden. Beim Catch & Release sind die schmerzempfindlichen Fische erheblichen Schmerzen und Leiden sowie Todesangst über einen längeren Zeitraum ausgesetzt. Gegen den Angler erstattete die Tierrechtsorganisation daher nun Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Regensburg.
 
„Könnten Fische ihre Schmerzen durch laute Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei ein sportliches Hobby“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Catch & Release bedeutet für Fische enormen Stress und Verletzungen – viele der so traumatisierten Tiere sterben in Folge dieser Tortur.“
 
PETA verweist auf die Verfügung des Amtsgerichts Lemgo vom 31. März2011 (AZ: 25 Cs-22-Js 86/10-194/10) in der ausdrücklich festgestellt wird, dass es sich beim Catch & Release um eine strafbare Handlung handelt.
 
Die Tierrechtsorganisation veranschaulicht das Leid der Tiere beim Angeln mit folgendem Beispiel: „Stellen Sie sich vor, jemand bohrt Ihnen einen Metallhaken durch den Mund. Mit Ihrem ganzen Körpergewicht an diesem Haken hängend, werden Sie in eine für Sie fremde Atmosphäre gezogen, in der Sie nicht mehr atmen können.“ Genau diese Qual erleiden Fische beim Angeln. Die Biologin Lynne Sneddon wies in ihren Studien nach, dass Fische im Mund- und Kopfbereich, also genau da, wo der Angelhaken das Gewebe durchbohrt, 22 Schmerzrezeptoren haben. [1] Weitere Versuche bestätigten, dass Fische positiv auf Schmerzmittel reagieren. PETA spricht sich generell für ein Verbot des Angelsports auf.
 
[1] Segner, 2013; Sneddon, 2011; Braithwaite, 2010 u. v. a.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 (0)30 6832666-04, JudithS@peta.de