Veterinäramt Oder-Spree unter den tierfeindlichsten Veterinärbehörden Deutschlands – PETA kürt Tops und Flops 2017

Günthersdorf / Stuttgart, 10. Januar 2018 – Mangelndes Engagement für den Tierschutz: PETA hat die besten und schlechtesten deutschen Veterinärbehörden 2017 gekürt. Berücksichtigt wurden Ämter, die bei ihrer Arbeit besonders positiv oder negativ aufgefallen waren, nachdem sie von der Tierrechtsorganisation über einen Missstand informiert wurden. Auf der Liste der fünf tierfeindlichsten Veterinärämter 2017 ist auch das Veterinäramt Oder-Spree: Zahlreiche kranke, verletzte und tote Schweine fanden Tierschützer in Betrieben der Agrargenossenschaft Günthersdorf im Februar vor. Die Tiere mussten in völlig verdreckten, teils mit Gülle überfluteten Buchten leben. Sie spielten Videoaufnahmen davon PETA zu, welche Strafanzeige gegen die Verantwortlichen stellte. Eine Überprüfung der Ställe ein halbes Jahr später zeigte, dass sich nichts an der Situation verändert hatte. PETA stellte wiederum Strafanzeige, diesmal auch gegen das offenbar untätige Veterinäramt. Amtsleiter Thomas Maczek behauptete wider besseres Wissen, dass die Aufnahmen nicht den aktuellen Stand der Schweinehaltung widergäben und keine Gefahr für das einzelne Tier bestünde. Er verweigerte die Schließung der Anlage und erweckte Mitleid für den Betrieb. Die Enthüllung löste ein nachhaltiges Echo aus, der Landtag Brandenburg hob die Thematik auf die Tagesordnung.
„Statt sich zum Pressesprecher dieser Schweinehölle zu machen, hätte das Veterinäramt seiner gesetzlich vorgegebenen Aufsichts- und Kontrollpflicht nachkommen müssen, was nachweislich nicht der Fall war“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA. „Die Behörde gehört als Mittäter hart bestraft.“
Veterinärämter sind für die Überwachung und den Vollzug des Tierschutzgesetzes in Deutschland zuständig. PETA meldet den Behörden jeden Monat zahlreiche Fälle von Tierquälerei und kontrolliert, ob und wie die Behörden daraufhin im Sinne des Tierschutzgesetzes tätig werden. Während in vielen Fällen in Zusammenarbeit mit Amtstierärzten sehr gute Erfolge für die Tiere erzielt werden, gibt es noch immer zu viele Behörden, die das Tierschutzgesetz und die entsprechenden Verordnungen und Richtlinien nicht umsetzen. Ein Grundproblem: Es fehlt eine neutrale Aufsichtsbehörde, die schlecht arbeitende Amtstierärzte kontrolliert.
 
PETA steht täglich in Kontakt mit Veterinärbehörden, um Tierschutzmissstände und Fälle von Tiermissbrauch zu melden und zu verfolgen. Seit 2012 kürt die Tierrechtsorganisation jährlich die aus Tierschutzsicht positiv oder negativ aufgefallenen Veterinärämter. Im Ranking wird stets die gesamte Behörde genannt, auch wenn oftmals einzelne Amtstierärzte positiv oder negativ hervorstachen.
 
Zeugen von Tierquälerei sollten sich an die zuständige Veterinärbehörde ihrer Stadt oder ihres Landkreises wenden. Beobachtungen sollten detailliert und sachlich zusammengefasst werden. Besonders hilfreich ist Bild- und Videomaterial. Empfehlung von PETA: Nach der Meldung beim Veterinäramt unbedingt so lange nachhaken, bis der Missstand beseitigt ist (Fallbericht). Das kann ermüdend sein, ist aber oft die einzige Chance für das jeweilige Tier. Eine Übersicht mit ausführlichen Tipps, wie Zeugen gegen Tierquälerei vorgehen können, gibt es unter PETA.de/Whistleblower.

Weitere Informationen:
PETA.de/Schweinezucht-Guenthersdorf
PETA.de/Veterinärämter-2017
PETA.de/Veterinärämter-2016
PETA.de/Whistleblower
 
Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de