Warum die Touristen am Tod des erschossenen Eisbären schuld sind

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Am vergangenen Samstag wurde auf Spitzbergen ein Eisbär erschossen. Das Ganze war allerdings kein Unfall oder die Tat grausamer Wilderer: Das Tier musste sterben, weil Touristinnen und Touristen in seinen Lebensraum eindrangen. Die Gäste eines Kreuzfahrtschiffes wollten Eisbären in ihrem natürlichen Lebensraum sehen – scheinbar um jeden Preis. Ein Angestellter des Schiffes ging vorab von Bord, um einen Landgang abzusichern. Dabei griff ihn der Eisbär an und wurde daraufhin erschossen.


Laut einer Schätzung aus dem Jahr 2015 leben auf Spitzbergen noch rund 1.000 Eisbären. Die vom Aussterben bedrohten Tiere sind die Stars von Kreuzfahrten wie dieser. Die Gäste des Schiffs von Hapag-Lloyd Cruises zahlen auf der Route fast 6.000 Euro, um die Tiere und ihr Zuhause zu sehen. Dass Zusammenstöße zwischen Mensch und Eisbär nie gänzlich auszuschließen sind, wurde am Samstag erneut deutlich.

Heftige Kritik in den sozialen Medien


Jeder Landgang im Lebensraum eines Eisbären birgt große Gefahren

Das Unternehmen gibt zwar an, Eisbären würden stets vom Schiff aus beobachtet, die Landgänge dienten nicht diesem Zweck. Doch jeder Landgang im Zuhause eines Eisbären birgt die Gefahr, einem Tier zu nahe zu kommen und damit Todesfälle zu riskieren. Natürlich klingt es faszinierend, diese wunderbaren Tiere in Freiheit zu beobachten – doch nicht um den Preis, dass es bald noch weniger der gefährdeten Bären gibt.

Ein weiteres großes Problem für die Eisbären weltweit ist der Klimawandel. Wenn die Eisflächen schneller als normal schmelzen, gehen den Bären wichtige Jagdgründe verloren. An Land finden sie nicht genügend Nahrung und verhungern qualvoll. Auch deshalb ist es so wichtig, dem Klimawandel aktiv entgegenzuwirken.


Neben diesen Veränderungen des Lebensraums der Tiere machen ihnen auch Jäger weiterhin zu schaffen. Es scheint unglaublich, aber auch heute noch dürfen Eisbären in einigen Gegenden gejagt werden. Auch deutsche Veranstalter bieten solche Jagdreisen an.

Was Sie tun können

Bitte achten Sie bei Ihrer Urlaubsplanung darauf, nicht unnötigerweise in den Lebensraum von Tieren einzudringen. Wenn Sie den Eisbären konkret helfen möchten, dann tun Sie etwas gegen den Klimawandel! Einer der Hauptverursacher des Klimawandels ist die tierische Landwirtschaft. Mit unserem kostenlosen Veganstart-Programm gelingt Ihnen der Umstieg auf eine pflanzliche Ernährung im Handumdrehen. Und um etwas gegen die grausame Jagd auf Eisbären zu unternehmen, unterzeichnen Sie bitte unsere Petition.

Unsere Autoren

Nadja Winter

ist Politikwissenschaftlerin, Brotliebhaberin und Hundehaareinsammlerin.