Walfang in Japan: Darum könnte der IWC-Austritt Walleben retten

Walfang Japanzeit.de / Reuters

Zurecht ist die internationale Entrüstung groß: Seit dem 1. Juli ist Japan nicht mehr Mitglied der Internationalen Walfangkommission (IWC) und nimmt nun offiziell den kommerziellen Walfang wieder auf. Gleich am 1. Juli liefen fünf Walfangflotten vor der japanischen Küste aus.

Die gute Nachricht: Gleichzeitig beendet Japan seinen jahrzehntelang vorgeschobenen „wissenschaftlichen“ Walfang in den Gewässern der Antarktis und im Nordpazifik, bei dem in den vergangenen 33 Jahren um die 23.000 Wale getötet wurden, zuletzt 47 Zwergwale im Juni 2019.

Japans Austritt aus der IWC: Grund zur Hoffnung auf einen Rückgang des Walfangs?

  • Da Japan bekannt gab, nicht mehr im Nord- und Südpazifik, sondern „nur noch“ in Heimatgewässern zu jagen, besteht die Hoffnung, dass künftig einige hundert Wale weniger getötet werden als bisher.
  • Die Nachfrage nach Walfleisch sinkt: Junge Japaner wollen keine Wale mehr essen. Die Walfangflotten könnten zunehmend Mühe haben, sich ohne Subventionen am Leben zu erhalten.
  • Lebendige Wale sind für Japan inzwischen wirtschaftlich interessanter: Mehr als 100 japanische Unternehmen bieten Whale-Watching und Walsafaris für Touristen und Einheimische an. Diese Touristen-„Jagd“ auf Wale ist auch bedenklich, weil die Tiere unter Stress geraten können, aber im Vergleich zur Harpune ist es eine Verbesserung.  
  • Es gibt Vermutungen, dass Japans Austritt aus der IWC und die Einstellung des Walfangs im Pazifik bedeuten, dass das Land den Walfang zurückfahren, dabei aber sein Gesicht wahren möchte - ohne sich dem Druck der Walfanggegner gebeugt zu haben.

Dennoch ist es ein Skandal, dass Japan, ebenso wie Norwegen, Island und die Färöer Inseln, nach wie vor Wale und auch Delfine jagt.

Was Sie tun können

Bitte protestieren Sie gegen den Walfang und appellieren Sie an den japanischen Botschafter in Deutschland, dass er sich dafür einsetzt, dass die Jagd auf Wale sofort eingestellt wird: [email protected]

Vielen Dank!
 

Unsere Autoren

Tanja Breining

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.