Veterinäramt Landkreis Göppingen unter den tierfeindlichsten Veterinärbehörden Deutschlands - PETA kürt Tops und Flops 2017

Bad Boll / Stuttgart, 10. Januar 2018 - Mangelndes Engagement für den Tierschutz: PETA hat die besten und schlechtesten deutschen Veterinärbehörden 2017 gekürt. Berücksichtigt wurden Ämter, die bei ihrer Arbeit besonders positiv oder negativ aufgefallen waren, nachdem sie von der Tierrechtsorganisation über einen Missstand informiert wurden. Auf der Liste der fünf tierfeindlichsten Veterinärämter 2017 ist auch das Veterinäramt Landkreis Göppingen: Kranke und verletzte Schweine in verdreckten Buchten waren auf einem Video zu sehen, das Tierschützer in einem Mastbetrieb eines Landwirts in Bad Boll gemacht hatten. PETA zeigte den Bauern, der zuvor eine Geldstrafe wegen ähnlicher Vorwürfe erhalten hatte, wegen Tierquälerei an. Das Verfahren wurde jedoch zunächst eingestellt, nachdem der leitende Veterinärdirektor Dr. Michael Pettrich in seiner Stellungnahme von falschen Behauptungen gesprochen hatte. Sogar die Generalstaatsanwaltschaft sah aufgrund der Video-Aufnahmen einen dringenden Tatverdacht auf Tierquälerei und wies an, das Verfahren wieder aufzunehmen, das aber mit einem Freispruch endete. Der Landwirt hatte seine Schweinehaltung zwischenzeitlich aufgegeben.

"Das Veterinäramt hat das Verfahren gegen den Landwirt von Anfang an torpediert, obwohl dieser vorbelastet war", so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA. "Der Landwirt hätte wegen massiver Tierquälerei bestraft werden müssen, die Behörde hat die Tiere im Stich gelassen."
Veterinärämter sind für die Überwachung und den Vollzug des Tierschutzgesetzes in Deutschland zuständig. PETA meldet den Behörden jeden Monat zahlreiche Fälle von Tierquälerei und kontrolliert, ob und wie die Behörden daraufhin im Sinne des Tierschutzgesetzes tätig werden. Während in vielen Fällen in Zusammenarbeit mit Amtstierärzten sehr gute Erfolge für die Tiere erzielt werden, gibt es noch immer zu viele Behörden, die das Tierschutzgesetz und die entsprechenden Verordnungen und Richtlinien nicht umsetzen. Ein Grundproblem: Es fehlt eine neutrale Aufsichtsbehörde, die schlecht arbeitende Amtstierärzte kontrolliert.
 
PETA steht täglich in Kontakt mit Veterinärbehörden, um Tierschutzmissstände und Fälle von Tiermissbrauch zu melden und zu verfolgen. Seit 2012 kürt die Tierrechtsorganisation jährlich die aus Tierschutzsicht positiv oder negativ aufgefallenen Veterinärämter. Im Ranking wird stets die gesamte Behörde genannt, auch wenn oftmals einzelne Amtstierärzte positiv oder negativ hervorstachen.
 
Zeugen von Tierquälerei sollten sich an die zuständige Veterinärbehörde ihrer Stadt oder ihres Landkreises wenden. Beobachtungen sollten detailliert und sachlich zusammengefasst werden. Besonders hilfreich ist Bild- und Videomaterial. Empfehlung von PETA: Nach der Meldung beim Veterinäramt unbedingt so lange nachhaken, bis der Missstand beseitigt ist (Fallbericht). Das kann ermüdend sein, ist aber oft die einzige Chance für das jeweilige Tier. Eine Übersicht mit ausführlichen Tipps, wie Zeugen gegen Tierquälerei vorgehen können, gibt es unter PETA.de/Whistleblower.

Weitere Informationen:
PETA.de/Schweinehaltung-Bad-Boll
PETA.de/Veterinärämter-2017
PETA.de/Veterinärämter-2016
PETA.de/Whistleblower
 

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de