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4 Gründe, warum der Walfang in Island vor dem Aus steht

Heute haben wir sehr erfreuliche Neuigkeiten für Sie: Wie ein aktueller Artikel im National Geographic (1) aufzeigt, steht der Walfang in Island vor dem endgültigen Aus. Wie bereits im Vorjahr werden die beiden Walfangbetriebe des Landes auch in diesem Sommer nicht ins Meer stechen – und möglicherweise nie wieder Wale jagen. Eines der beiden Unternehmen hat den Betrieb bereits vollständig eingestellt.

Das Ende des isländischen Walfangs hat vier Gründe:

1. Walfang durch Schutzgebiete ausgegrenzt

Im Jahr 2007 wurde ein kleiner Bereich der Faxaflói-Bucht bei Reykjavik als Schutzgebiet ausgewiesen, damit sich Walbeobachter und Walfänger nicht in die Quere kommen können. Nach einer Kampagne von IceWhale, der nationalen Vereinigung von Whale-Watching-Veranstaltern, verkündete die Regierung 2017 die Ausweitung dieses Schutzgebietes. Das Gebiet der Walfänger, die hier bis 2016 beinahe alle gefangenen Zwergwale gejagt hatten, war nun als Schutzgebiet ausgewiesen, in dem der Walfang ausgegrenzt war.

2. Sinkende Nachfrage nach Walfleisch

Zur Ausweisung von Schutzgebieten kam auch eine stark gesunkene Nachfrage nach Walfleisch hinzu, das wohl ohnehin in Island nie sonderlich beliebt war. Einer Umfrage von 2018 zufolge konsumiert nur 1 Prozent der isländischen Bevölkerung Walfleisch; 84 Prozent der Befragten gaben an, noch nie Walfleisch gegessen zu haben. Auch Japan scheidet inzwischen als wichtiger Abnehmer aus, denn die von der japanischen Regierung subventionierte Walfangindustrie findet selbst nicht genug Kunden für ihr Walfleisch. Zudem ist die Nachfrage der Touristen nach Walfleisch in Island stark gesunken.

Mit dem Wandel der öffentlichen Meinung und dem Rückgang des Walfleischkonsums könnte sich der kommerzielle Walfang in Island und womöglich dem Rest der Welt einen Schritt näher auf sein endgültiges Ende zubewegt haben.“


3. Wandel der öffentlichen Meinung

Die ehemals vornehmlich positive Meinung in puncto Walfang hat sich mittlerweile geändert. Selbst die Fischereiwirtschaft unterstützt die Walfangindustrie nicht länger, weil man den Walfang gegenüber Partnerländern nicht länger rechtfertigen möchte.

4. Whale-Watching verdrängt Walfang

Der oben genannte Mentalitätswandel beruht auch auf dem wachsenden Angebot an Whale-Watching-Ausflügen. Je mehr Einnahmen durch Walbeobachtungen generiert werden, umso geringer ist die Unterstützung für den Walfang. Die Zahl der Menschen, die Walbeobachtungstouren in Island buchten, stieg in den letzten Jahren stetig an. Im Jahr 2015 verzeichnete alleine das kleine Küstendorf Hauganes mit nur 137 Einwohnern schon 4.000 Besucher, die gekommen waren, um Wale zu beobachten. Im Jahr 2018 waren es bereits 17.000.

Was Sie tun können

  • Bitte essen Sie kein Fleisch von Walen oder anderen Tieren.
  • Unterschreiben Sie unsere Petition gegen den Walfang in Norwegen.
  • Helfen Sie uns, die Meere und ihre Bewohner zu schützen und unterschreiben Sie außerdem unsere Petition für die Ausweisung von Meeresschutzgebieten für alle Meerestiere.

(1) National Geographic, Mai 2020 https://www.nationalgeographic.de/tiere/2020/05/der-kommerzielle-walfang-in-island-ist-am-ende (zuletzt eingesehen am 5. Mai 2020).

Unsere Autoren

Tanja Breining

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.