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Video: Gestresste Tiere auf Reister Markt in Eslohe teils grob behandelt – PETA warnt vor Gefahr für Besucher und zeigt Verantwortliche beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz an

Stuttgart / Eslohe, 28. Juli 2020 – Aufgrund der Coronakrise fällt der sonst jährlich im August in Eslohe stattfindende Reister Markt in diesem Jahr aus. Zum Programm gehörte in den vergangenen Jahren auch eine Tierschau. PETA veröffentlicht nun Bildmaterial von 2019, das einen rohen Umgang mit den ohnehin gestressten, verängstigten Tieren zeigt: So knickten die Beteiligten den Rindern ihren Schwanz um oder zogen sie grob am Nasenring, um sie zum Weiterlaufen zu bewegen. Vor den „Zuchtschauen“ wurden die Tiere selbst im Gesicht und an den empfindlichen Eutern mit Hochdruckstrahlern gereinigt. Die Kühe wurden davor zudem über Stunden nicht gemolken, um die Euter bei den Schauen „praller“ wirken zu lassen, was die vermutlich schon vorhandenen Schmerzen noch verstärkte. Sowohl das Knicken des Schwanzes als auch das Unterlassen des Melkens sind verboten. Die Tierrechtsorganisation zeigte den Veranstalter des Reister Markts wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) an und appelliert an die Veranstalter und die Gemeinde Eslohe, den Reister Markt 2021 ohne Tierschau durchzuführen.
 
„Kühe, die kaum laufen können, weil ihre Euter so voll sind, dass sie bereits schmerzen und tropfen, Hühner, die wie Ware in Kartons gestopft werden, und verängstigte, hitzeempfindliche Küken in der prallen Sonne: Das sind nur einige wenige Beispiele für das Tierleid auf dem Reister Markt“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin bei PETA. „Diese Quälerei ist nur durch eine vegane Ernährung zu verhindern und lässt sicu durch keine ‚Tradition‘ rechtfertigen. Noch dazu sind die verängstigten Rinder eine enorme Gefahr für Besucher und Kinder. Wir appellieren an die Gemeinde Eslohe und an die Veranstalter, die Coronakrise als Chance zu nutzen, um den Markt ab dem kommenden Jahr tierfreundlich zu gestalten.“
 
Mehrere Tierschutzverstöße auf dem Reister Markt dokumentiert
Sämtliche zur Schau gestellten Tiere leiden bei Veranstaltungen wie dem Reister Markt immens unter den vielen Besuchern, der lauten Musik und den Zuchtbewertungen. Rinder, Hühner und Entenküken waren teilweise ohne Trinkwasser der prallen Sonne ausgesetzt. Bereits verkaufte Hühner und Enten wurden auf grobe Weise gefangen und mit anscheinend fremden Artgenossen in Kartons gestopft, in denen sie teils stundenlang ausharren mussten, bis ihre Käufer sie abholten. PETA macht darauf aufmerksam, dass Tierschauen allgemein mit enormem Stress und langanhaltenden Schmerzen einhergehen. Da die Rinder aufgrund der für sie als bedrohlich empfundenen lauten und hektischen Marktsituation häufig in der Menschenmenge gescheut haben, weist die Tierrechtsorganisation zudem auf das Verletzungsrisiko für Besucher hin.
 
Zurschaustellung der „besten“ Tiere – Lebewesen möglicherweise aussortiert und getötet
Experten zufolge handelt es sich bei vielen ausgestellten Rindern um Qualzuchten, die auf immer höhere Milcherträge gezüchtet werden. Tiere in der Ernährungsindustrie werden in der Regel als reine Produktionsgüter betrachtet. Kainz erklärt: „Es ist anzunehmen, dass viele Tiere die Strapazen auf dem Markt nicht überleben oder vorab aussortiert und getötet werden, weil sie nicht den gewünschten Zuchtkriterien entsprechen.“ Neben den Veranstaltern des Reister Markts ruft PETA auch die Allgemeinheit auf, sich gegen Tierquälerei auszusprechen und keine Märkte dieser Art zu besuchen.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 


Nicht abgemolkenes Euter auf dem Reister Markt 2019 / © PETA Deutschland e.V. 

Dieses Motiv und weitere Fotos stehen hier zum Download zur Verfügung. 
 
Das Videomaterial vom Reister Markt 2019 senden wir auf Anfrage gerne zu.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Reister-Markt-Tierschau
 
Pressekontakt:
Thomas Lesniak, +49 711 860591-527, [email protected]